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Lokales Freimaurer-Kunstwerke von Bildhauer Ernst Rietschel wieder aufgestellt
Dresden Lokales Freimaurer-Kunstwerke von Bildhauer Ernst Rietschel wieder aufgestellt
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12:00 24.05.2017
Bildhauer Roland E. Vogel aus Ansbach hat die beiden Sphingen in 650 Arbeitsstunden wieder flott gemacht. Quelle: Foto: Freimaurerstiftung Dresden
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Dresden

Dr. Michael Hesch waren die zu Nazizeiten in Ungnade gefallenen Sandsteinrequisiten vor dem Haupteingang seiner Einrichtung ein Dorn im Auge. Der Direktor des Museums für Rassenkunde und Völker- und Tierkunde Dresden auf dem Gelände der Herzogin Garten lies die beiden Sphingen einfach im angrenzenden Park vergraben. So lagen die beiden Sandsteinkolosse fast 75 Jahre unentdeckt und schon fast vergessen unter der Erde und galten als Kriegsverlust. Heute werden die beiden restaurierten Großplastiken am Logenhaus der Freimaurer auf der Tolkewitzer Straße wieder aufgestellt.

Die Arbeiten des Dresdner Bildhauers Ernst Rietschel zierten zuvor schon einmal den Eingang eines Logenhauses der Dresdner Freimaurer an der Herzogin Garten, bis das Gebäude nach dem Freimaurerverbot 1935 seiner neuen Bestimmung zugeführt wurde. Bereits 1937 abgebaut, wurden die Sphingen schließlich fünf Jahre später auf Anweisung des Museumsdirektors vergraben – und blieben so gut geschützt vor dem Bombenhagel durch die Alliierten. Erst einem Baggerfahrer oblag es im Jahr 2014, einen ungewöhnlichen Fund auf seiner Baustelle zu machen.

Die beiden Großplastiken wurden daraufhin recht gut erhalten – aber jeweils mit abgetrennten Köpfen – freigelegt und sichergestellt. Im Juli 2012 hatte die Freimaurerstiftung Dresden das Grundstück des ehemaligen Logenhauses verkauft, sich vertraglich aber die Rechte an möglichen Bodenfunden zusichern lassen. „Wir haben die Sphingen dann in meine Werkstatt gebracht und uns ein Konzept zur Restaurierung und Wiederaufstellung überlegt“, sagt Bildhauer und Freimaurer Elmar Vogel.

Neben den abgebrochenen Köpfen sind durch die Baggerschaufeln auch einige Partien der Sphingen zertrümmert worden, die teilweise eine vollständige Rekonstruktion erforderten. Für die Restaurierung und Wiederherstellung der Figuren konnte die Stiftung den Ansbacher Bildhauer und ebenfalls Freimaurer Roland E. Vogel gewinnen, der in etwa 650 Arbeitsstunden beide Sphingen wieder auf Vordermann brachte. „Glücklicherweise existieren noch die Steinbrüche von damals, deshalb konnten wir originales Material verwenden“, erklärt Elmar Vogel. Nachdem die Köpfe wieder auf die Sphingenkörper befestigt worden waren, rekonstruierte Vogel die fehlenden Elemente mit einem speziellen Restaurierungsmörtel, sogenannter Steinersatzmasse, die in Farbe und Körnung exakt auf das originale Gestein angepasst wurde.

Gemeinsam mit dem Denkmalamt entschied sich die Freimaurerstiftung für das Logenhaus auf der Tolkewitzer Straße als neuen Standort für die Sphingen. Dort sind derzeit die sogenannte Apfelloge und die Schwerterloge beheimatet. Knapp drei Jahre nach dem Fund an der Herzogin Garten werden dort heute gegen 11 Uhr die beiden großen Sandsteinrequisiten mit einem Spezialkran auf bereits vorbereitete Sockel gesetzt. „Wir gehen davon aus, dass die Sphingen nun 50 bis 60 Jahre unbeschadet dort stehen können“, erklärt Vogel.

Von Sebastian Burkhardt

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