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Lokales Sprungbrett für Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt
Dresden Lokales Sprungbrett für Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt
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11:27 08.02.2018
Geschäftsführer Frank Schott und Shirzadas Arbeitsmarktmentorin Julia Malyssek helfen mit ihrem Team Geflüchteten beim Sprung ins Arbeitsleben. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Geflüchtete Menschen und Unternehmen mit Personalbedarf zusammenbringen – Das ist das Ziel des sächsischen Modellprojekts „Arbeitsmarktmentoren für Geflüchtete“ in der Landeshauptstadt, das vom Verein „Arbeit und Leben Sachsen“ umgesetzt wird. Seit rund eineinhalb Jahren vermitteln sechs Mentoren zwischen Flüchtlingen und Unternehmen.

Integration muss immer wechselseitig stattfinden“, sagt der Geschäftsführer von „Arbeit und Leben Sachsen“, Frank Schott. Die Arbeitsmarktmentoren bieten Unternehmen beispielsweise passgenaue Qualifizierungsmaßnahmen der Bewerber an oder interkulturelle Schulungen für die Mitarbeiter.

Duale Ausbildung statt „Learning by Doing“

Geflüchteten Menschen helfen sie unter anderem bei der persönlichen Stärkenermittlung, der Jobsuche und dem Bewerbungsschreiben.

„Eine große Herausforderung für uns ist es, den geflüchteten Menschen unser duales Ausbildungssystem näher zu bringen“, erklärt Schott. Berufsausbildungen mit mittlerem Bildungsniveau seien beispielsweise in Syrien sehr verschult, Ausbildungsberufe mit geringen Bildungsvoraussetzungen werden dagegen häufig nach dem „Learning by Doing“-Prinzip erlernt.

Wissen aufholen, um in der Berufsschule zu bestehen

Julia Malyssek betreut geflüchtete Menschen auf ihrem Weg in eine Anstellung oder Berufsausbildung. Neben den kulturellen Unterschieden müssen viele Flüchtlinge einiges an Wissen aufholen, um in der Berufsschule erfolgreich zu sein.

„Rund 80 Prozent unserer Projektteilnehmer sind weniger als zehn Jahre zur Schule gegangen. Nur jeweils rund zehn Prozent haben Abitur oder einen Universitätsabschluss“, berichtet die Arbeitsmarktmentorin. In Syrien besteht eine Schulpflicht bis zur sechsten Klasse, bis maximal zur neunten Klasse können Kinder eine Schule besuchen.

Mit gezielten Förderprogrammen versucht das Modellprojekt die Teilnehmer fit für das deutsche Ausbildungswesen zu machen. So auch bei Shirzada Salurzai aus Afghanistan. Der 22-Jährige kam 2015 nach Deutschland, war in seiner Heimat fünf Jahre zur Schule gegangen und hatte dann als Kellner gearbeitet.

Ausbildungsplatz soll selbstständig machen

Das Mentoren-Team begleitete ihn auf eine Ausbildungsmesse und half ihm bei der Bewerbung für eine Ausbildung als Verkäufer bei Vorwerk Podemus. Nach einem achtwöchigen Praktikum begann er im Sommer 2017 mit seiner Ausbildung. „Er ist durch seine Arbeit sehr viel selbstständiger und verantwortungsbewusster geworden“, freut sich Malyssek.

Mit Hilfe des Mentorenprogramms konnten bis jetzt 51 Arbeitsverträge und 29 Ausbildungsverträge in Dresden unterzeichnet werden.

Langfristige Begleitung in den Arbeitsmarkt

Die Betreuung durch die Arbeitsmarktmentoren geht auch während der Ausbildung oder Arbeitszeit als vermittelnde Stelle bei Problemen weiter. Das Projekt wird vom Wirtschaftsministerium des Freistaats finanziert.

Der Projektträger „Arbeit und Leben Sachsen“ hat insgesamt 70 Mitarbeiter an verschiedenen Standorten im Freistaat, die Angebote zu politischer und sozialer Bildung, Grundbildung sowie Integration und Migration realisieren.

Von Tomke Giedigkeit

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