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Lokales Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus: 28 neue Stolpersteine werden am Dienstag in Dresden verlegt
Dresden Lokales Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus: 28 neue Stolpersteine werden am Dienstag in Dresden verlegt
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18:20 09.09.2015
(Symbolbild) Quelle: dpa
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 Die Schwester Remarques zog 1929 nach Dresden, wo sie zuerst bei einem Schneidermeister in der Bautzner Straße arbeitete. In der Elbestadt bewegte sie sich in den Künstlerkreisen des Cafe Zuntz in der Prager Straße und lernte den Maler Max Rosenlöcher kennen, mit dem sie bis 1933 befreundet war. Schließlich arbeitet sie als Schneiderin in einem Atelier. Von Kunden dieses Atelier wurde sie 1943 schließlich auch denunziert, offen hatte sie ihre Meinung über den Krieg geäußert. Angeklagt wurde sie wegen „Wehrkraftzersetzung“ und „Feindbegünstigung“ vor dem Volksgerichtshof. Elfriede Scholz wurde nach dem Urteilsspruch in das Frauengefängnis Berlin Barnimstraße verlegt, zwei Gnadengesuche wurden abgelehnt. Am 16. Dezember 1943 wurde die junge Frau enthauptet. Erich Maria Remarque, der sich zu diesem Zeitpunkt im Exil in den USA befand, wusste nichts vom Schicksal seiner Schwester, im September 1944 gab er sie noch als lebend an. Erst im Juni 1946 erfuhr er von Prozess und Hinrichtung.

Neben der Schwester des Autors von „Im Westen nichts Neues“ sollen auch die Dresdnerinnen Edith Hildegard und Barbara Kühnert einen Stolperstein erhalten. Die Idee zur Ehrung der Frauen hatten die Schüler einer Klasse im Plauener Gymnasium im Rahmen entwickelt. Die gebürtige Münchenerin Edith Hildegard kam nach der Hochzeit mit ihrem Mann nach Dresden. Sie arbeitete als Französisch- und Englischlehrerin. Am 16. Februar 1943 bekam die junge Frau den Befehl für ihre Deportation. Ihr katholischer Ehemann war davon nicht betroffen. Zu Fuß floh die Dresdnerin mit ihrer zweijährigen Tochter Barbara aus Dresden über Radeberg, Großenhain und Elsterwerda. Am 18. Februar wurden die Leichen der 20-jährigen Edith Hildegard und ihrer Tochter aus einem Fischteich bei Thalberg geborgen. Auch das gesamte Gepäck und der Kinderwagen wurden dort gefunden.

Die Idee der Stolpersteine stammt von dem Künstler Gunter Demnig, der an die Opfer der NS-Zeit erinnern will. Demnig lässt vor dem letzten Wohnort des Opfers eine Gedenktafel aus Messing ins Trottoir ein. Über 500 Stolpersteine liegen inzwischen an über 500 Orten Deutschlands, ebenso in Österreich, Ungarn und in den Niederlanden. Im November 2009 wurde die ersten fünf Steinen in Dresden verlegt. Koordiniert wird das Projekt vom Verein Stolpersteine für Dresden e. V. Um das Projekt fortzuführen, braucht der Verein Hilfe von Spendern. Jeder Stolperstein braucht einen Paten. Privatpersonen oder Vereine, Stiftung, Parteien etc. können das für die Herstellung und Verlegung nötige Geld spenden. 120 Euro kostet die Patenschaft.

Julia Vollmer

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