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Lokales Fortschreitende Faulbrut-Seuche hält Dresdner Imker in Atem
Dresden Lokales Fortschreitende Faulbrut-Seuche hält Dresdner Imker in Atem
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15:26 15.09.2017
Zahlreiche Bienenlarven sind durch die Faulbrut gefährdet. Quelle: dpa-Zentralbild
Dresden

Möglicherweise noch Jahre könnte es dauern, bis die sich immer weiter ausbreitende Bienenseuche Faulbrut in Dresden vollständig bekämpft sein wird. Im Vergleich zu anderen Schwarmkrankheiten gibt es „bei der Sanierung dieses Problems deutlich mehr zu tun“ erklärt Lutz Meißner, Abteilungsleiter für Tierschutz und Tierseuchenbekämpfung beim Dresdner Veterinäramt.

Wissenswertes zur Faulbrut-Seuche

Art der Krankheit: Sporenbildendes Bakterium mit hoher Überlebensfähigkeit und Infektionsdosis (2,5 Milliarden Sporen/Wabe)

Gefährdung: langsame und prozessweise Zerstörung der Larven; Für Menschen ungefährlich

Anzeichen für Seuche: zersetzte Brut, fadenziehende Masse, Futterkranzprobe mit Sporenbelastung, eingefallene oder löchrige und bräunlich gefärbte Wabendeckel

Vorsorge: Jährlicher Wechsel der Waben, eigenes Werkzeug und Schutzbekleidung pro Bienenstandort, leere Bienenwohnungen verschließen, kein Material im Freien lagern, Drohnenbrut nicht verfüttern

Vorkommen in Dresden: Bislang im Westen der Stadt (Sperrgebiete siehe Text)

Meldepflicht bei Verdacht auf Faulbrut: Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt unter 408 05 11 oder per Mail an Veterinaeramt@dresden.de

Imker und Behörden kommen nur sehr langsam gegen die hartnäckigen Erreger an und konnten seit der Entdeckung der Seuche im Sommer 2016 gerade mal einen Sperrbezirk in Gompitz aufheben. Nach wie vor sind bis mindestens 2019 An- und Verkäufe und Wanderungen aus den betroffenen Bereichen in Pieschen, Cossebaude, Priesnitz, der Hellersiedlung und der Schlachthofinsel sowie der am schlimmsten befallenen Gegend Mobschatz im Westen der Stadt verboten.

rot und gelb markierte Sperrgebiete in Dresden Quelle: PR Stadt Dresden

Die Ursache der erstmals in den USA nachgewiesenen Faulbrut ist in Dresden immer noch unbekannt. Erwerbs- und Hobbyimker sind gesetzlich verpflichtet, einen Sporenfund bei den Behörden zu melden, jedoch bei der Verhütung und Bekämpfung des Problems mit Verweis auf das Tiergesundheitsgesetz weitestgehend auf sich alleine gestellt. Sie können aber mit einer finanziellen Entschädigung rechnen, wenn sie nachweislich nicht zur Weiterverbreitung der Krankheit beigetragen haben.

Für den Menschen stellt die Krankheit „keine Gesundheitsgefahr“ dar, man könne laut Meißner den Honig infizierter Bienen, in dem ein dunkelbrauner Rückstand am Boden zu sehen ist, „bedenkenlos essen, aber nie an Bienen weiterverfüttern“.

Durch Einhaltung der üblichen Hygienestandards und ein wachsames Auge auf erste Anzeichen der Erreger kann ein Ausbruch vorgebeugt oder zumindest aufgehalten werden, denn bereits eine infizierte Wabe belegt das Auftreten der Seuche. Wenn im Bienennest löchrige, eingefallene und dunkelbraune Waben zu erkennen sind, ist es ratsam, mit einem Streichholz zu untersuchen, ob der Honig zudem auch dunkelbraune Fäden zieht. Eine Bestätigung des Verdachts muss den Behörden gemeldet werden. In DDR-Zeiten nutzte man zur Prävention üblicherweise Antibiotika, was heutzutage allerdings verboten ist.

Von Katharina Jakob

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