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Lokales Gauner-Ehepaar verkaufte Plagiate und betrog das Jobcenter
Dresden Lokales Gauner-Ehepaar verkaufte Plagiate und betrog das Jobcenter
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10:08 04.08.2017
Quelle: dpa
Dersden

Louis Vuitton ist eines der erfolgreichsten Modeimperien weltweit. Das Hauptgeschäft besteht aus hochpreisigen Lederwaren, verkauft werden aber auch Accessoires, Bekleidung, Schmuck. Die Waren gelten mittlerweile international als Statussymbol und haben logischerweise ihren Preis. Da werden jährlich Milliarden umgesetzt. Das ruft allerdings auch Nachahmer auf den Plan, die mit dem Namen „Vuitton“ schnelles Geld machen wollen. Das Monogram-Muster mit den Initialen des Firmengründers, „LV“, das eigentlich dem Schutz vor Markenpiraterie dienen sollte, rief eine weltweite Fälschungsindustrie hervor – auch da wird viel Geld verdient.

Yuliya und Wladimir B. wollten mitverdienen. Sie besorgten sich gefälschte Vuitton-Produkte und verkauften die Plagiate im Internet, deshalb müssen sie sich nun vor dem Dresdner Amtsgericht verantworten. Die beiden haben, so die Anklage, gefälschte Taschen, Schals und Tücher angeboten. Allerdings zu sehr moderaten oder besser gesagt Schleuderpreisen. Eine Reisetasche zum Beispiel für 115 Euro, eine weitere Tasche für 40 Euro. Insgesamt nahmen sie für sechs Produkte 650 Euro ein. Da beginnt bei Originalen der Preis für eine Tasche. Man fragt sich schon, ob die Käufer ernsthaft davon ausgegangen sind, dass sie Originale erwerben, selbst wenn es ihnen versichert wurde. Ein Käufer verklagte das Ehepaar sogar.

Das Unternehmen Louis Vuitton geht streng gegen Produktfälschungen vor und beschäftigt eine eigene Abteilung, die Fälscherware aufspüren soll. So fiel die Sache einem beauftragter Testkäufer auf, der bei den Angeklagten eine Tasche mit Tuch für 95 Euro kaufte. Es war kein Original, wie die Angeklagten auf Nachfrage erklärten, sondern ein Plagiat.

Das Ehepaar muss sich zudem noch wegen Arge-Betrugs verantworten. Die Hartz IV- Empfänger hatten einen schwunghaften Online-Handel aufgezogen, dem Arbeitsamt aber nicht mitgeteilt, dass sie gewerbliche Einnahmen haben, und dies auch bei allen Folgeanträgen verschwiegen. So kassierten sie 5100 Euro zuviel. Das Geld haben sie zum Teil schon wieder zurückgezahlt.

Die Angeklagten wollen sich zu den Vorwürfen nicht äußern. Vor allem nicht zu der entscheidenden Frage, woher sie denn die Plagiate hatten?. So müssen nun viele Zeugen gehört werden. Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Monika Löffler

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