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Lokales Forsa-Umfrage: Dresdner sehen Pegida als größtes Problem der Stadt
Dresden Lokales Forsa-Umfrage: Dresdner sehen Pegida als größtes Problem der Stadt
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23:36 09.09.2015
Archivbild vom 12. Januar Quelle: dpa
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Nur drei Prozent gaben an, schon einmal an einer Pegida-Demonstration teilgenommen zu haben, weitere acht Prozent konnten sich aber vorstellen, das vielleicht einmal zu tun. 89 Prozent lehnten eine Teilnahme ab. Befragt wurden vom 28. Januar bis 2. Februar 1016 repräsentativ ausgesuchte Wahlberechtigte in Dresden.  

79 Prozent der Dresdner sind demnach der Meinung, dass Pegida dem Ansehen der Stadt schade. Das Problem wird mit Abstand am häufigsten genannt - vor Verkehrsproblemen oder Problemen mit der lokalen Politik, die 16 beziehungsweise 13 Prozent als größtes Problem erachten.

Während bundesweit 75 Prozent mit dem demokratischen System zufrieden sind, sind es in Dresden nur 69 Prozent der Befragten - in ganz Ostdeutschland sind es mit 61 Prozent sogar noch weniger. Mit der aktuellen Politik ist nur ein Drittel der Dresdner zufrieden - bundesweit sind es 62 Prozent. Während bundesweit mehr als die Hälfte der Befragten der Meinung ist, dass der Islam zu Deutschland gehört, sind es in Dresden nur 38 Prozent. Die 18- bis 29-jährigen (60 Prozent) und die 30- bis 44-jährigen Dresdner (50 Prozent) stehen dabei eher im Einklang mit dem bundesweiten Durchschnitt.

Nur 18 Prozent der Dresdner glauben laut der Umfrage, dass eine Mehrheit der Dresdner hinter Pegida steht. Lediglich für Anhänger der AfD hat Pegida in der Stadt Rückenwind. Während 39 Prozent der Dresdner glauben, Pegida-Teilnehmer stünden in der Mitte der Gesellschaft, meinen 46 Prozent, dass Pegida eine Minderheit am rechten Rand ist.   „Die, die an solchen Aufmärschen teilnehmen oder teilgenommen haben, sind eindeutig anfällig für Fremdenhass und rechtsradikales Gedankengut“, sagt Forsa-Chef Manfred Güllner, „das belegen sämtliche Zahlen unserer Erhebung.“

"In den nächsten Monaten kommt es darauf an, dass wir aller Welt deutlich machen: Die große Mehrheit der Dresdnerinnen und Dresdner möchte nicht, dass Abschottung und Fremdenfeindlichkeit das Gesicht unserer Stadt sind! Die Mehrheit der Dresdnerinnen und Dresdner möchte eine liebenswerte Stadt, die gern von Menschen aus aller Welt besucht wird, die genauso gern Lebensort für Menschen aus aller Welt ist", so der Dresdner Linke-Stadtrat Tilo Kießling, am Nachmittag.

Die Forsa-Umfrage ist die erste größere repräsentative Befragung seit dem Erstarken von Pegida in Dresden. In den vergangenen Wochen gab es mehrere Befragungen unter Pegida-Demonstranten, die aber allesamt nicht allgemeingültig waren. So hatte der Dresdner Politikwissenschaftler Hans Vorländer in seiner Studie gemessen, dass der typische Anhänger der Pegida-Bewegung mittleren Alters, männlich, aus Sachsen, gut ausgebildet ist und über ein vergleichsweise gutes Einkommen verfügt.  

Eine weitere Studie seines Kollegen Werner Patzelt hatte Anfang Februar ergeben, dass 30 Prozent der Pegida-Teilnehmer fremdenfeindlich sind, während Patzelt zwei Drittel als „gutwillig“ einschätzt. Beide an der TU Dresden entstandene Studien haben jedoch das Problem, dass sie nur eine kleine dreistellige Zahl der Pegida-Teilnehmer befragen konnten und vor allem die rechtsgerichtete Klientel jede Antwort verweigerte.

dpa / sl

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