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Lokales Flüchtlinge gestalten den äußeren Matthäusfriedhof in Dresden zu einem Bürgerpark um
Dresden Lokales Flüchtlinge gestalten den äußeren Matthäusfriedhof in Dresden zu einem Bürgerpark um
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20:52 09.09.2015
Derzeit sind die Flüchtlinge mit dem Sieben von Komposterde beschäftigt. Quelle: Hauke Heuer

Eher ein stilles Kleinod inmitten von Industrieanlagen und Gewerbestandorten. Nichteinmal Tote werden hier noch bestattet. Vor 28 Jahren fand die letzte Beerdigung statt. Trotzdem wird auf der Anlage in diesen Tagen eines der vielversprechensten Dresdner Integrationsprojekte gestartet.

Die Ortsämter Neustadt und Altstadt vermitteln zehn Asylbewerber an das Umweltzentrum Dresden und das Sächsische Umschulungs- und Fortbildungswerk (SUFW). Die Träger koordinieren ein Projekt zur Neugestaltung des Friedhofes zum Bürgerpark – die Flüchtlinge packen dabei kräftig mit an. „Der an der Straße liegende Bereich des Friedhofes soll in einen gepflegten Zustand überführt werden. Im hinteren Bereich steht der Umweltschutz im Vordergrund“, erklärt Henry Seifert, der als Landschaftsarchitekt für das SUFW tätig ist. „Geplant ist das Anlegen eines Teiches, aber auch Totholz-Inseln für Insekten“, kündigt Förster Christian Kickum, von der NABU, die das Projekt unterstützt, an.

Doch zuerst gilt es, die ungeliebten Gartenarbeiten zu erledigen. Vier Flüchtlinge aus Marokko, dem Libanon und Syrien sieben einen schier gigantischen Komposthügel. „Die Erde soll in Beutel abgefüllt und auf Stadtfesten gegen ein kleines Entgeld als Dünger verteilt werden. „Für die Kaffeekasse“, erklärt Seifert. So soll ein Bewusstsein in der Bevölkerung dafür geschaffen werden, dass die Asylbewerber eine wertvolle Arbeit leisten. Für die Zukunft sind Begegnungsaktionen auf dem Friedhofsgelände geplant, in denen der Kontakt zu den Dresdnern hergestellt werden soll. Das Projekt sei allerdings noch in der Startphase, so die Verantwortlichen und für ganze 19 Monate angelegt.

Eines scheint sicher: Den Flüchtlingen gefällt die Arbeit – auch wenn sie hart ist. „In der Unterkunft haben wir nichts anderes getan, außer zu essen und zu schlafen“, sagt Hani M., der vor drei Monaten aus dem Libanon nach Deutschland gekommen ist. In seinem Heimatland war er in Textilgeschäft tätig. Jetzt muss er hart anpacken. „Jetzt habe ich eine neue Aufgabe, die mir gefällt. Der Schutz der Umwelt ist wichtig“, sagt Hani. Dass sich in Dresden nicht alle über die Anwesenheit der Flüchtlinge freuen, ist Hani sehr wohl bewusst. „Ich gehe jeden Montag zu den Pegida-Demonstrationen, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Doch die meisten drehen sich einfach weg“, sagt er.

[image:phpzcDEN520150512150515.jpg]Für ihre Arbeit bekommen die Flüchtlinge aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen nur einen Euro und fünf Cent pro Stunde. Länger als 25 Stunden in der Woche dürfen sie nicht arbeiten. „Die Asylbewerber sehen diese Tätigkeit als einen ersten Schritt, der ihnen weitere Möglichkeiten eröffnet“, erklärt Seifert. Allein die Kosten für ein Monatsticket würden die Hälfte des monatlichen Gewinns aufzehren. Die Arbeit auf dem Matthäusfriedhof bringt einen weiteren Vorteil mit sich: Die Asylbewerber können zweimal wöchentlich an einem zusätzlichen Deutschkurs teilnehmen, der von einer Mitarbeiterin des Goethe-Instituts angeboten wird.

Hauke Heuer

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