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Lokales Freistaat saniert mit Millionenaufwand Foerster-Bau an der TU Dresden
Dresden Lokales Freistaat saniert mit Millionenaufwand Foerster-Bau an der TU Dresden
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10:13 03.03.2017
Der alte Chemiehörsaal wird vollständig umgebaut.   Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

„Schwefel.“ Finanzminister Georg Unland steht im Westflügel des Fritz-Foerster-Baus der TU Dresden. Die Wände sind abgehackt, alte Abzugsschächte werden abgerissen, Fußböden und Decken erneuert. Und trotzdem riecht es noch nach der Vergangenheit.

Das ursprünglich in den Jahren 1922 bis 1926 nach Plänen des Architekten Martin Dülfer für die Fakultät Chemie errichtete Gebäude wird gegenwärtig umfassend saniert und umgebaut, um darin die Verwaltung der TU Dresden unterzubringen. Dort, wo der Finanzminister beim Baustellenrundgang auf die alten Gerüche gestoßen ist, soll einmal die technische Leitzentrale der TU einziehen, weitere Verwaltungsbereiche wie Bau oder Immatrikulationsamt werden in dem Gebäude später ebenfalls vertreten sein. Bis zu 280 Mitarbeiter der TU-Verwaltung sollen hier Platz finden. Der Chemie-Hörsaal nahm früher etwa 400 Studenten auf, künftig ist er etwas kleiner, die 150 Studenten dürften aber in der Zukunft in weniger beengten Verhältnissen den Vorlesungen lauschen können. Darüber ist ein Mehrzweckraum für Veranstaltungen geplant, jetzt ist da noch alles dunkel und kahl, künftig werden Fensterfronten den Saal mit Licht durchfluten.

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„Chemie ist, wenn es pufft und kracht“ – Mit Millionenaufwand wird der Fritz-Foerster-Bau an der TU Dresden saniert. Statt der Chemie-Fakultät soll hier künftig die Univerwaltung einziehen.

Für Unland ist der Foerster-Bau als „bedeutendes Kulturdenkmal“ ein „weiteres Schlüsselgebäude für den Campus der TU Dresden“. Ulf Nickol, der Leiter des Staatsbetriebs Sächsisches Immobilien- und Baumanagement, dem Grundstücksverwalter des Freistaats, ergänzt, dass nach der Sanierung wieder ein Durchgang aus Richtung Beyer-Bau hinauf zum Rektorat auf der Mommsenstraße entstehen soll. Die Baukosten sollen voraussichtlich etwa 45 Millionen Euro betragen, das Geld kommt vom Land, dem Bund und der Europäischen Union. Die tausenden Mitarbeiter der größten sächsischen Universität sollen auch vernünftige Arbeitsbedingungen haben.

„Fertig sind wir noch lange nicht“, erklärt der Finanzminister. Überall sind rohe Wände zu sehen, Treppen mit Holz abgedeckt, Metallteile und Leitungen ragen aus dem Boden. Am Ende sollen hier auch Aufzüge und Hubpodeste dafür sorgen, dass alles weitgehend behindertengerecht zugänglich ist.

Seit 2010 liefen die Planungen für die Sanierung. Lange stand die künftige Nutzung in der Diskussion, sorgten die erheblichen Altlasten für Kopfzerbrechen. „Chemie ist, wenn es pufft und kracht“, sagt der Minister. Dabei viel im Foerster-Bau offenbar auch manchmal etwas unter den Tisch. Wie sich beim Öffnen der alten Böden herausstellte, war nicht selten Quecksilber dabei. Das giftige Schwermetall gehört in die höchste Schadstoffklasse, als gefährlich gelten vor allem die Konzentrationen in der Raumluft. Mühsam musste nach den Quellen gesucht werden, die sich auch in manchem Abflussrohr befanden. Letztlich wurden etwa 650 Gramm entsorgt, ein einziger Tropfen kann einen ganzen Raum kontaminieren. Allein die Quecksilber-Sanierung verschlang 3,1 Millionen Euro und viel, viel Zeit. „Mit den Amalgamfüllungen haben es viele auch im Mund“, bremst der Naturwissenschaftler Unland, der vor seiner Berufung zum Finanzminister 2008 jahrelang Rektor der Berguniversität Freiberg war, die Sorgen um das Edelmetall. Aber natürlich musste es raus aus dem Haus, genauso wie die alten Belastungen in den Abzugsschächten. Statt wie heute aus Metallröhren waren die in dem alten Gebäude gemauert. Die porösen Ziegel speicherten die Abgase. Der SIB ließ sie zunächst reinigen und dann abreißen, damit konnten die Altlasten getrennt entsorgt und Kosten gespart werden. Ganz ist der Geruch noch nicht verflogen. „Wenn alles gut geht“, so Unland, soll die Sanierung im Sommer 2019 abgeschlossen sein. Und der Minister fügt hinzu: „Aber man weiß ja nie, welche Überraschungen wir noch erleben.“

Fritz Foerster

Der Fritz-Foerster-Bau erhielt seinem Namen im Jahr 1954 im Gedenken an den bedeutenden Chemiker Fritz Foerster (geb. am 22. Februar 1866, gest. am 14. September 1931). Foerster war ab 1895 zunächst als Dozent für Spezielle Elektrochemie, später als Professor und Lehrstuhlinhaber für anorganische und anorganisch-technische Chemie an der TU Dresden tätig. In den Jahren 1917/1918 war Fritz Foerster Rektor der Hochschule.

Von Ingolf Pleil

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