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Lokales Friederike Beier gestorben
Dresden Lokales Friederike Beier gestorben
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08:04 10.08.2017
Friederike Beier Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

Am vergangenen Sonntag ist Friederike Beier nach schwerer Krankheit im Alter von 73 Jahren gestorben. Den Neustädtern galt sie als die Großmutter der Bunten Republik. Als Gründungsmitglied der IG Äußere Neustadt war sie schon bei der Organisation der ersten Republik im Jahre 1990 dabei. Später, nach den schweren Ausschreitungen um die Jahrtausendwende engagierte sie sich wieder, war lebhafter und oft vermittelnder Bestandteil der Schwafelrunde.

Das Fest dann selber ließ sie lieber an sich vorbei ziehen. Fettbemmen verkaufend vor „ihrem“ Amselhof auf der Böhmischen Straße. In das Haus war sie in den 1980er Jahren eingezogen, als alle anderen, so sie konnten, aus der Neustadt flüchteten. Das war ihr Platz für die Heimat – hier stimmte das Bauchgefühl. Fortan war Friederike Beier aus der Neustadt nicht mehr wegzudenken.

Sie engagierte sich unter anderem für den Erhalt des Nordbades und die Errichtung des Spielplatzes an der Böhmischen Straße. 2001 trat sie gar als Oberbürgermeisterkandidatin an und erzielte mit 8,7 Prozent gegen die Herren Herbert Wagner und Ingolf Roßberg ein respektables Ergebnis.

Friederike Beier erlernte den Beruf einer Fachärztin für Allgemeinmedizin und wurde zusätzlich in den Bereichen Psychotherapie, Chirotherapie und Neuraltherapie ausgebildet. Lange Zeit war sie als Leiterin der Aids-Beratung im Gesundheitsamt Dresden tätig. Sie hat die Beratungsstelle aufgebaut. Ihren Arbeitsweg von der Böhmischen zur Bautzner Straße fuhr sie gern mit dem Rad.

2007 wurde sie für herausragende Leistungen im Kampf gegen HIV und Aids mit der Sächsischen Ehrenmedaille ausgezeichnet.

Nach der Bunten Republik Neustadt 2014 hatte sich Friederike Beier aus der Neustadt verabschiedet. Sie zog zu ihrer Tochter aufs Land nach Seifersdorf, einem Ortsteil von Wachau. Den Neustädtern gab sie damals in einem Interview noch mit, dass sie dankbar sein sollen, dass sie diesen Stadtteil hier haben, sonst würden sie im langweiligen Mief ersticken.

Die Beisetzung findet am Montag, 14. August 2017 um 13 Uhr auf dem Friedhof in Wachau, Ortsteil Seifersdorf statt.

Von Jan Frintert

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