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Fietes Kamingespräche: Vegane Ernährung im Leistungssport – Warum nicht?

DSC-Spielerin Barbara Wezorke Fietes Kamingespräche: Vegane Ernährung im Leistungssport – Warum nicht?

Am Donnerstagabend stellt sich Volleyballerin Barbara Wezorke beim Kamingespräch im Fiete Behnersens v-cake den Fragen der Gäste. Thema des Abends ist, wie sich Leistungssport und vegane Ernährung vereinen lassen. Wir haben vorab mit der Sportlerin über ihre Erfahrungen gesprochen.

Barbara Wezorke lebt vegan und muss nach eigenen Aussagen auf nichts verzichten.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Ein Tag im Leben von DSC-Volleyballspielerin Barbara Wezorke sieht in der Regel mindestens eine Trainingseinheit vor, außerdem Videoanalysen und Taktikplanungen. Doch am Donnerstagabend tauscht die junge Leistungssportlerin das Spielfeld gegen einen gemütlichen Sessel im Fiete Behnersens v-cake an der Rothenburger Straße 14 und wird ab 20 Uhr bei Fietes Kamingespräch über ihre Erfahrungen als Veganerin im Leistungssport berichten und sich den Fragen der Gäste stellen.

Vegan lebt Barbara seit Dezember 2016, davor ernährte sie sich bereits seit März 2015 vegetarisch. Seit ihrem neunten Lebensjahr spielt sie Volleyball und mit 16 Jahren begann sie ihre professionelle Ausbildung zur Leistungssportlerin am Sportinternat in Dresden. Derzeit spielt die mittlerweile 24-Jährige beim DSC und in der deutschen Nationalmannschaft. Bevor sie für den DSC verpflichtet wurde, lebte Barbara für neun Monate in Brasilien. „Dort habe ich extrem viel Fleisch gegessen, in Brasilien ist das ganz normal“, erzählt die 24-Jährige. Zurück in Deutschland begann sie, intensiv über ihren Fleischkonsum nachzudenken. „Durch meine Zeit in Brasilien ist mir aufgefallen, was wir in Deutschland für einen Luxus haben, zwischen Fleischqualitäten entscheiden zu können. Das war dort nicht möglich, man wusste nie, aus welchen Umständen das Fleisch kam, was da auf dem Teller lag“, erinnert sie sich. Je mehr sie sich mit der Herkunft des Fleisches beschäftigte, desto mehr verging ihr der Appetit. „Ich fragte mich, warum ich die Pille nicht nehme, um meinen Körper nicht mit Hormonen zu belasten, aber Steak und Co. auf dem Teller habe, was mit Antibiotika und anderen Stoffen belastet ist, die da nicht reingehören“, erklärt die Sportlerin ihre gedankliche Auseinandersetzung mit dem Thema.

Vegan „einfach mal ausprobieren“

Sie ließ das Fleisch künftig einfach weg. Ein paar Monate später ging sie noch einen Schritt weiter und verzichtete komplett auf tierische Produkte: „Ich wollte es einfach mal ausprobieren“. Und aus diesem Experiment ist nach und nach eine Lebenseinstellung geworden. „Was du einmal gedacht hast, kannst du nicht mehr zurückdenken. Ich habe mich so viel mit den ökologischen, ethischen und gesundheitlichen Faktoren von tierischen Produkten beschäftigt und die Entscheidung, vegan zu leben, nach und nach verinnerlicht“, sagt Barbara. Sie empfindet es nicht als Verzicht. „Ich war noch nie eine große Käseesserin und auch sonst vermisse ich nichts“, erzählt sie. Vielen Menschen sei kaum bewusst, dass es vor allem Gewürze sind, die dem Fleisch den Geschmack verleihen und würzen lässt sich genauso gut in der veganen Küche.

Während der ganzen Zeit war sie bereits hauptberuflich Sportlerin. Doch Leistungsunterschiede spürte sie durch die Ernährungsumstellung nie: „Ich habe schon immer auf meine Ernährung geachtet und gerne selbst gekocht. Das war nichts neues für mich“. Vegane Sportler haben häufig mit dem Vorurteil zu kämpfen, sie hätten ohne Fleisch und Milchprodukte kaum ausreichende Proteinquellen. Barbara sieht das anders: „Ich halte das übertriebene Achten auf Proteine als Sportler für unnötig. Wichtig ist vor allem eine ausgewogene Ernährung. Wenn du genetisch so veranlagt bist, dass du nur schwer Muskeln aufbauen kannst, helfen dir auch keine Unmengen an Proteinen“.

Keine Rechtfertigung mehr nötig

Rechtfertigen muss sich die 24-Jähriger ihrer Aussage nach nicht mehr, als andere Veganer auch. Im Sommer 2017 war sie das erste Mal mit der Nationalmannschaft unterwegs und informierte vorher ihren Trainer, dass in den Hotels und Stationen auch veganes Essen vorhanden sein sollte. Als Antwort erhielt sie, dass es okay ist, sie es aber mit dem gesunden Essen nicht übertreiben solle. „Als ich die Nachricht las, stand ich gerade vorm Schokoladenregal“, erzählt sie lachend. So viel zum Thema vegan heißt automatisch gesund. Vor rund drei Monaten ließ die Dsc-Spielerin ihre Blutwerte vom Teamarzt checken. Bis auf einen Eisenmangel gab es keine Auffälligkeiten, erzählt sie. Dennoch achtet sie seitdem mehr darauf, dunkelgrüne Blattsalate zu essen und eisenhaltige Nahrungsmittel mit Vitamin C zu kombinieren. Das falle ihr aber auch nicht schwer, denn Salat gehört zu ihren liebsten Gerichten und gehört einmal am Tag auf den Speiseplan. Dazu kommen Hülsenfrüchte, ganz viel Gemüse, gekeimter Buchweizen oder auch Quinoa. „Man könnte meinen, dass ich mich nicht sonderlich abwechslungsreich ernähre, aber mir schmeckt es und ich vermisse nichts“, sagt Barbara. Zu Hause in Rüsselsheim ist ihre Familie schon darauf eingestellt, dass nur vegane Leckereien auf den Tisch kommen, wenn sie zu Besuch ist. Umstände mache das keine, denn auch ihre beiden Geschwister leben vegan und die Mutter konsumiere ebenfalls sehr wenig tierische Produkte. Optimale Voraussetzungen also für gemütliche Kochabende mit der Familie.

Für das Kamingespräch am Donnerstagabend sind alle Plätze reserviert. Wer aber spontan vorbeikommt, erhascht vielleicht noch einen freien Platz. Bevor Barbara aber noch mehr aus ihrem Leben als vegane Leistungssportlerin erzählt, steht erstmal wieder Training auf dem Plan.

Von Lisa-Marie Leuteritz

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