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Lokales Flüchtlingszahlen sorgten für viel Beschäftigung im Dresdner Jugendamt
Dresden Lokales Flüchtlingszahlen sorgten für viel Beschäftigung im Dresdner Jugendamt
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08:06 10.10.2017
Das Dresdner Rathaus. Die steigende Zahl schutzbedürftiger Kinder hält das Dresdner Jugendamt in Atem. Quelle: Stephan Lohse
Dresden

Die steigende Zahl schutzbedürftiger Kinder hält das Dresdner Jugendamt in Atem, ein großer Teil entfällt auf minderjährige Flüchtlinge, die ohne Begleitung in Dresden angekommen sind. So stieg die Zahl sogenannter Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche seit 2014 um rund 85,2 Prozent an. Musste vor zwei Jahren das Amt in 506 Fällen zum Wohle junger Menschen in die Betreuung eingreifen, so waren es im Jahr darauf schon 629 Fälle und 2016 sogar 937. Das zeigen Daten des Statistischen Landesamtes.

Auch landesweit stiegen die Zahlen deutlich. Im Jahr 2016 wurde in Sachsen für 5774 Kinder und Jugendliche (4214 Jungen und 1560 Mädchen) vorläufiger Schutz angeordnet. Laut Landesamt waren das 1670 mehr als 2015 (4104). Im Jahr 2014 hatte es lediglich 2800 Schutzmaßnahmen in Sachsen gegeben. Der Großteil der Aktivitäten der Behörden entfällt inzwischen auf unbegleitet eingereiste Ausländer, die minderjährig sind und deshalb stets in Obhut genommen werden. Deren Zahl lag im gesamten Freistaat 2014 bei 140, ein Jahr darauf bei 1360 und 2016 schon bei 3115 Personen.

Unter vorläufigen Schutzmaßnahmen wird die sogenannte Inobhutnahme oder die Herausnahme eines Kindes verstanden. Dies ist möglich, wenn die jungen Menschen selbst darum bitten oder eine dringende Gefahr für ihr Wohl besteht. Die familiären Hintergründe für solche Eingriffe der Behörden liegen unter anderem in der Überforderung der Eltern, Vernachlässigung der Kinder, Suchtproblemen bei Eltern oder Kindern sowie Anzeichen für Misshandlungen oder Missbrauch. Die Kinder werden dann zumindest zeitweise in Heimen oder bei Pflegefamilien untergebracht. Gleiches erfolgt auch, wenn ausländische Kinder und Jugendliche unbegleitet eintreffen und es hier weder Sorge- noch Erziehungsberechtigte gibt.

Von den 937 in behördliche Obhut genommenen Kindern und Jugendlichen im vergangenen Jahr in Dresden waren 414 (44,2 Prozent) aus dem Ausland unbegleitet eingereiste Minderjährige – 388 Jungen und 26 Mädchen. Von den männlichen Jugendlichen hatten 263 ein Alter zwischen 14 und 18 Jahren. Ein Jahr zuvor waren von den insgesamt 629 unter Schutz stehenden Kindern und Jugendlichen 211 (33,5 Prozent) als Flüchtlinge ohne Begleitung Erwachsener in Dresden eingetroffen, darunter vier Mädchen.

Doch auch bei den übrigen Kindern und Jugendlichen, die keine minderjährigen Flüchtlinge waren, ist es zu Steigerungen gekommen. Ihre Zahl erhöhte sich von 418 (2015) auf 523 im vergangenen Jahr. Der am häufigsten genannte Grund für die Schutzmaßnahme war die Überforderung der Eltern. 2016 betraf dies 190 Kinder und Jugendliche (davon 105 Mädchen). Im Jahr davor lag diese Zahl bei 162, davon waren 88 Mädchen. 51 beziehungsweise 54 betroffene Kinder waren unter drei Jahre alt.

Von Ingolf Pleil

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