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Für die Forschung: Reden in der Dresdner Straßenbahn

Wissenschaftler im Bürgergespräch Für die Forschung: Reden in der Dresdner Straßenbahn

Unter dem Motto „Wie wollen wir zusammen leben?“ haben Wissenschaftler der TU Dresden ihre Schreibtischstühle gegen die Sitze in der Straßenbahn getauscht, um mit interessierten Dresdnern ins Gespräch über das Zusammenleben in der Landeshauptstadt zu kommen.

„Wie kann man Grenzen in der Stadtgesellschaft überwinden?“, fragen sich der Extremismusexperte Steffen Kailitz (l.) und Marcus Oertzel  bei der Diskussionsfahrt in der Tram. Eine TU-Mitarbeiterin protokolliert ihre Ideen. Das Pilotprojekt soll den Wissenschaftlern neue Impulse für die Forschung aus dem Alltag der Dresdner geben.

Quelle: Anja Schneider

Dresden. Unter dem Motto „Wie wollen wir zusammen leben?“ haben Wissenschaftler der TU Dresden ihre Schreibtischstühle gegen die Sitze in der Straßenbahn getauscht, um mit interessierten Dresdnern ins Gespräch über das Zusammenleben in der Landeshauptstadt zu kommen. Das Pilotprojekt bildet den Abschluss des universitären Projekts „Courage – wissen, sehen, handeln!“ vom Zentrum für Integrationsstudien in Zusammenarbeit mit den Dresdner Verkehrsbetrieben (DVB).

Warum in der Straßenbahn? „Weil ein Raum nicht öffentlicher sein könnte“, erklärt die Koordinatorin des „Courage“-Projekts, Karoline Oehme-Jüngling und ergänzt, dass die gesellschaftliche Durchmischung in der Landeshauptstadt in der Tram am höchsten sei.

In Vier-Augen-Gesprächen können Professoren und Dozenten in den Sitzen der Straßenbahn mit Bürgern für rund eine halbe Stunde während der Rundfahrt vom Hauptbahnhof über Marien- und Albertbrücke diskutieren. Mit dabei waren unter anderem der Medizinprofessor Gerhard Ehninger und Professor Markus Tiedemann von der philosophischen Fakultät. Zu den Bürgergesprächen hatten sich 15 Personen angemeldet, 21 Plätze waren verfügbar. Am Startpunkt Hauptbahnhof konnten auch unangemeldete Gäste zusteigen. Bei der Auftaktfahrt um 15 Uhr unterhielten sich die Makrosoziologin Ina Krause und die Dresdnerin Marlis Straessner-Lacroix sowie der Extremismusforscher Steffen Kailitz vom Hannah-Arendt-Institut mit dem Dresdner Marcus Oertzel.

Unter dem Motto „Wie wollen wir zusammen leben?“ haben Wissenschaftler der Technischen Universität Dresden ihre Schreibtischstühle gegen die Sitze in der Straßenbahn getauscht, um mit interessierten Dresdnern ins Gespräch über das Zusammenleben in der Landeshauptstadt zu kommen.

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„Welche Kompetenzen sind für Kinder besonders wichtig, damit sie später im Beruf Erfolg haben werden?“, fragte Straessner-Lacroix die Arbeitsmarktexpertin. Zusammen diskutierten sie, welche Berufe in der Zukunft an Bedeutung gewinnen werden. Mitarbeiter der TU protokollierten das Gespräch. „Wir erhoffen uns neue Impulse für wissenschaftliche Studien“, sagt die Koordinatorin Oehme-Jüngling.  Die Dresdner sollen dabei als Alltagsexperten mit ihren Fragen den Professoren und Dozenten neue Denkanstöße geben und auch die Wissenschaftler den Bürgern neue Perspektiven aufzeigen.

Marucs Oertzel hatte schon bei der Anmeldung  seine Frage an den Extremismusexperten formuliert: „Wie kann man Grenzen in der Stadtgesellschaft überwinden?“. Neben der wissenschaftlichen Verwertung der Gesprächsergebnisse sollen einzelne Zitate aus den Diskussionen auf Postkarten gedruckt werden, die dann gratis in Dresdner Bars und Restaurants ausliegen werden. Das Projekt „Courage – wissen, sehen, handeln“ findet in Zusammenarbeit der Kontaktstelle „We Care“ sowie dem Zentrum für Weiterbildung der TU Dresden statt. Ziel des Projektes, das vom Ministerium für Kunst und Wissenschaft finanziert wird, war es, die Mitarbeiter und Studierenden der Universität für Rassismus im Alltag zu sensibilisieren. Der öffentliche Abschluss mit einer Tramfahrt gestern Nachmittag könne sich von einem Pilotprojekt zu einer festen Veranstaltung entwickeln, sagt Oehme-Jüngling.

tg

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