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Lokales Flüchtlinge bleiben zwei Wochen in Dresdner Offiziersschule
Dresden Lokales Flüchtlinge bleiben zwei Wochen in Dresdner Offiziersschule
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14:34 14.09.2015
Flüchtlinge auf dem Weg aus Ungarn nach Deutschland. Quelle: dpa
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Dort wurden sie in der Turnhalle untergebracht. Insgesamt 569 Migranten waren nach Angaben der Bundespolizei am Samstagabend in einem Sonderzug aus Ungarn im thüringischen Saalfeld eingetroffen. Rund die Hälfte von ihnen ist mit Bussen nach Dresden weitergereist. 269 Flüchtlinge sind angekommen, so die Polizei.

Der erste Bus mit größtenteils aus Syrien stammenden Asylsuchenden war am Morgen gegen 02.00 Uhr eingetroffen, der letzte nach 04.00 Uhr. Sie wurden laut Polizei von der Autobahn bis zur Unterkunft von Beamten begleitet. Die Ankunft sei ohne Zwischenfälle verlaufen, hieß es.  Auch am Vormittag blieb die Lage vor der Kaserne sowie auch vor anderen Flüchtlingsunterkünften wie etwa in Heidenau, wo es vor zwei Wochen zu Krawallen von Rechtsextremisten gekommen war, ruhig.

Die Unterbringung der Asylsuchenden in der Turnhalle der Offiziersschule ist als Provisorium gedacht und auf zwei Wochen beschränkt, bestätigt Oberst Helmut Baumgärtner, Kommandeur des Landeskommando Sachsen. "Uns ist offiziell nichts bekannt, dass noch mehr Flüchtlinge hier untergebracht werden sollen. Unsere Kapazitäten sind auch erschöpft", so Baumgärtner auf DNN-Anfrage.

Der Lehrbetrieb an der Schule sei in den nächsten Wochen eingeschränkt, da die Sportstunden nicht in den Turnhalle durchgeführt werden können. Die Offiziersanwärter werden für die Sporteinheiten nach draußen ausweichen. Die Sportanlagen im Freien sollen auch für die Flüchtlinge nutzbar sein, um den KIndern Spielmöglichkeiten einzuräumen. Zu der Anzahl der Kindern konnte der Oberst noch keine Angaben machen, bei einem Rundgang habe er aber "sehr viele Familien mit Kindern gesehen".   Erfahren von der Ankunft der Flüchtlinge am Sonnabendabend und dem Bedarf, die Flüchtlinge in der Offizierschule unterzubringen, hat der Oberst nach eigenen Angaben am Sonnabendvormittag gegen 9.30 Uhr. "Die anderen Unterkünfte sind Dresden ist vollständig ausgelastet", sagte Helmut Baumgärtner. 

 Betrieben wird die Turnhalle vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) und dem Technischen Hilfswerk (THW). Beide Organisationen haben den ganzen Sonnabend über alles vorbereitet und kümmern sich sowohl um die medizinische als auch um die soziale Betreuung der Asylsuchenden. Die Versorgung mit Nahrungsmitteln übernimmt eine Drittfirma, die vom DRK beauftragt wurde, so der Oberst. Man wolle aber im Laufe der nächsten Tage prüfen, inwieweit die Bundeswehr dort Unterstützung leisten könne.   Die Landesdirektion hat für die Bewachung der Offiziersschule zusätzliche Kräfte eines privaten Sicherheitsdienstes angefordert. Sowohl vor, in und um die Turnhalle sollen die Sicherheitskräfte Präsenz zeigen. Die Offizierschule wird auch im normalen Betrieb von einem privaten Dienst bewacht.  

Innenminister Markus Ulbig (CDU) dankte den Hilfskräften. Die Helfer hätten in der vergangenen Nacht „fast Übermenschliches geleistet.“ „Allerdings werden auch wir irgendwann an unsere Grenzen stoßen“, warnte der Minister. „Deshalb ist es wichtig, dass wir schnellstens eine europäische Lösung finden, die eine gerechte Verteilung der Flüchtlinge beinhaltet.“

 Die Menschen gehören zu einer Gruppe von rund 500 Flüchtlingen, die in einem Sonderzug aus Österreich nach Thüringen unterwegs sind. Das Deutsche Rote Kreuz versorgt die Menschen in Dresen vor Ort. Das DRK bittet auf seiner Facebook-Seite  nichts vor dem Tor der Kaserne abzulegen. Die Spendenannahme des DRK öffnet am Sonntag von 15 bis 18 Uhr auf der Klingerstr. 20 in Dresden-Übigau.

Der Zug wurde gegen 20.30 Uhr am Endbahnhof in Saalfeld erwartet. Dort sollten die Menschen zunächst von DRK-Helfern und der Bundespolizei betreut werden. „Humanitäre Hilfe ist selbstverständlich und gute Versorgung wird sichergestellt“, versicherte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) via Twitter. Von dort sollen die Menschen mit Bussen auf Unterkünfte in den Ländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen verteilt werden. Insgesamt werden in Deutschland im Laufe des Tages mindestens 5000 Flüchtlinge erwartet, die den Weg über Ungarn genommen haben. Österreich rechnete sogar mit bis zu 10.000 Flüchtlingen

Züge aus Österreich würden Richtung München geleitet, sagte der Sprecher des Bundespolizeipräsidiums in Potsdam, Ivo Priebe. Bei einem Zwischenstopp in Rosenheim werde dann schon wie sonst auch ein Teil der Flüchtlinge aus den Zügen geholt und in ein Erstaufnahmelager gebracht. Insgesamt stünden mehrere Hundert Bundespolizisten bereit, um die Ankommenden zu versorgen, zu registrieren und in die Erstaufnahmelager zu bringen.  

In München wurden zahlreiche Flüchtlinge erwartet. Es seien Dutzende Züge größtenteils aus Österreich sowie ein kleiner Teil aus Italien angekündigt, die am Hauptbahnhof von Mittag an etwa im Zweistundentakt halten würden, sagte ein Sprecher der Bundespolizei in der bayerischen Landeshauptstadt. Zuvor war ein erster Zug mit etwa 40 Flüchtlingen eingetroffen. Die österreichische Bundesbahn hatte angekündigt, Flüchtlinge könnten mit Zügen Richtung Frankfurt/Main fahren. Die Fahrt von Wien aus dauert normalerweise sieben bis acht Stunden.

Julia Vollmer mit dpa

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