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Lokales Gagfah plant Neubau, Zukäufe, Investitionen - Ziel ist eine Kaltmiete von 7 Euro
Dresden Lokales Gagfah plant Neubau, Zukäufe, Investitionen - Ziel ist eine Kaltmiete von 7 Euro
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17:25 09.09.2015
So könnten die drei neuen Wohnblöcke an der Reicker Straße 120 und der Prohliser Straße 2 a und 2 b aussehen. Quelle: Visualisierung: Gagfah

"Wir sprechen über 1,5 bis 2 Millionen Euro Förderung", erklärt Gagfah-Vorstandsvorsitzender Thomas Zinnöcker. Er habe bereits mit Politikern von Stadt und Land gesprochen und auch mit Innenminister Markus Ulbig (CDU). "Wir sind auf offene Ohren gestoßen."

Rund 800 000 Quadratmeter Bauland hat der Wohnungskonzern in Dresden im Portfolio und will jetzt in den Wohnungsbau einsteigen. Es handelt sich vor allem um Grundstücke, auf denen Plattenbauten standen, die abgerissen wurden. "Wir haben die Idee, hier Wohnungen neu zu bauen und für eine Warmmiete von deutlich unter zehn Euro anzubieten", so der Vorstand.

150 neue Wohnungen in Reick wären ein Anfang, die Gagfah habe aber auch einen Standort an der Nicolaistraße in der Nähe des Fetscherplatzes untersucht. "Wir sind mit Bauunternehmen im Gespräch. Das Geheimnis des günstigen Bauens ist das optimale Verhältnis von Gesamt- zu Nutzfläche." Tiefgaragen werde es in den Neubauten beispielsweise nicht geben, sondern oberirdische Stellplätze.

Wenn die aktuelle Bevölkerungsprognose unterstelle, dass die Stadt bis 2030 pro Jahr 1000 neue Wohnungen benötige, dann könne sich die Gagfah angesichts ihres Anteils von 15 Prozent am Wohnungsmarkt mit 150 neuen Wohnungen pro Jahr beteiligen, so Zinnöcker. "Wir wollen nicht nur einmal in Dresden bauen, wir wollen die Partnerschaft mit der Stadt in Sachen Neubau intensivieren."

50 000 Wohnungen in Dresden wären ein schönes Ziel, meint Zinnöcker, die Gagfah denke auch über Zukäufe nach. Wobei die Angebote im Moment schwierig zu bewerten seien. "Die Immobilienpreise klettern deutlich schneller als die Mieten." Man schaue sich aber jedes Angebot genau an.

Pläne der Linken, eine neue städtische Wohnungsbaugesellschaft ins Leben zu rufen, sieht der Gagfah-Chef skeptisch. "Ich komme aus dem Fußball. Dort schießt der Schiedsrichter auch keine Tore." Aufgabe der Stadt sei es, die Rahmenbedingungen festzulegen. Der Effekt einer städtischen Woba sei ohnehin gering. "Wir planen mit einer Rendite von vier Prozent auf das Eigenkapital. Das sind in Dresden 30 bis 40 Millionen Euro jährlich. Wie wollen Sie damit den Wohnungsmarkt heruntersubventionieren? Und da ist noch nicht geklärt, wie die Stadt zu 900 Millionen Euro Eigenkapital kommt." Er kenne keinen Bauträger, der Kaltmieten von sechs Euro pro Quadratmeter im Neubau garantieren könne. "Für die Stadt wäre es günstiger, wenn sie sich für einen Zuschuss für uns einsetzt."

Laut Günter Baer, dem Gagfah-Niederlassungsleiter in Dresden, werden 2015 rund zehn Millionen Euro in die Modernisierung des Bestandes investiert. So sei die umfassende Erneuerung von 150 Wohnungen an der Mockethaler Straße in Leuben geplant. "Das wird rund zwei bis drei Millionen Euro kosten." Im Wohngebiet rund um die Rosenstraße wolle die Gagfah 1500 Wohnungen mit neuen Balkons ausstatten. "Wir haben schon zahlreiche Mieter befragt, die sich positiv geäußert haben", so Baer. Ab März soll der Anbau beginnen, damit die Mieter schon im Sommer die Balkons nutzen könnten. Vier bis sechs Wochen betrage die Einbauzeit, schätzt der Niederlassungsleiter.

Das ehemalige Dienstleistungszentrum in der Pfeifferhansstraße in Johannstadt soll nach dem Willen der Gagfah saniert und Vereinen wie dem Kinderschutzbund oder Seniorenverbänden für eine kleine Miete zur Verfügung gestellt werden, kündigte Gagfah-Kommunikationsdirektor Dirk Schmitt an. "Wir hoffen, dass die Stadt dieses Vorhaben unterstützt und wir Fördermittel bei der Europäischen Union beantragen können."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 03.12.2014

Thomas Baumann-Hartwig

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