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Lokales Garagenbesitzer fühlen sich verschaukelt
Dresden Lokales Garagenbesitzer fühlen sich verschaukelt
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09:31 16.05.2018
Teil des Grundstückspakets II: der Garagenhof in der Spenerstraße. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Wohngebäude statt Garagen: Am Donnerstag soll der Stadtrat das sogenannte Grundstückspaket II an die städtische Wohnungsbaugesellschaft „Wohnen in Dresden GmbH & Co KG“ übertragen. Acht Grundstücke stehen auf dem Zettel, fünf davon sind Garagenstandorte. Die Initiative „Rettet Dresdner Garagenhöfe“ hat jetzt an die Stadträte appelliert, alle Fakten zur Kenntnis zu nehmen.

Die Verwaltung habe noch immer nicht das seit vielen Monaten geforderte Konzept zum Umgang mit Garagenhöfen auf städtischen Grundstücken vorgelegt, erklärte Dietmar Leuthold, Sprecher der Initiative. „Mit den Vertretern der Garagenhöfe wird nicht kommuniziert, Anfragen bleiben unbeantwortet. Das ist gelebte Ignoranz der von allen vielbeschworenen Bürgerbeteiligung“, konstatiert Leuthold.

Werner Knopf, Vorsitzender der Garagengemeinschaft Nöthnitzer Straße 13 schildert die Geschichte des Garagenhofs in Plauen. „Von der Stadt Dresden erhielten wir am 12. Mai 1967 eine Baugenehmigung zur Errichtung von 18 Garagen und einer Reperaturbox für das Flurstück Dresden Plauen 172 c.“

Es habe sich um ein 810 Quadratmeter großes Ruinengrundstück gehandelt. „Wir mussten die gesamte Ruine manuell enttrümmern und daraus 26 320 Ziegelsteine bergen, abputzen und vermauern“, erinnert sich Knopf. Allein für die Enttrümmerung seien von den Mitgliedern 4316 Stunden geleistet worden.

Dass die Garagen für den Bau von Wohnungen abgerissen werden sollen, habe er aus der Presse erfahren, so der Vorsitzende. „Unsere Mitglieder sind in großer Sorge, dass wir im Ernstfall auch noch die Abrisskosten zahlen sollen, statt für die vielen Enttrümmerungsstunden und auch für den Zaunbau zu den Nachbargrundstücken eine Entschädigung zu erhalten“, erklärt Knopf.

„Alte Menschen und Senioren werden um ihre Lebensleistung gebracht, enteignet und gedemütigt“, meinte Leuthold. Der Stellplatzmangel werde mit dem Abriss von Garagen weiter verschärft. „In vielen Wohngebieten sind die Straßen bereits jetzt durch den ruhenden Verkehr an die Grenze der Auslastung angelangt, do dass Rettungs- und Einsatzfahrzeuge häufig Probleme haben.“

Die Verwaltung habe längst noch nicht alle Reserven an ungenutzten bebauten und bebauungsfähigen Grundstücken im Besitz der Landeshauptstadt ausgeschöpft, findet die Bürgerinitiative. Neben der Nöthnitzer Straße sollen auch mit Garagen bebaute Grundstücke auf der Bamberger Straße (Südvorstadt), der Van-Gogh-Straße/Pillnitzer Landstraße (Hosterwitz), Spenerstraße (Striesen) und Ockerwitzer Straße (Leutewitz) an die Wohnungsbaugesellschaft übertragen werden.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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