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Lokales Fußgängertunnel in Dresden verschwindet bis Anfang Oktober
Dresden Lokales Fußgängertunnel in Dresden verschwindet bis Anfang Oktober
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10:18 11.08.2016
Nach langem Streit verschwindet in der Dresdner Neustadt jetzt ein Fußgängertunnel aus DDR-Zeiten.  Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

 Ende September ist der Tunnel Geschichte. Noch etwa sechs Wochen dauert es, die unterirdische Querung der Köpckestraße zwischen der Augustusbrücke und dem Neustädter Markt zu verfüllen. Etwa 2000 Kubikmeter Schutt, Kies und „spatenfeste Bodenemulsion“ werden in die „Röhre“ geschaufelt, geschüttet und gepumpt. Dann gibt es das DDR-Bauwerk nicht mehr, das einst mit einem bunten Geschäft von „Dresden Information“ und beleuchteten Werbekästen zu den Schmuckstücken der Dresdner Großstadtarchitektur gehörte. Mit dem Fußgängertunnel verschwindet ein Stück Geschichte, das die Gemüter heftig bewegt hat. Eine Seite hielt es für ein schützenswertes Beispiel sozialistischer Baugeschichte, die andere Seite für ein längst nicht mehr zeitgemäßes Verkehrsbauwerk.

Neben dem Narrenhäusl-Biergarten wird seit Juli der einstige Fußgängertunnel verfüllt. Im Moment werden die letzten Zwischenwände und Verkleidungen entfernt. Anschließend wird der Tunnel verfüllt

Die Tunnelgegner haben sich durchgesetzt. Mittlerweile erinnert nur noch ein hohles Loch ohne Wand-, Decken- und Bodenverkleidungen an den einst schicken Tunnel und das Geschäft. Die Wandverkleidungen liegen ordentlich gestapelt im Tunnel, eine Skatergruppe will sie haben, so Reinhard Koettnitz, der Leiter des Straßen- und Tiefbauamtes. Ein kleiner Kettenbagger schaufelt Schutt in das ehemalige Geschäft, später soll der Tunnel etwa einen Meter hoch mit einem Mineralgemisch befüllt werden, dass sich besonders gut feststampfen lässt, so Koettnitz. Dann wird an allen vier Aufgängen mit Wänden verschlossen und schließlich durch Löcher in der Decke zugeschüttet. Kommt die dabei verwendete Emulsion aus einem anderen Loch wieder ans Tageslicht, ist das das Zeichen dafür, dass der Tunnel komplett befüllt ist. „Wir hinterlassen unseren Nachfahren keinen unterirdischen Betonklotz“, beschreibt Koettnitz das Verfahren, das bereits genutzt wurde, als 2010 das letzte Stündchen des Tunnels unter dem Pirnaischen Platz geschlagen hatte.

Die Stadtreliefs am Tunnelzugang auf der Augustusbrückenseite werden zur Zeit übrigens mit Holz verkleidet. Sie sollen erst mal vor Ort bleiben und müssen für bei den anstehenden Verfüllungsarbeiten geschützt werden.

Die Fußgänger bekommen demnächst eine oberirdische Querung zwischen der Augustusbrücke auf der Narrenhäusel-Seite und dem Neustädter Mark. Die Ampelanlage, die dort aufgestellt wird, bekommt einen Anschluss an den Ampelrechner für die gesamte Kreuzung, so dass sie abgestimmt zu den anderen Lichtsignalanlagen funktioniert.

Unterdessen ist die breite Treppe von der Augustusbrücke hinunter zum Elberadweg fast fertig. Sie sollte eigentlich schon zum Stadtfest 2015 begehbar sein, doch die Baufirma, die damals am Werk war, hatte sich übernommen. Nun wird sie bis zum Stadtfest am übernächsten Wochenende begehbar gemacht, dann fehlen nur noch die Geländer. Die ursprünglich veranschlagten 900 000 Euro Baukosten reichen nun nicht mehr. Wie viel dazu kommt, konnte Koettnitz noch nicht sagen. Allein für den länger benötigten Bauzaun wenigstens 10 000 Euro, schätzt der Amtsleiter.

Auf der anderen Elbseite ist bis zum Stadtfest das Dach über dem Pegelhaus betoniert. Dort ist dann zwar noch Baustelle, aber es kann ein Hubsteiger aufgebaut werden, von dem aus die Stadtfest-Verantwortlichen den Fußgängerverkehr auf der Brücke beurteilen können. Das Pegelhaus selbst soll im Oktober fertig sein.

Die Sanierungsarbeiten an der Augustusbrücke selbst sollen Anfang 2017 beginnen und bis 2018 dauern. Für das Projekt sind mehr als 20 Millionen Euro veranschlag.

Von Christoph Springer

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