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Lokales Garküchen-Flair für Mickten
Dresden Lokales Garküchen-Flair für Mickten
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14:00 31.08.2018
Mit dem „Do – Street Food Vietnam“ will Nam Do auf der Leipziger Straße 162 typische asiatische Küche anbieten. Quelle: Lars Müller
Dresden

Nam Do bringt einen Hauch von Urlaub in Fernost nach Mickten. Der 27-Jährige ist Chef des kleinen Bistros „Do – Street Food Vietnam“ und bietet mit seiner Mannschaft rund 20 schnelle Gerichte – stets frisch zubereitet aus überwiegend regionalen Zutaten. „Nachhaltigkeit ist mir wichtig“, sagt der junge Geschäftsmann. Deshalb sind auch die Verpackungen kompostierbar. Getränke gibt es nur in Glasflaschen. Aber auch faire Löhne gehörten dazu, sagt er. „Ich will typische Gerichte aus den asiatischen Straßenküchen anbieten.“ Das kommt augenscheinlich an in Mickten und Pieschen, seit Frühjahr 2017 schwören immer mehr Stammkunden auf vietnamesische Gerichte, teils mit Einflüssen aus Nachbarländern. Bun Cha, Pho Ga oder Thit Kho sind leicht bekömmlich und dank guter Vorbereitung in der offenen Küche auch recht schnell fertig. „Wir kochen so, wie vietnamesische Familien auch zuhause kochen.“ Aus dem Froster wird nichts in siedendes Fett geworfen. „Das ist nicht meine Philosophie“, betont Nam Do. Stattdessen kauft er die Zutaten selbst täglich frisch. Die Gäste können den Köchinnen und Köchen zuschauen. „Das ist bewusst so gemacht, das schafft Vertrauen.“ Das Bistro hat gut 20 Plätze, etwa die Hälfte der Kundschaft nimmt ihre Speisen mit nach Hause oder im Sommer ans Elbufer. „Was wir schnell gemerkt haben, wir brauchen eine breites vegetarisches Angebot“, erzählt der Gastronom. Das liege an den vielen jungen Familien, die aus der Neustadt Richtung Pieschen übersiedeln, ist er sich sicher. Die Wünsche seiner Kundschaft liegen ihm am Herzen. Jeden Tag steht er von 11 bis 20 Uhr selbst am Tresen, nimmt Bestellungen an, garniert die Gerichte und bedient. Dabei lächelt er stets und vermittelt jedem seiner Gäste den Eindruck, als habe er nur für ihn sein Bistro aufgeschlossen. Dabei spürt der hungrige Gast, dass es Nam Do wirklich ernst meint. So mancher Dresdner Gastronom könnte viel vom ihm lernen. Sein kleines Bistro hat er bodenständig eingerichtet. „Ich wollte keinen China-Palast und keinen Hipster-Tempel haben.“

Der gelernte Steuerfachgehilfe hat zwar einen vietnamesischen Pass, ist aber echter Dresdner – 1990 hier geboren, in der Johannstadt und in Gruna aufgewachsen. Seine Eltern waren in der DDR Vertragsarbeiter und betreiben nun in Dresden einen Textilhandel. Sie und weitere Verwandte haben beim Aufbau des Bistros geholfen. Sein Bruder Duong, ein gelernter Restaurantfachmann und Oberkellner, ist nach einem Jahr allerdings weitergezogen und hat wieder in der gehobenen Gastronomie im Westen angeheuert. Nam Do ist nun alleiniger Chef und nimmt es locker. Ja, er müsse nun einige Entscheidungen selbst treffen, aber das passe schon. Von halb Neun bis halb Neun fordert ihn sein Laden täglich. Nur sonntags bleibt das Street-Food-Bistro geschlossen. Seine Eltern, die das nicht immer einfache Leben als Unternehmer bestens kennen, hätten ihm anfangs vom Schritt in die Selbstständigkeit abgeraten. Nun seien sie aber schon stolz auf den Erfolg. Und Papa steht inzwischen sogar am Herd.

Von Lars Müller

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