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Fürstlicher Mantel im Schloss Dresden

Kurfürstliche Kleiderschrank eingeräumt Fürstlicher Mantel im Schloss Dresden

Im Residenzschloss Dresden ist nun ein besonders prunkvoller Radmantel von Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen (1585 – 1656) zu besichtigen.

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Quelle: Flechtner

Dresden.  Kleider machen Leute. Gestern wie heute. Ganz existenziell war die Kleiderfrage für erlauchte fürstliche Häupter, im konkreten Fall in der aufstrebenden sächsischen Residenz zur Zeit der Renaissance. Da war ein Gewand nicht einfach ein mehr oder weniger kleidsames Stoffteil, sondern ein großes Symbol. Der Beweis für Herrscherwürde und Besitzanspruch. Je nachdem, welches Gegenüber man wie beeindrucken wollte und welcher politische Anlass gerade bevor stand, wählte der Fürst sein Outfit.

Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen (1585 – 1656) besaß gar ein äußerst repräsentatives Landschaftskleid. Zu Wams, Kniehose, Hut und Wehrgehänge gehörte auch ein kostbarer Radmantel. Die Kollektion war im Jahre 1611 das mütterliche Weihnachtsgeschenk der Kurfürstin-Witwe Sophie zum Regierungsantritt ihres Sohnes. Auf feinstem Seidenatlas sind reliefartig Szenerien aus dem Elbtal gestickt. Vom Residenzschloss schlängelt sich die Elbe bis zur Albrechtsburg in Meißen. Da tummeln sich Mensch und Tier, zeigt sich der Fluss als lebendige Verkehrsader. Und bei genauem Hinsehen spielt auch die Exotik mit Seeabenteuern eine Rolle. „Jedes Gewand ist als Herrscherauftrag zu verstehen, das Erbe zu schützen und zu wahren“, erläutert Ausstellungskuratorin Jutta Charlotte von Bloh.

Gestern nahm der kreisrunde Mantel seinen Platz im 1. Obergeschoss des Renaissanceflügels des Dresdner Schlosses ein. Die technikgespickte Vitrine befindet sich absichtsvoll mitten im Turmzimmer des Schlossturms. Stellt man sich den Herrscher im Mantel vor, erhebt er sich über sein Reich, ähnlich wie der Turm über die Residenz. Insgesamt 27 Fürstenkostüme werden in der neuen Dauerausstellung „Kurfürstliche Garderobe“ im Wechsel gezeigt. Um die Belastung für die empfindlichen Stücke gering zu halten und um inhaltliche Inszenierungen vornehmen zu können, begründet von Loh den geplanten Austausch diverser Teile. So wird dem Landschaftsmantel beispielsweise ein Bräutigamsmantel folgen.

Über 400 Jahre alte Prunkgewänder in dieser Qualität seien nirgendwo sonst zu finden, betont Dirk Syndram, Direktor der Rüstkammer und des Grünen Gewölbes. Er bezeichnet die Exponate als Weltkulturerbe. „Wir wissen genau, wer sie gemacht und wer sie getragen hat“, ergänzt von Loh. Die Dresdner Stickerei Hans Erich Friese habe drei Monate für das Landschaftskleid benötigt. Die etappenweise Restaurierung im Domstift Brandenburg streckte sich vergleichsweise über mehr als zwei Jahre. Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg kann nun im Nordflügel der kurfürstliche Kleiderschrank wieder besichtigt werden. Sein königliches Pendant ist für den Westflügel vorgesehen. Nur 1958 nach der Rückkehr der Dresdner Kunstschätze aus dem damaligen Leningrad waren Kostüme schon einmal ausgestellt.

Gemeinsam mit der „Kurfürstlichen Garderobe“ öffnet im Ostflügel mit weiteren Exponaten auch die Dauerausstellung „Auf dem Weg zur Kurfürstenmacht“. Ab 9. April - noch vor Ostern – sind Besucher willkommen. Der Preis für das Schlossticket erhöht sich auch mit diesen beiden Neuzugängen nicht. Insgesamt steigt die museale Ausstellungsfläche damit auf 7450 Quadratmeter. Nach der Fertigstellung des Schlosses soll sie auf 9800 Quadratmeter anwachsen.

Beim Gang durch das 1. Obergeschoss des Renaissanceflügels sollte man keinesfalls die Blicke aus den Räumen versäumen – in den großen Schlosshof, zum Übergang in die Hofkirche und direkt in die Schlosskapelle. Für ihn symbolisiere das Schloss heute Geschichte (auch Zerstörung bleibt sichtbar) sowie eine Einheit zwischen Räumen, Objekten und Ausblicken, betont Syndram.

Von Genia Bleier

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