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Flüchtlingsschiff ist am Neustädter Hafen angelandet

Dresden Flüchtlingsschiff ist am Neustädter Hafen angelandet

Das Flüchtlingsboot „Al-hadj Djumaa“ ist in Dresden angekommen. „Es ist sehr bedrückend, auf diesem Boot zu stehen“, sagt Integrationsministerin Petra Köpping (SPD), nachdem sie sich am Dienstagnachmittag auf dem Deck umgesehen hatte.

Das Flüchtlingsboot am Neustädter Hafen

Quelle: Anja Schneider

Dresden.  Das Flüchtlingsboot „Al-hadj Djumaa“ ist in Dresden angekommen. „Es ist sehr bedrückend, auf diesem Boot zu stehen“, sagt Integrationsministerin Petra Köpping (SPD), nachdem sie sich am Dienstagnachmittag auf dem Deck umgesehen hatte. Dort stehen 70 Plastiken, Bronzebüsten die behängt mit Stoffen die Passagiere symbolisieren, die im Sommer 2013 nach zweieinhalb Tagen Überfahrt an der Küste Lampedusas anlandeten. „Sie müssen sich das Vierfache an Passagieren vorstellen“, sagt Gerald Mennen, geschäftsführender Vorstand der Outlaw-Stiftung, die das Flüchtlingsschiff nach Dresden geholt hat. 282 Menschen, Männer, Frauen und Kinder, hatten sich in jeden Winkel und jede Nische des Boots gezwängt auf die gefährliche Überfahrt gemacht.

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Am Dienstag wurde am Neustädter Hafen ein echtes Flüchtlingsboot ausgestellt. Hier soll es für drei Tage stehen bleiben. Einige wenige protestierten am Nachmittag gegen die Aktion.

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Genau davon, nicht mehr und nicht weniger, verschafft die von Outlaw als sozio-kulurelles Schiffsprojekt „Mit Sicherheit gut ankommen“ betitelte Aktion einen bleibenden Eindruck. Köpping leitet davon den Appell ab, „den Menschen in ihren Ländern zu helfen, damit sie sich nicht auf einen solch gefährlichen Weg machen müssen. In ein solches Boot setze sich jedenfalls nicht, „wer einfach nur Lust auf ein Luxusleben hat“, fügt sie an. Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Linke) bezeichnet das bis Donnerstag laufende Projekt neben dem der Busskulptur „Monument“ auf dem Neumarkt und der Collagen-Aktion „Lampedusa 361“ auf dem Theaterplatz – beide Anfang des Jahres heftig umstritten – als weiteren Versuch, mit „Mitteln der Kunst zu einem Dialog zu kommen“.

Bewusst geschieht das nicht auf dem Neumarkt, wo sowohl die Einweihungen des „Monuments“ und des „Denkmals für den permanenten Neuanfang“ von lautstarken und teils unflätigen Protesten begleitet worden waren, sondern am Neustädter Hafen neben dem Herbergsschiff vom CVJM. „Das Projekt sollte im Vordergrund stehen und nicht vom Neumarkt mit all seiner geschichtlichen Bedeutung an den Rand gedrückt werden“, begründet Klepsch, warum sich die Stadt gegen den Wunsch der Outlaw-Stiftung gegen einen Standort vor der Frauenkirche entschieden hatte.

Das Kalkül ging auf. Zur Eröffnung gab es keine Störer. Gegen 15 Uhr machte sich dann eine von der Initiative „Wellenlänge“ angemeldete Protestaktion auf den Weg. 14 kostümierte Flüchtlingsgegner zogen vor das Boot und veranstalteten dort eine Performance. Für Outlaw-Chef Mennen ein Novum. Bei den 18 Stopps davor hatte es keinen angemeldeten Protest gegen das Projekt gegeben. Am Donnerstag bricht das Schiff nach Potsdam auf, Abschluss der Tour durch deutsche Städte ist Ende September in Berlin.

Von Uwe Hofmann

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