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Lokales Freude über offenen Dialog am Ende der Ausstellung „Lampedusa 361“
Dresden Lokales Freude über offenen Dialog am Ende der Ausstellung „Lampedusa 361“
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15:02 15.02.2017
Fleißige Helfer säubern die Fotomatten und Beschriftungsschilder vor dem Transport. Die Ausstellung „Lampedusa 361“ soll bald auch in anderen deutschen Städten und im Ausland zu sehen sein.  Quelle: Maraike Mirau
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Dresden

Mit Küchenrolle bewaffnet haben sich am Mittwochmorgen rund 20 Helfer auf dem Theaterplatz eingefunden um die Kunstinstallation „ Lampedusa 361“ abzubauen. Heidrun Hannusch, die Vorsitzende des „Friends of Dresden Deutschland e.V.“, freute sich über die tatkräftige Unterstützung: „Jede Fotomatte und alle Beschriftungsschilder müssen vor dem Transport gesäubert werden. Durch den Frost in der Nacht muss oftmals zuerst das Eis abtauen und auch körperlich sind die Aufräumarbeiten beschwerlich, da jede Matte rund acht Kilo wiegt.“

Doch die Mühe hat sich für die Organisatoren gelohnt. Laut Kulturwissenschaftlerin Hannusch haben rund 20.000 Menschen die Ausstellung vor der Semperoper besucht, bereits zur Eröffnung waren es mehr als 500. „Das Interesse an der Ausstellung war sehr groß.“, berichtete Hannusch, „ich glaube, es lag vor allem daran, dass sich viele Menschen noch nicht mit dem Thema auseinandergesetzt haben und hier die Möglichkeit hatten zu den Opferzahlen in der Berichterstattung auch Gesichter zuordnen zu können. Ein großer Teil Dresdens hat die Ausstellung meiner Meinung nach auch als stillen Protest gegen Pegida genutzt, gerade die Bürger die nicht zu Demonstrationen auf die Straße gehen wollen.“

Laut der Vorsitzenden des „Friends of Dresden Deutschland e.V.“ und ihren Helfern herrschte auf dem Theaterplatz eine andächtige Stimmung, ähnlich emotional wie auf einem Friedhof. Lautstarke Proteste wie gegen das Monument auf dem Neumarkt blieben aus. „Die Menschen, die wirklich stören wollten, sind hinter den Zäunen geblieben“, berichtet Hannusch gegenüber DNN. Eine Helferin ergänzte, dass mit dieser Ausstellung auch in der Gesellschaft eine Schranke gefallen sei: „Ich hatte viele konträre Gespräche, auch mit Anhängern der Pegida-Bewegung, aber ich war immer wieder überrascht, wie sehr die Leute zugehört haben und bereit waren über die Ausstellung zu diskutieren.“

"Die Imagination eines Friedhofes im öffentlichen Raum führt immer zu kontroversen Diskussionen, die Empathie verlangt und zur Mitmenschlichkeit mahnt", ergänzt Dresdens Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Linke). „Die Landeshauptstadt Dresden ist für die mehrheitlich positive Resonanz dankbar, die wir während der Ausstellung aus allen Richtungen erhalten haben. Lampedusa 361 hat die Menschen in Dresden sehr ergriffen", so Klepsch weiter.

Die Organisatoren wollen die Ausstellung „Lampedusa 361“ auf jeden Fall weiterführen. „Im Moment befinden wir uns in Gesprächen mit Düsseldorf. Wir wollen die Kunstinstallation auch in anderen deutschen Städten zeigen. Da es die erste Ausstellung dieser Art ist und die Gräber in dieser Form noch nie gezeigt wurden, auch nicht in Italien, könnte ich mir zudem vorstellen die Kunstinstallation auch im Ausland auszustellen“, erklärt Heidrun Hannusch.

„Lampedusa 361“

Die Ausstellung „Lampedusa 361“ wurde als Gemeinschaftsprojekt des Vereins „Friends of Dresden Deutschland e.V.“ und der Stadt Dresden ins Leben gerufen. Zusammen mit zwei Künstlern hatte der Verein unter Leitung von Heidrun Hannusch die Ausstellung eigenständig konzipiert und finanzielle Unterstützung von der Stadt Dresden erhalten. In der Ausstellung „Lampedusa 361“ wurden auf 90 großformatigen Matten Fotografien von Flüchtlings-Gräbern auf Sizilien gezeigt. Die Kunstinstallation sollte auf das Schicksal der Opfer aber auch auf die große Leistung der italienischen Gesellschaft in Bezug auf die Flüchtlingshilfe aufmerksam machen.

Am Freitag wurde die Ausstellung Lampedusa 361 auf dem Theaterplatz eingeweiht. Bereits im Vorfeld wurde mit Protest gerechnet.

Von Maraike Mirau

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