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Lokales Fraunhofer schneidert mit Elektronen organische Farbbildschirme
Dresden Lokales Fraunhofer schneidert mit Elektronen organische Farbbildschirme
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10:30 08.08.2018
Dresdner Fraunhofer-Ingenieure strukturieren mit Elektronenstrahlen winzige Oled-Bilschirme so, dass sie auch Farben mit hoher Auflösung zeigen können. Quelle: Foto: Fraunhofer-FEP
Dresden

Fraunhofer-Ingenieure aus Dresden haben einen Weg gefunden, besonders brillante Mini-Farbbildschirme aus organischen Materialien mit Elektronenkanonen zu erzeugen. Für leichtere Datenbrillen, digitale Medizintechnik und elektronisch aufgerüstete Textilien wären solche dünnen und leistungsstarken Displays sinnvoll einsetzbar, schätzten die Forscher des „Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik“ (FEP) aus Dresden ein.

Mikrobildschirme werden heute schon in Datenbrillen eingebaut, um dem Träger virtuelle und erweiterte Welten („VR“ und „AR“) vor Augen zu führen. Als gut geeignet gelten Anzeigen aus „organischen Leuchtdioden“ (Oled), die sehr dünne Bauweisen ermöglichen. Damit diese kleinen Displays farbige Bilder, Videos und Spiele zeigen können, werden sie aber meist mit zusätzlichen Farbfiltern und Schattenmasken versehen. Diese Filter und Masken mindern aber die Leuchtkraft und Auflösung der Bilder.

Nun haben die sächsischen Fraunhofer-Experten ein Verfahren gefunden, um mit Elektronenstrahlen die Oleds direkt mit Farbpixeln zu strukturieren: Sie leiten den Strahl durch die durchsichtige Schutzschicht der Oled hindurch und schmelzen dort Berge und Täler hinein. Dabei verändern sie die Dicke der Ladungsträgerschichten. Dadurch können die organischen Schichten an diesen Stellen unterschiedliche Farben darstellen. „Mit unserem Elektronenstrahl-Verfahren ist es möglich, auch solche sensiblen, organischen Materialien thermisch zu strukturieren, ohne darunterliegende Schichten zu schädigen“, betonte FEP-Entwicklerin Elisabeth Bodenstein.

Bis zu serienreifen Datenbrillen mit solch farbstarken Oled-Bildschirmen ist allerdings noch sehr viel Aufwand zu betreiben. Auch bleibt abzuwarten, auf welches Tempo die Dresdner mit ihrer Elektronenstrahl-Technik kommen.

Zunächst wollen sie ihre Ergebnis-­­­ se auf der Bildschirmtechnik-Tagung „International Meeting on Information Display“ (IMID) vorstellen, die vom 29. bis zum31. August in Busan in Südkorea stattfindet.

Von Heiko Weckbrodt

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