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Lokales Frank Richter: Pegida trägt heute sektenähnlichen Charakter
Dresden Lokales Frank Richter: Pegida trägt heute sektenähnlichen Charakter
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12:09 24.10.2017
Frauenkirche-Pfarrer Sebastian Feydt (l.) und Stiftungs-Geschäftsführer Frank Richter vor der Frauenkirche, die immer wieder auch als Kulisse für Pegida-Versammlungen dienen muss. Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

Der frühere DDR-Bürgerrechtler Frank Richter hat die islam- und fremdenfeindliche Pegida-Bewegung mit einer Sekte verglichen. „Bestimmte Elemente wie ein ziemlich geschlossenes Weltbild, das von Gegenargumenten nicht erschüttert werden kann, die ritualisierte Form des wöchentlichen Zusammenkommens, das starke Zusammengehörigkeitsgefühl und anderes ähneln dem, was man auch bei Sekten beobachten kann“, sagte Richter in einem Interview mit den Dresdner Neueste Nachrichten. Diese Wahrnehmung betreffe das Phänomen im Ganzen, nicht unbedingt den einzelnen Menschen.

Richter, heute Geschäftsführer der Stiftung Frauenkirche, hatte sich in seiner vorherigen Tätigkeit als Direktor der Landeszentrale für politische Bildung in Sachsen lange Zeit um einen Gesprächsfaden zu Pegida-Leuten bemüht. Das brachte ihm auch Kritik ein. In dem Interview findet er klare Worte. Auf die Frage, was Pegida heute ausmacht, sagt Richter unter anderem: „Auf einer zweiten Beobachtungsebene sehe ich Menschen, die empört sind, Wut und zum Teil Hass in sich tragen. Ich sehe Menschen, die hetzerischen Reden gegen den Islam, gegen Fremde und eine vermeintliche Überfremdung zuhören und ihnen applaudieren.“

Nach Angaben Richters gab es anfangs bei Pegida viele verschiedene Themen. „Heute sehe ich sie als tendenziell nationalistische, islamophobe und demokratiefeindliche Bewegung“, sagte er.

Das komplette Interviw finden Sie hier oder in der gedruckten DNN vom Dienstag!

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