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Futter für "Mondnazi"-Fans und Dynamo-Verehrer

Futter für "Mondnazi"-Fans und Dynamo-Verehrer

Als der Finne Timo Vuorensola kürzlich mit der schrillen Mondnazi-Komödie "Iron Sky" die Lachmuskeln des Publikums attackierte, trat er eine Welle von Fans los, die sich wie die Trash-Kameraden unterm eisernen Himmel kostümieren wollten - "Merchandising" und Fanartikel sind heute eben fester Bestandteil von Filmfinanzierungen.

Aber viele dieser "Iron Sky"-T-Shirts wurden nicht etwa in Fernost von einem der großen Auftragsfertiger hergestellt, sondern von "Egocentric" aus Dresden, die sich binnen weniger Jahre von einer Barackenbude zur gefragten Werbeartikel-Agentur hochgearbeitet hat.

"Die Idee kam mir beim BWL-Studium an der Hochschule für Technik und Wirtschaft", erzählt "Egocentric"-Chef Jürgen Clauß. "In Freundeskreis hatten wir uns ein paar schicke Klamotten-Designs ausgedacht - aber es war keine Firma zu finden, die das so produzieren konnte oder wollte." Schließlich kratzte er mit Freunden alle Ersparnisse zusammen und kaufte einen digitalen Textildrucker, um die ersten T-Shirt-Designs zu verwirklichen.

"Da hat's bei mir Klick gemacht"

Die eingefleischten Dynamo-Fans entwarfen dann gleich noch ein paar Motive für den Dresdner Fußballverein. Der war so angetan, dass er sofort 1000 T-Shirts aus dieser Reihe bestellte. "Da hat's bei mir ,Klick' gemacht", erinnert sich der heute 26-Jährige. Dieser Klick führte im April 2007 zur Gründung der Werbeagentur "Egocentric", die anfangs nur aus einer halbverfallenen Baracke an der Hamburger Straße und einer Handvoll Leute bestand, die nächtelang Hunderte T-Shirts druckten.

Bald sprachen sich die Konzepte der kreativen Egozentriker herum. Aufträge von Mainzer und Ingolstädter Fußballclubs folgten, der Berliner Rap-Musiker Bushido orderte eine Fan-Kollektion und viele andere.

Inzwischen ist die Firma in ein neues, größeres Domizil an der Herweghstraße in Dresden-Briesnitz umgezogen. Schlendert man dort durch Produktion und Lager, sieht man die gewachsene Auftragslage: Der Digitaldrucker ist einem großen Siebdruck-Karussell gewichen, in das "schwarze Künstler" immer neue T-Shirts und Pullover einlegen, glänzende Primärfarben einfüllen. Gleich nebenan packen ein paar Frauen Fan-Klamotten für einen Sportverein ein.

Schwibbogen für den Dynamo-Fan

Auch die Auslieferregale quellen über von Merchandising-Artikeln aller Couleur. Allen voran die Farben der Dynamos, für dessen Fan-Laden "Egocentric" seit 2009 Generalzulieferer ist: Schwarz-gelbe Schals, Shirts und Pullis, Tassen und Wand-Tatoos in Dynamo-Optik, Fußballer-Räuchermänner und gelaserte Dynamo-Schreibtischschilder in LED-Licht - "der Schwibbogen für den Dynamo-Fan", erklärt Clauß grinsend. "Den stellen wir aber nicht selbst her, der wird zugekauft." Nun ja, für so was muss man wohl wirklich Fan sein...

Der Chef sieht die Firma indes erst am Anfang des Pfades: In den kommenden Jahren wolle man den Kundenkreis, der bisher noch recht stark im Umkreis von Dresden konzentriert ist, erweitern, überregional werden, wie Clauß erklärt. "Im Moment stecken wir fast jeden erwirtschafteten Cent in die Entwicklung des Unternehmens."

Und von diesen Cents sind schon einige zusammengekommen: Setzte "Egocentric" im Startjahr erst rund 100 000 Euro um, war es 2011 bereits fast eine Million. Für 2014 sieht der Geschäftsführer seine Ex-Barackenbude dann bei über 1,5 Millionen Euro Umsatz, wenn erst mal die nächsten Anschaffungen realisiert sind: eine neue, größere Siebdruckmaschine, ein Textillaser, auch das derzeit zwölfköpfige Team soll vergrößert werden. "Der Markt ruft nach immer neuen Design-Effekten", betont Clauß. Heiko Weckbrodt

egocentric.biz

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.07.2012

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