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Lokales Flüchtlinge in Dresdner Zeltstadt an Krätze erkrankt: Ärzte monieren fehlende medizinische Versorgung
Dresden Lokales Flüchtlinge in Dresdner Zeltstadt an Krätze erkrankt: Ärzte monieren fehlende medizinische Versorgung
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19:37 09.09.2015
Quelle: Hauke Heuer

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) bestätigte gestern auf Nachfrage, dass die Krankheit aufgetreten ist.

Die Landesdirektion Sachsen erklärte, die Zahl der Fälle sei „im Augenblick nicht bekannt“, die Betroffenen würden vom Med-Punkt des DRK behandelt. Nach massiver Kritik von Helfern und Flüchtlingen selbst sollen heute die hygienischen Bedingungen in der Zeltstadt verbessert werden, kündigte die Landesdirektion an. Die mobilen Toiletten würden durch Container ersetzt, die vom Deutschen Roten Kreuz aus Polen stammen. Außerdem stelle man zusätzliche Duschcontainer auf. Auch bei Verpflegung, Abfallbeseitigung und Reinigung der sanitären Anlagen sei Besserung in Sicht.

Die Ärzte monieren aber auch mangelnde Behandlungsmöglichkeiten und die schlechte Arzneimittelversorgung in der Zeltstadt und beklagen „das Versagen der politisch bzw. administrativ Verantwortlichen“. Dabei nehmen sie das DRK bewusst aus und loben das Engagement der Helfer und Sanitäter. Die Initiative Medinetz Dresden kritisierte die „unzureichende“ gesundheitliche Versorgung der Flüchtlinge in einem Brief an Innenminister Markus Ulbig (CDU). Die Flüchtlinge hätten „keinen geregelten Zugang zur medizinischen Versorgung“, heißt es in dem Schreiben.

Das Lager hatte am Donnerstag mit rund 1000 Bewohnern seine Kapazität von 1100 Plätzen fast ausgeschöpft. Da man am Wochenende erneut mit hunderten neuer Flüchtlinge rechne, wolle man nun zusätzlich zwei Turnhallen der Technischen Universität Dresden zu Notunterkünften umfunktionieren, teilte am Abend Holm Felber, Sprecher der Landesdirektion, mit. Damit solle weiterer Platz für bis zu 600 Asylbewerber geschaffen werden. Im ersten Halbjahr 2015 habe Sachsen 10 500 Flüchtlinge neu aufgenommen, allein im laufenden Monat seien mehr als 3700 neue Asylsuchende in den Freistaat gekommen.

Nach Angaben der Polizei waren Mittwochnacht etwa 50 Rechte zu einer spontanen Demonstration vor dem Dresdner Zeltlager aufmarschiert. Bei einzelnen stellte die Polizei später Sturmhauben und mit Quarzsand gefüllte Handschuhe sicher. Aus der Gruppe heraus wurde ein Böller gezündet.

Im Schutz der Anonymität des Internets pöbeln und hetzen Rassisten immer offener gegen Ausländer. Der Verband der Bundeswehr-Reservisten ist gestern gegen ein Mitglied vorgegangen, das im Internet dazu aufgerufen hatte sich mit einem Maschinengewehr vor der Zeltstadt zu positionieren und die Flüchtlinge zu ermorden. Wie der Vorsitzende des Landesverbandes, Christoph Lötsch, gestern sagte, sei der Mann der fristlosen Kündigung zuvor gekommen und selbst aus dem Verband ausgetreten. Lötsch verurteilte das Verhalten und nannte die Äußerung „niederträchtig und schäbig“. Der Verband bereitet eine Anzeige wegen Volksverhetzung vor.

Christoph Springer

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