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Lokales Frauke Petry steht Dresdner Berufsschülern Rede und Antwort
Dresden Lokales Frauke Petry steht Dresdner Berufsschülern Rede und Antwort
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18:57 28.09.2017
Frauke Petry stellte sich den Fragen zu ihrer ehemaligen Partei AfD, aber auch zu Themen wie Familien- oder Energiepolitik. Quelle: Anja Schneider
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Dresden

Derzeit herrscht in Deutschland wohl um kaum eine Politikerin so viel Trubel wie um Frauke Petry. Nach ihrem Austritt aus der AfD stellt sich für viele die Frage, wohin der politische Weg der frisch gewählten Bundestagsabgeordneten führt. Diese Frage bekam Petry auch am Donnerstag gestellt und beantwortete sie nicht, als sie sich im Beruflichen Gymnasium der „Semper Schulen“ den Fragen von gut 40 Schülern stellte. Der Termin in Dresden war Teil eines Projekts zur Bundestagswahl der zwölften Klassen.

Frauke Petry zu Gast an den Dresdner Semperschulen

„Ziel ist es, bei den Schülern politisches Interesse zu wecken“, sagt Fachbereichsleiterin Christine El Alaoui zum Projekt. „Einige waren dieses Jahr bereits Erstwähler. Sie befinden sich in einem Alter, wo sie bewusste Entscheidungen treffen, die ihre Zukunft beeinflussen.“ Unter anderem stand am Montag ein Besuch im Landtag auf dem Programm, wo die Abgeordneten Patrick Schreiber (CDU) und Sarah Buddeberg (Linke) Rede und Antwort standen. „Diese haben ihr parteipolitischen Interessen hinten angestellt“, berichtet El Alaoui. „Ihnen war es wichtig, den Schülern Politik zu erklären und erlebbar zu machen.“ Die Resonanz bei den Schülern ist positiv. „Es ist interessant, weil es um die Zukunft geht“, sagte Schüler Bekir Arik. „Die Politiker dabei selbst zu befragen, ist natürlich das Highlight.“

Die erste Frage, mit der die Schüler Petry löcherten, zielte gleich auf die politische Ausrichtung ihrer früheren Partei AfD ab: „Warum fällt es der Partei so schwer, sich von einer rechten Position zu distanzieren und zum Beispiel Björn Höcke aus der Partei zu werfen?“ Petry mahnte zunächst an, bei den Begriffen „rechts“ und „links“ kein Schwarz-Weiß-Denken zu praktizieren. „Bei links haben die Leute gleich ein gutes Gefühl, bei rechts haben sie Angst. Diese Auffassung von gut gegen böse ist falsch.“ Dass die Partei heute nicht mehr viel mit der AfD von 2013 zu tun habe, betonte Petry mehrfach. „Damals waren wir bürgerlich-liberal und konservativ. Ein Björn Höcke hätte bei uns kaum Aufmerksamkeit bekommen.“ Aussagen, die das Tor für den rechten Flügel öffneten, ließen Diskussionen entstehen, die am Parteiprogramm vorbeigingen.

Viele Menschen in Deutschland seien wütend auf die Regierung, weil sie sich von der Politik allein gelassen fühlten. Der Erfolg der AfD bei diesen Wahlen und das Wahlergebnis an sich sei darauf zurückzuführen, dass „die großen Parteien noch nie einen solch grottigen Wahlkampf geführt haben. Das haben die Wähler abgestraft.“ Die Parteistrukturen bei diesen erinnere sie an jene der SED in der DDR. In der schnelllebigen Welt müssten Parteien flexibler sein. „Man muss nicht immer auf eine jahrzehntelange Historie zurückblicken können. Emmanuel Macron hat in Frankreich vor seiner Präsidentschaftskandidatur eine neue Partei gegründet. Sebastian Kurz hat in Österreich für die anstehenden Nationalratswahlen seine eigene Partei gekapert und umstrukturiert.“

Auf die Frage nach der Familienpolitik war Petry der Meinung, dass man individuelle Strukturen unterstützen müsse. „Früher wurden Frauen als Rabenmütter beschimpft, wenn sie wieder arbeiten gehen wollten, heute werden Mütter als Heimchen belächelt, wenn sie ihr Kind nicht in die Krippe schicken sondern selbst da sein möchten. Diese Alternativen sollten beide offen stehen.“ Frauen würden im Arbeitsprozess gebraucht, sonst hätte man in Deutschland zu wenig Arbeitnehmer. Gleichzeitig würden Kinder aber als Hindernis bei der Arbeitsvermittlung dargestellt und Halbtagsstellen nicht gefördert.

Fachbereichsleiterin El Alaoui betrachtete den Termin als großen Erfolg. „Es ist viel Stoff, aus dem jeder seine Lehren ziehen kann.“ Am Mittwoch war bereits Arnold Vaatz (CDU) zu Gast, der seine Partei nicht als Gewinner der Wahl sah und ihr Abschneiden sehr viel kritischer betrachtete als Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Im Dezember wird Linke-Chefin Katja Kipping in der Schule zu Gast sein.

Von Gerrit Menk

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