Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Flutdiskussion in Dresden-Loschwitz – Anwohner fühlten sich beim Hochwasser allein gelassen
Dresden Lokales Flutdiskussion in Dresden-Loschwitz – Anwohner fühlten sich beim Hochwasser allein gelassen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:40 09.09.2015
Quelle: Hauke Heuer
Anzeige

Ortsamtsleiterin Sylvia Günther, Branddirektor Peter Friedrich, Torsten Krug und Andreas Herbst von der Drewag sowie Frank Männig von der Stadtentwässerung stellten sich den Fragen der Anwohner.

Diskussionsbedarf gab es eine Menge. Viele der Anwesenden fühlten sich alleine gelassen, als ihnen das Wasser bis zum Hals stand. „Niemand hat uns vorher darüber informiert, wann das Wasser, Strom und Gas abgestellt wird“, sagte einer der Anwohner und fügte hinzu, „zwar hat das Umweltamt eine äußerst informative Karte mit allen Wasserständen und Informationen in das Internet gestellt, ohne Strom konnten wir diese jedoch nicht einsehen“.

Große Kritik gab es auch an der Sand- beziehungsweise Sandsackvergabe. Die Loschwitzer fühlen sich im Gegensatz zu Gebieten in der Innenstadt zu kurz gekommen. „Mein Sohn ist mit unseren eigenen Sandsäcken zum Ausgabeplatz Hansastraße gefahren. Doch hier gab es nur Sand für die Leipziger Straße“, erregte sich ein Anwohner der Friedrich-Wieck-Straße.

Ortsamtsleiterin Sylvia Günther, die während der Flut im Urlaub weilte und gegen ihren Willen nicht zurückbeordert wurde, versprach bei einem zukünftigen Hochwasser, das „sicher kommen wird“, vieles besser zu machen. So sollen bei kommenden Hochwasserereignissen eine zusätzliche Sandsackausgabe für Loschwitz eingerichtet und das Ortsamt rund um die Uhr besetzt werden. „Wenn wir von der Stadt nicht das nötige Personal bekommen, binden wir die Bürger mit ein“, versprach Günther.

Die Vertreter von Drewag und Stadtentwässerung zogen ebenfalls ihre Lehren aus dem Hochwasser und kündigten Änderungen an der Infrastruktur an. So sollen die Stromschaltkästen im gesamten vom Hochwasser betroffenen Stadtgebiet in höhere Straßenabschnitte verlegt werden, um Abschaltungen und Schäden an der Technik zu vermeiden. Die Stadtentwässerung will darüber hinaus einen Abwasserkanal, der die Elbe auf Höhe des Blauen Wunders quert und den linkselbischen Abfangkanal mit dem rechtselbischen verbindet, ertüchtigen und ausbauen. Konkrete Pläne für das umfangreiche Vorhaben gebe es jedoch noch nicht, so Frank Männig.

Eine recht unterhaltsame Anekdote aus der Flutwoche gab Branddirektor Friedrich zum Besten. Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) wurde von Polizisten, die aus einem anderen Bundesland stammten, nicht zu ihrer Wohnung durchgelassen. Dabei bestand auf eine Entscheidung des Einsatzstabes hin, deren Leitung Orosz inne hatte, lediglich eine Evakuierungsempfehlung und keine Anordnung. „Der Polizeiführer hat hier auf eigene Faust eine Fehlentscheidung getroffen“, erklärte Friedrich das Verhalten der Beamten, über das sich viele Loschwitzer beschwerten.

Hauke Heuer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das befürchtete Glatteis ist in Dresden und Umgebung weitgehend ausgeblieben. Der Deutsche Wetterdienst hatte am Montagabend eine amtliche Warnung herausgegeben, die am Dienstagmorgen noch einmal bis 10 Uhr verlängert wurde.

09.09.2015

Im sächsischen Finanzministerium wird der Abriss der Neuen Mensa mittlerweile ernsthaft als eine mögliche Option diskutiert. Das Gebäude am Fritz-Foerster-Platz stammt aus den 1970er Jahren und steht seit 2008 unter Denkmalschutz.

09.09.2015

Dort, wo sonst die Operettengäste auf den Beginn eines Stückes warten, floss gestern das Blut in Strömen. Der DRK-Blutspendedienst Nord-Ost zog für einen Nachmittag in das Foyer der Staatsoperette um.

09.09.2015
Anzeige