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Lokales Gartenboden als Lebensraum wahrnehmen
Dresden Lokales Gartenboden als Lebensraum wahrnehmen
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17:56 15.11.2017
Kleingärtnerin beim Umgraben. Quelle: Andre Kempner
Dresden

„Wir kompostieren unsere Abfälle, achten auf einen Fruchtwechsel, bei uns darf der Apfel auch mal eine Made haben. Der Abend heute hat uns bestätigt in der Art und Weise wie wir gärtnern. Besonders interessant waren die sachlichen und kritischen Äußerungen des Professors.“ „Mich hat erschreckt, dass bei 40 Prozent der Bevölkerung Glyphosat im Blut nachweisbar ist. “ „Ich werde das Buch ’Dreck’ lesen, was hier empfohlen wurde. Und mich mal mit Mexiko City beschäftigen. Ich bin überrascht, dass dort mit dem, was in der Stadt angebaut wird, 40 Prozent des Bedarfes gedeckt werden kann. “ – Meinungen von Besuchern des Zweiten Dresdner Umweltgespräches am Dienstagabend im Dresdner Rathaus. Das widmete sich diesmal dem Thema Gartenboden und bot Dresdnern die Möglichkeit, unkompliziert mit Fachleuten und Verantwortlichen in der Stadtverwaltung – so auch dem Leiter des Umweltamtes – ins Gespräch zu kommen.

Etwa 160 Interessierte verfolgten den von der Journalistin Bettina Klemm moderierten Meinungsaustausch. Auf dem Podium saßen Prof. Christian Siewert von der Hochschule für Technik und Wirtschaft, Frank Hoffmann, der Vorsitzende des Stadtverbandes „Dresdner Gartenfreunde“, Ute Hoffmann, in deren Speziallabor für gärtnerische Erden in Dresden-Wachwitz auch jeder Freizeitgärtner seinen Boden untersuchen lassen kann, sowie Mattes Hoffmann aus dem Büro Rehwaldt Landschaftsarchitekten. Er war vor allem in seiner Eigenschaft als Mitbegründer der „Internationalen Gärten“ gekommen.

Dabei handelt es sich um ein seit 2005 bestehendes Gemeinschaftsgartenprojekt. Damals ein Novum in Dresden, heute gibt es – über das Stadtgebiet verteilt – schon über 20 solcher Stadtgärten. Jeder, der Lust hat, kann auf einstigen Rasen- oder Brachflächen mit Mutter Erde in Kontakt kommen, auch ohne jegliche Erfahrung selbst gärtnerisch tätig werden oder sich auf andere Art und Weise in die Gemeinschaft einbringen. Dieses niederschwellige Angebot ist nicht nur eine Folge der Rückbesinnung auf die Natur. Es trägt auch dem wachsenden Bewusstsein Rechnung, wieder mehr darauf zu achten, was man isst und ob es so produziert wurde, dass es der Umwelt und einem selbst nicht schadet.

Dass der Boden und dessen Bearbeitung dabei eine zentrale Rolle spielen, liegt auf der Hand. Prof. Siewert machte eindrücklich deutlich, dass schwarzer Boden nicht automatisch fruchtbar ist, sondern es diesbezüglich auf viele Faktoren ankommt. Es reiche nicht, Wasser und Nährstoffe zuzuführen, um aus einem schlechten Boden einen guten zu machen. Zudem ließ der Professor keinen Zweifel daran, dass er den Hype um Terra Preta, die schwarze Erde der Indios, sehr kritisch sieht.

Das Thema Bildung habe bei der landwirtschaftlichen und gärtnerischen Bearbeitung des Bodens einen hohen Stellenwert. Die Frage sei, wie man die Menschen motivieren könne, mit dem vorhandenen Wissenspool so umzugehen, dass tatsächlich etwas dabei herausspringe. Frank Hoffmann vom Stadtverband der Kleingärtner bedauerte die aus seiner Sicht unbefriedigende Resonanz auf die vielen Angebote der Gartenakademie in Pillnitz für die Öffentlichkeit. Und er sieht im Austausch des Wissens „über den Gartenzaun“ einen wichtigen Aspekt. „Mindestens ein Fachberater in jeder Kleingartenanlage ist unser Ziel“, so Hoffmann. Zudem setze der Stadtverband auf die Ausbildung von Pflanzenschutzsachverständigen und wolle bei seinen Mitgliedern „den Blick weiten für die Möglichkeiten, die es gibt, im Garten behutsam mit der Natur umzugehen“. Das komme auch dem Boden zugute, der eher als Stiefkind behandelt und nicht angemessen genug als Lebensraum wahrgenommen werde, so Mattes Hoffmann.

Von Catrin Steinbach

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