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„Freie Männer von gutem Ruf“

Großlogentreff der Freimaurer in Dresden „Freie Männer von gutem Ruf“

Carsten Hacker hat derzeit alle Hände voll zu tun. Denn der Freimaurer und Stuhlmeister der Loge „Zu den ehernen Säulen“ erwartet gemeinsam mit seiner Bruderschaft am Mittwoch rund 300 Freimaurerkollegen aus ganz Deutschland zum jährlichen Großlogentreffen, dass in diesem Jahr in Dresden stattfindet.

Carsten Hacker ist Stuhlmeister der Dresdner Freimaurerloge „Zu den ehernen Säulen“. Im „Tempel“ an der Königsbrücker Straße werden die Riten durchgeführt.

Quelle: Sebastian Burkhardt

Dresden. Carsten Hacker hat derzeit alle Hände voll zu tun. Denn der Freimaurer und Stuhlmeister der Loge „Zu den ehernen Säulen“ erwartet gemeinsam mit seiner Bruderschaft am Mittwoch rund 300 Freimaurerkollegen aus ganz Deutschland zum jährlichen Großlogentreffen, dass in diesem Jahr in Dresden stattfindet. „Wir haben knapp zwei Jahre geplant und freuen uns, erstmals ein Großlogentreffen in Ostdeutschland ausrichten zu dürfen“ sagt der 55-Jährige.

Neben einer Tagung im Hilton-Hotel bei der es um aktuelle Themen und um die Frage „Was hat die Freimaurerei uns heute zu sagen“ geht, stehen bis zum Freitag unter anderem gemeinsame Tempelarbeiten, ein Dampferausflug und die Verleihung des Freimaurer-Kunstpreises an den Dresdner Schriftsteller Uwe Tellkamp auf dem Programm.

Dass die Großloge am Mittwoch nach Dresden einlädt, ist dem Organisationstalent von Carsten Hacker und seiner Bruderschaft zu verdanken. Die Säulenloge verwirklichte in den zurückliegenden Jahren bereits einige Großveranstaltungen für die Freimaurer in der Region. Deshalb entschied sich Großmeister Stephan Roth-Kleyer von der „Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland“ – mit ihren fast 10.000 Mitgliedern die bedeutendste deutsche Großloge – für Dresden als diesjährigen Ausrichter.

Zum anderen pflegt die Freimaurerei in der Landeshauptstadt eine lange Tradition. „Zu Spitzenzeiten gab es allein in Dresden knapp 9000 Freimaurer in den drei großen Logen“, erklärt Hacker. Bereits 1738 gründete sich die erste Dresdner Loge unter dem Namen „Zu den drei weißen Adlern“, aus der sich später auch neben acht weiteren die drei heutigen Logen „Zu den ehernen Säulen“, „Zu den drei Schwertern“ und „Zum Goldenen Apfel“ bildeten.

Verboten und verjagt im Dritten Reich sowie in der DDR dauerte es bis 1992, ehe sich die Schwerterloge in Dresden neu formierte. Aus ihr heraus gründete sich dann vor drei Jahren unter der Leitung von Carsten Hacker die Säulenloge. “Zusammen mit der Apfelloge haben wir in Dresden derzeit etwa aktive 100 Freimaurer“, sagt Hacker.

In der Säulenloge trifft man sich unter den derzeit 28 Mitgliedern etwa vier mal im Monat für einfache Gesprächsrunden und Rituale im „Tempel“ an der Königsbrücker Straße. Dabei geht es oftmals um Philosophisches, Esoterisches oder aktuelle Themen. Politik und Religion hingegen bleiben draußen. „Da herrscht zu viel Streit- und Konfliktpotential. Und das tut auch inhaltlich nichts zur Sache“, erklärt Hacker. Ziel der Freimaurerei sei es nämlich nicht – wie oftmals spöttisch behauptet –, die Weltherrschaft an sich zu reißen oder sich über andere zu stellen. „Humanität steht bei uns an erster Stelle. Jeder Freimaurer soll sich Stück für Stück zu einem besseren Menschen entwickeln“, so der Stuhlmeister.

Auch der den Freimaurern oft nachgesagte Reichtum oder die im Keller versteckten Truhen voller Gold sind bei Hacker und seiner Bruderschaft noch nicht eingekehrt. 30 Euro Mitgliedsbeitrag zahlen die Freimaurer der Säulenloge monatlich. „Davon bezahlen wir Miete, den Beitrag an die Großloge und einen kleinen Rest sparen wir“, rechnet Hacker vor.

Mitglied werden bei den Freimaurern kann eigentlich jeder, der nicht vorbestraft oder in politisch extremen Regionen unterwegs ist. „Da halten wir uns an den einfachen Freimaurer-Leitfaden, nach dem Motto ’Jeder freie Mann von gutem Ruf’“, erklärt Hacker. Trotzdem werbe man nicht aktiv um neue Freimaurer, denn man könne nicht alle aufnehmen.

Außerdem könne so ein Aufnahmeprozess mit mehreren Gastabenden durchaus bis zu einem Jahr dauern. „Der Anwärter muss menschlich in unsere Bruderschaft passen.“ Wichtig sind gemeinsame Werte und Interessen. Beruf, Einkommen oder sozialer Status hingegen spielen kaum eine Rolle. „Wir sind ein bunter Mix, vom Schichtarbeiter und Studenten bis zum Regierungsmitglied“, so Hacker. Zudem sei das Durchschnittsalter von rund 43 Jahren in der Säulenloge „gut zehn bis 15 Jahre unter dem Bundesschnitt.“

Frauen sind nach wie vor von der klassischen Freimaurerei ausgeschlossen. Doch mittlerweile gibt es in Dresden – im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Städten – eine eigene und selbstständig organisierte Frauenloge namens „Momentum“.

Von Sebastian Burkhardt

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