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Gastwirte wollen sich gegen Parkverbot am Blauen Wunder wehren

Dresden-Blasewitz Gastwirte wollen sich gegen Parkverbot am Blauen Wunder wehren

Die Bauzäune am Blasewitzer Elbufer auf Höhe des Blauen Wunders geben einen Vorgeschmack. Wegen Bauarbeiten am Fußweg auf dem Dresdner Wahrzeichen sind auch Flächen unter der Brücke gesperrt, auf denen sonst Autos parken. Autofrei könnte künftig mehr oder minder das gesamte Areal aussehen. Dagegen gibt es Widerstand.

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Der Parkplatz am Blauen Wunder muss bleiben, fordern die Gastronomen Frank Baumgärtel vom Schillergarten (r.) und und Sebastian Roelke von der Villa Marie.
 

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden.  Die Bauzäune am Blasewitzer Elbufer auf Höhe des Blauen Wunders geben einen Vorgeschmack. Wegen Bauarbeiten am Fußweg auf dem Dresdner Wahrzeichen sind auch Flächen unter der Brücke gesperrt, auf denen sonst Autos parken. Autofrei könnte künftig mehr oder minder das gesamte Areal aussehen, geht es nach dem Willen der rot-grün-roten Stadtratsmehrheit. Sie hat vergangene Woche beschlossen, das seit Jahren geduldete Parken auf ein Mindestmaß einzudampfen.

„Hier wird ein funktionierendes Quartier kaputt gemacht“, sagt Sebastian Roelke. Das von ihm geführte Restaurant Villa Marie und der auf der anderen Seite des Blauen Wunders am gleichen Ufer gelegene Schillergarten würden unter einer Schließung des benachbarten Parkplatzes leiden, weil Gäste wegbleiben könnten. Doch nicht nur sie, wie Roelke und Thomas Jacob, Geschäftsführer im Schillergarten, betonen. „Viele Menschen, die dienstags, donnerstags und sonnabends den Wochenmarkt nutzen, parken dort“, sagt Jacob. „Und es gibt rings um den Schillerplatz viele kleine Geschäfte, auch deren Kunden stellen ihre Autos dort ab“, ergänzt Roelke. Das heraufziehende Aus für die Parkfläche können beide nicht nachvollziehen.

Für die Stadt ist es der nächste von ungezählten Versuchen, das nur geduldete Parken in geordnete Bahnen zu bringen. Versuchte man vor Jahren noch, die gepflasterte Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet an der Elbe herauszulösen, um dort einen regulären Parkplatz einzurichten, hat der Stadtrat nun eine Wende um 180 Grad vollzogen. „Es ist unerträglich, wie dort Dinge rückgängig gemacht werden, die schon einmal auf einem guten Weg waren“, sagt Roelke.

Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) hält die Herauslösung der Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet für rechtlich nicht möglich, weil das Parkhaus in Blasewitz den Bedarf decke. Die gepflasterte Fläche zu renaturieren wird aber ebenso nicht einfach. „Der Bereich hat seit dem Bau der Brücke als Nutzfläche gedient, da wird der Denkmalschutz nicht mitspielen“, meint Roelke. Er beobachtet eine vielfältige und von den Tageszeiten abhängige Nutzung auf dem Areal. Mal sind dort Lieferwagen für den Markt zu sehen, mal die Autos von Ausflüglern. „Und am Abend, das ist klar, profitieren natürlich wir davon“, sagt er. Entsprechend hat sich auch der Stadtrat ein Hintertürchen offengelassen. Ein seit Längerem erwartetes Parkraumbewirtschaftungskonzept soll noch abgewartet werden, ehe endgültige Entscheidungen getroffen werden. „Auf dieses Konzept warten wir seit Februar“, kommentiert Roelke. Einfach ist in der Sache offenbar gar nichts.

So sehen weder Schillergarten noch Villa Marie im Parkhaus eine Alternative. „Von den Kosten mal abgesehen ist es viel zu weit weg für ältere Menschen oder junge Mütter, die gerade bei Familienfeiern im Schillergarten zu Gast sind“, sagt Geschäftsführer Jacob. Roelke befürchtet ernste Auswirkungen auf beide Restaurants: „Ich frage mich, was diejenigen, die das jetzt beschlossen haben, sagen, wenn bei uns fünf Arbeitsplätze verschwinden und im Schillergarten vielleicht zehn?“

Der Unternehmer beklagt, dass die Gegner des Parkens moralisch und nicht sachlich argumentieren. „Es ist immer die Rede von einem Unfallschwerpunkt, dabei gibt es dort nur 1,6 Unfälle im Jahr“, sagt er. Natürlich könne man im Areal vieles besser regeln, das gehe aber auch ohne ein Parkverbot. Auch das Argument, dass Autobrände unter der Brücke deren Standfestigkeit gefährden, kann er nicht nachvollziehen. „Ich bin seit 20 Jahren hier, so einen Brand habe ich noch nicht gesehen“, sagt er. Entsprechend wollen beide Gastronomen nicht die Hände in den Schoß legen, sondern für ihre Position streiten. Wie, dazu finden derzeit Gespräche statt, sagt Roelke.

Von Uwe Hofmann

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