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Lokales Fünf Diebstähle, zwei Vermisste und eine Körperverletzung auf dem Striezelmarkt bisher
Dresden Lokales Fünf Diebstähle, zwei Vermisste und eine Körperverletzung auf dem Striezelmarkt bisher
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17:36 05.12.2017
Haben bei Streifengängen vor allem auf Taschendiebe einen Bick: Polizeikommissar Axel Friebe und Polizeimeisterin Müller auf dem Striezelmarkt. Quelle: Anja Schneider
Dresden

„Wo geht es hier zur Frauenkirche?“ Polizeikommissar Axel Friebe hat kaum den Transporter verlassen, der als mobile Striezelmarktwache an der Wilsdruffer Straße steht, da stellt ihm ein älterer Herr auch schon diese Frage. Während eine Kollegin dem Mann den kurzen Weg weist, muss Friebe, seit drei Jahren als Polizeiführer für Ordnung und Sicherheit auf dem Striezelmarkt verantwortlich, schmunzeln. „Diese Frage bekommen wir hier sehr oft gestellt“, sagt er. Nur nach der Toilette würden Striezelmarktpolizisten ähnlich häufig gefragt. „Mancher will auch wissen, wo der Striezelmarkt ist“, sagt Friebe. Dem könne dann sehr schnell geholfen werden.

Doch nicht nur die Touristen beschäftigen die in der Adventszeit auf dem Altmarkt stationierten Polizisten. Den zehn bis zwölf Beamten aus allen vier Dresdner Revieren, die in diesem Jahr von Wachpolizisten verstärkt werden, geht es in erster Linie ums Verbrechen. 25 Anzeigen hat die mobile Striezelmarktwache 2016 aufgenommen, die meisten wegen Taschendiebstählen. Dazu mussten 19 Personen gesucht werden, die im Trubel von 2,5 Millionen Besuchern verloren gegangen sind. Zwölf von ihnen waren Kinder.

Für sie gibt es in diesem Jahr eine Neuerung: An der Polizeiwache und im Marktbüro werden kostenlose Armbänder verteilt, auf denen Eltern ihre Telefonnummern notieren können. Taucht ein elternloses Kind an der Striezelmarktwache auf, können so die Eltern informiert werden. Ganz vermeiden lässt es sich wohl nicht, dass es Vermisste gibt. In diesem Jahr mussten schon zwei Kinder gesucht werden, das letzte am Montag.

Auch sonst ist die Wache eine Anlaufstelle für Suchende. 22 Fundsachen wurden dort 2016 abgegeben, fünf waren es bereits in diesem Jahr. Es handle sich dabei zumeist um Gegenstände, die auch gerne Mal von Taschendieben mitgenommen werden, also Schlüssel, Telefone und Portemonnaies. Wobei sich im vergangenen Jahr eine Vielzahl der aufgefundenen und ums Bargeld erleichterten Geldbörsen angezeigten Diebstählen zuordnen ließ. „Taschendiebstähle gibt es, das kann man nicht kleinreden“, sagt Polizeikommissar Friebe. Die Fallzahl stagniere jedoch in den letzten Jahren.

Gut möglich, dass die Markt-Polizisten daran ihren Anteil haben. Denn in der Regel sind sie während der Marktöffnungszeiten im Areal unterwegs. Auch in zivil und auf den anderen Weihnachtsmärkten zwischen Hauptbahnhof und Albertplatz. „Wir sind ansprechbar, machen Besucher auf Fehlverhalten aufmerksam, beobachten verdächtige Personen“, sagt Friebe. Die Präsenz soll Langfinger abschrecken und in Zeiten „abstrakter Gefährdungslagen“ für Sicherheitsgefühl sorgen. Gleichzeitig wächst das Aufgabenfeld. Auch Personen, die sich auffällig für die Nizzasperren interessieren, haben die Polizisten im Blick. Außerdem achten sie, nachdem ein Erpresser ein explosives Paket an eine Adresse in der Nähe des Potsdamer Weihnachtsmarkt geschickt hatte, auf verdächtige DHL-Pakete.

Was macht einen Striezelmarktpolizsiten aus? „Er muss geduldig sein und ein dickes Fell haben“, sagt Friebe. Gerade die weiblichen Beamten müssten sich zu vorgerückter Stunde von glühweingeschwängerten Herrenrunden fragwürdige Sprüche anhören. Immerhin – so viel auch mancher in den Glühweinbecher geblickt haben mag, friedlich ist es bisher geblieben.

Bis auf eine Körperverletzung. Die datiert allerdings auf eine Zeit, da war der Striezelmarkt eigentlich noch nicht eröffnet. Ein älteres Pärchen und eine Großmutter mit Enkel rangelte vor der Eröffnungszeremonie um die besten Plätze an der Bühne. Erst wurde die Enkelin geschubst und schubste zurück, dann wollte der Herr dem Mädchen eine Ohrfeige verpassen und traf ihre Oma. Der Fall landete in der Striezelmarktwache. Deren Leiter Friebe hat nach derlei Erlebnissen und Weihnachtsmarktdauerbeschallung übrigens am 24. Dezember noch Lust auf Weihnachten. „Da bin ich gemütlich mit der Familie zusammen, das ist doch ganz was anderes“, sagt er.

Von Uwe Hofmann

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