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Lokales Fluthilfe 2.0: Interaktive Hochwasserkarte aus Dresden als "Ort im Land der Ideen" ausgezeichnet
Dresden Lokales Fluthilfe 2.0: Interaktive Hochwasserkarte aus Dresden als "Ort im Land der Ideen" ausgezeichnet
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18:23 09.09.2015
IT-Administrator Sven Mildner hat während des Juni-Hochwassers eine digitale Hochwasserkarte betreut, auf der sich freiwillige Helfer blitzschnell über die aktuelle Situation im Stadtgebiet informieren konnten. Quelle: Christian Juppe

Als sich immer mehr Menschen spontan organisierten, um wie an der Leipziger Straße ganze Stadtteile mit Sandsackwällen gegen die Wassermassen zu verteidigen.

"Ich dachte mir, dass den vielen freiwilligen Helfern bislang kein Instrument zur Verfügung steht, um sich einen Überblick über die Gesamtsituation zu verschaffen. Also zum Beispiel welche Dammabschnitte aktuell gefährdet und welche Straßen gesperrt sind oder wo sich Sandsackfüllstationen und Evakuierungszonen befinden", erklärt Mildner.

All dies bündelte seine interaktive Hochwasserkarte während der jüngsten Flutkatastrophe auf Basis eines Google-Stadtplans von Dresden. "Unsere Informationen bezogen wir hauptsächlich über die sozialen Netzwerke, zum Beispiel Facebook, und von vielen freiwilligen Helfern vor Ort. Diese Daten wurden ausgewertet und auf der Karte in geeigneter Form visualisiert", erinnert sich Mildner.

Innerhalb der drei besonders kritischen Tage rund um den 6. Juni sei die Hochwasserkarte über drei Millionen Mal aufgerufen worden. Zu Spitzenzeiten erfolgten über 1000 Zugriffe pro Minute. Sven Mildner und eine Handvoll Helfer aktualisierten die hinterlegten Daten ebenfalls im Minutentakt. Aus Sicht des 29-jährigen Dresdners bietet digitale Fluthilfe immer größeres Potenzial.

"Viele junge Erwachsene haben sich beim Juni-Hochwasser für das Wohlbefinden von älteren Menschen eingesetzt, deren Keller ausgeräumt oder sogar Haustiere gerettet. Sie haben Aufgaben übernommen, für die die professionellen Einsatzkräfte keine Kapazitäten hatten", betont er. Doch eben auch solch spontane Hilfsbereitschaft muss in organisierte Bahnen gelenkt werden, damit sie effizient wirkt. Und da in diesem Jahr anders als beim Hochwasser 2002 Facebook und Twitter als Informationsnetzwerk eine wichtige Rolle spielten, kam Mildner die Idee mit der digitalen Flutkarte.

"Aus wirtschaftlicher Sicht macht es durchaus Sinn, sich diesem Thema nicht zu verschließen, denn freiwillige Helfer können entscheidend zur Entlastung der professionellen Einsatzkräfte beitragen", meint Mildner vor allem mit Blick auf die zusätzlichen Abordnungen aus anderen Bundesländern.

Das Projekt "Hochwasserkarte Dresden" war gestern Preisträger im Rahmen der deutschlandweiten Initiative "Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen". Seit 2006 prämiert sie Projekte, die einen nachhaltigen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit der Bundesrepublik leisten. Innovationen aus Deutschland soll auf diesem Weg zu mehr Bekanntheit im In- und Ausland verholfen werden. Schirmherrin des Wettbewerbs ist Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU).

Bereits ausgezeichnet wurden in der Vergangenheit über die Standortinitiative unter anderem die Dresdner Kinderstadt "Kitrazza" und die Komponistenklasse von DNN-Mitarbeiterin Silke Fraikin.

@www.land-der-ideen.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.10.2013

Christoph Stephan

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