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Lokales Flusspegel in Sachsen steigen vielerorts – Dresden kommt bisher glimpflich davon
Dresden Lokales Flusspegel in Sachsen steigen vielerorts – Dresden kommt bisher glimpflich davon
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18:04 09.09.2015
In Döblen tritt die Mulde bereits über die Ufer. Quelle: Thomas Lieb

In Leisnig, 15 Kilometer südöstlich von Grimma, stand das Wasser bei mehr als fünf Metern – normal sind hier dreieinhalb. Auch in Döbeln trat der Fluss an einigen Stellen über die Ufer, ebenso wurden aus der Region um Oschatz Überschwemmungen gemeldet.

Angesichts steigender Pegelstände rüsten sich zahlreiche Kommunen für den Ernstfall. „Sandsäcke und Pumpen stehen bereit, wir sind in Alarmbereitschaft“, sagte die Bürgermeisterin von Wechselburg (Landkreis Mittelsachsen), Renate Naumann (CDU), am Freitag. Die Gemeinde liegt direkt an der Zwickauer Mulde, die in einigen Ortsteilen bereits über die Ufer getreten ist. Derzeit gilt die Alarmstufe drei. An der Mulde in Rochlitz hat die Feuerwehr mobile Hochwasserschutzwände errichtet, im Landkreis Nordsachsen steht eine „operative Gruppe“ in Alarmbereitschaft. Das Landeshochwasserzentrum geht von weiter steigenden Wasserständen aus.

In Dresden und Umgebung ist die Situation bisher ruhig. Lediglich am Lockwitzbach wurde Alarmstufe zwei ausgerufen aber letztlich bis Freitagmittag nicht erreicht. Der Höchststand am Pegel in Kreischa wurde am frühen Freitagmorgen erreicht, seither ist dort der Wasserstand wieder leicht zurückgegangen. An Müglitz, Elbe oder Weißeritz steigen die Pegel zwar, haben bisher aber noch keine bedrohlichen Werte erreicht.

Allerdings hat das Wetter andere Auswirkungen. So wurde das Kinderfest der Dresdner Parkeisenbahn am Wochenende um eine Woche verschoben. Wegen durchgeweichter Plätze ist auch die austragung mehrerer Fußballspiele in der Stadt gefährdet. Auch die Parkeisenbahn selber fährt am Samstag nicht.

Pegelstände im Warnbereich waren am Freitagvormittag unter anderem an der Wilden Sau bei Wilsdruff und der Wesenitz zu verzeichnen. In Munzig an der Triebisch gilt die Alarmstufe 2.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte am Donnerstag eine Unwetterwarnung für weite Teile Sachsens herausgegeben, allerdings zogen die schlimmsten Niederschläge offenbar an Dresden vorbei. Am Freitagmorgen musste die Dresdner Feuerwehr lediglich an die Lingnerallee in der Pirnaischen Vorstadt ausrücken, um im Bereich des Wochenmarktes einen umgestürzten Baum zu beseitigen. "Ansonsten hatten wir keine Einsätze im Zusammenhang mit Wind, Regen und Hochwasser zu verzeichnen", berichtet Feuerwehrsprecher Thomas Mende. Vollgelaufene Keller habe es nicht gegeben.

Am Freitag droht vor allem in Süddeutschland erneut unwetterartiger Regen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sprach Warnungen insbesondere für das bayerische Alpenvorland aus. In den betroffenen Gebieten könnten bis Freitagabend lokal Regenmengen von bis zu 70 Litern je Quadratmeter, am Alpennordrand sogar von mehr als 120 Liter fallen, erklärte der DWD am Morgen in Offenbach. Auch in Mitteldeutschland gibt es noch keine Entwarnung. Zwar bleibt es bis zum Freitagnachmittag weitgehend trocken, am Abend ziehen dann aber wieder Gewitterwolken auf.

„In kurzer Zeit sind da 25 Liter pro Quadratmeter Regen möglich“, sagte DWD-Meteorologe Robert Scholz. Am Samstag zieht aus Richtung Polen ein weiteres, noch umfangreicheres Regengebiet an. Erst zum Wochenbeginn prognostiziert der Wetterexperte tendenziell Besserung.

Sächsische Landwirte fürchten um Ernteerträge – 6. Juni Startschuss für Erdbeerernte

Derweil fürchten die sächsichen Landwirte um ihre Ernte. „Langsam kommen wir in Schwierigkeiten“, sagte Pflanzenbau-Experte Andreas Jahnel vom Landesbauernverband. Einerseits lägen die Pflanzen wegen der Witterung in ihrem Wachstum zurück, zum anderen hätten vor allem Sommergetreide und Mais mit der Nässe zu kämpfen. „Teilweise steht der Regen und Schlamm auf den Feldern“, erklärte Jahnel. Mancherorts ertrinke die Saat geradezu oder könne nicht wachsen, weil Sauerstoff fehlt.

Zudem mangele es an Viehfutter. Das Gras auf den Feldern sei zu nass und könne nicht gemäht werden. Hält der Regen an, sieht Jahnel ernsthafte Probleme auf die Bauern zukommen. Ob es Ernteeinbußen gibt, sei noch nicht abzusehen - auf jeden Fall aber werde es eine um etwa drei Wochen verspätete Ernte geben.

Am 6. Juni soll in Sachsen der Startschuss für die Erdbeerernte fallen. Der Landesverband Sächsisches Obst will an dem Termin festhalten, auch wenn die Bedingungen alles andere als optimal sind. „Die Felder sind nass, es fehlt die Sonne“, sagte Vorsitzender Udo Jentzsch. Dennoch hoffen die Obstbauern, dass spätestens Mitte Juni die Ernte auf Hochtouren läuft.

StS/ mpu / sl / dpa

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