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Lokales Für Missbrauch der Tochter fast vier Jahre Haft
Dresden Lokales Für Missbrauch der Tochter fast vier Jahre Haft
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12:07 23.08.2018
Angeklagt waren zunächst 214 Fälle, 40 wurden wegbeschränkt. Quelle: dpa
Dresden

Weil er sieben Jahre lang seine eigene Tochter missbrauchte, ist Hans-Jürgen P. am Mittwoch vom Dresdner Landgericht zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und zehn Monaten verurteilt worden. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass sich der Vater zwischen September 1994 und Juni 2001 174-mal an dem Mädchen vergangen hat. Die Kleine war damals zwischen sieben und 13 Jahren alt.

Das Schema war immer das Gleiche: Er betrat, wenn die Mutter oder die ältere Stiefschwester nicht da waren, das Kinderzimmer, zog dem Mädchen die Bettdecke über den Kopf und missbrauchte es anal. Zunächst einmal wöchentlich, als der Angeklagte Arbeit fand, einmal im Monat. Erst als sich die Eltern scheiden ließen, hörte das Drama auf.

Angeklagt waren zunächst 214 Fälle, 40 wurden wegbeschränkt. „Ihre Tochter ist sieben Jahre lang mit der Angst ins Bett gegangen, dass sie vielleicht heute wieder missbraucht wird“, sagte der Vorsitzende Richter Andreas Ziegel.

Hans-Jürgen P. wies die Vorwürfe entschieden zurück. „Ich bestreite das rigoros, das ist ein verspäteter Racheakt“, erklärte der 59-Jährige. Seine Ex-Frau habe sich das zehn Jahre nach den angeblichen Vorfällen mit seiner Tochter und der Stieftochter ausgedacht, um ihm eine „reinzuwürgen“.

Das glaubte ihm das Gericht nicht, zumal die Anzeige von einer Freundin der Mädchen kam, die er vor Jahren ebenfalls missbrauchte, genau wie seine Stieftochter. „Was Ihre Tochter erzählt hat, deckt sich mit den Aussagen der anderen beiden Mädchen“, erklärte Ziegel.

Die Kinder hatten sich niemandem anvertraut, hatten versucht, allein damit klarzukommen und hatten über ein Jahrzehnt geschwiegen. Später trennten sich ihre Wege. Erst als die Freundin der Mädchen nach einem Klinikaufenthalt beschloss, ihr Leben neu zu ordnen, ging sie 2012 zur Polizei und zeigte Hans-Jürgen P. an. So kam die Sache ins Rollen.

Die Taten zum Nachteil der Stieftochter und deren Freundin sind inzwischen verjährt, so wurde nur über den sexuellen Missbrauch gegenüber der leiblichen und jüngeren Tochter verhandelt. Sonst wäre die Strafe für Hans-Jürgen P. wesentlich höher ausgefallen.

Von Monika Löffler

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