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Feuerwehr-App: Den Dresdner Kammeraden bringt sie nichts

Keine Erleichterung Feuerwehr-App: Den Dresdner Kammeraden bringt sie nichts

Im Februar 2015 hatte Innenminister Markus Ulbig verkündet, dass eine von der TU Bergakademie Freiberg entwickelte App künftig die Arbeit der sächsischen Feuerwehren erleichtern soll. Jetzt, 15 Monate später, ist die Bilanz ernüchternd. Der Dresdner Feuerwehr bringt die App offenbar nichts.

Feuerwehr-App: Für die Dresdner bringt sie nichts
 

Quelle: D. Flechtner

Dresden.  Im Februar 2015 hatte Innenminister Markus Ulbig verkündet, dass eine von der TU Bergakademie Freiberg entwickelte App künftig die Arbeit der sächsischen Feuerwehren erleichtern soll. Sie biete eine Datenbank für Gefahrenstoffe, einen Hydrantenplan, Rettungsdatenblätter für Autos sowie ein Modul zur Atemschutzüberwachung. Der Plan war, die App rasch flächendeckend einzuführen. Zunächst sollte 431 Gemeinden jeweils ein iPad Air 2 mit der App zur Verfügung gestellt werden.

Jetzt, 15 Monate später, ist die Bilanz ernüchternd. 30 Kommunen, darunter die Stadt Leipzig, machten von dem Angebot, kostenlos ein iPad Air 2 inklusive Schutzhülle zu bekommen, keinen Gebrauch. Das ist einer Antwort von Markus Ulbig auf eine Kleine Anfrage der Abgeordneten Franziska Schubert von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zu entnehmen. Zudem haben nur 86 Gemeinden 2015 Förderanträge für die Anschaffung weiterer iPads gestellt. Mit einer flächendeckenden Einführung scheint es also zu hapern. Ob die Anwendung praktikabel ist und tatsächlich die Sicherheit der Einsatzkräfte erhöht, die taktische Einsatzabwicklung erleichtert und die Zusammenarbeit im Katastrophenfall verbessert, soll erst mit einer Evaluierung nach vier Jahren festgestellt werden. Die Staatsregierung habe aber bereits bis zum jetzigen Zeitpunkt „positive Rückmeldungen zur Eignung der Anwendung vom Landesfeuerwehrverband Sachsen e.V., von unteren Brandschutz-, Rettungsdienst- und Katastrophenschutzbehörden sowie von Kreisbrandmeistern erhalten“, so Ulbig in seiner Antwort weiter.

Der Dresdner Feuerwehr jedoch bringt die App offenbar nichts. „Wir haben uns nach Erhalt mit der Nutzung der App auseinandergesetzt und sind für uns zu dem Schluss gekommen, die App nicht im breiteren Umfang zur Nutzung einzuführen“, antwortet Andreas Rümpel, Chef des Brand- und Katastrophenschutzamtes, auf eine Anfrage der DNN. Diese Entscheidung liege „darin begründet, dass es für die Anwendungslösungen bei der Feuerwehr Dresden bereits vorher bewährte Arbeitsweisen bzw. Lösungen gab, die wir nicht umstellen bzw. ändern wollen. So entspricht zum Beispiel die Lösung für den Hydrantenplan nicht unseren Anforderungen, weil die Feuerwehr Dresden im Unterschied zu anderen Feuerwehren keine eigene Datenerfassung bzw. Pflege zum Hydrantennetz durchführt sondern sich dabei auf die Daten der Drewag stützt. Auch verfügen wir bereits seit mehreren Jahren über die Möglichkeit, direkt auf eine Gefahrstoffdatenbank zugreifen zu können. Auch hier ist es aus unserer Sicht nicht von Vorteil, mit mehreren Datenbanken zu arbeiten. Wir wissen aber, dass viele andere Feuerwehren die App vorteilhaft nutzen und haben das IPad deshalb behalten, um im Falle einer überörtlichen Zusammenarbeit die Möglichkeiten zu kennen.“

Franziska Schubert von der Grünen-Landtagsfraktion weiß aus Gesprächen mit Feuerwehrleuten von technischen, rechtlichen und organisatorischen Schwierigkeiten mit dem Gerät und der Vereinbarung, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Gemeinden und Feuerwehren seien „von dem Projekt des Innenministeriums offenbar völlig überrascht worden“, und „die Gemeinden konnten die Technik nur bekommen, wenn sie dem Innenministerium vorab eine sogenannte Überlassungserklärung unterschrieben haben. Ist diese unterzeichnet, übernehmen die Gemeinden das volle Risiko für die Nutzung der App.“ Als „Testlabor für halbdurchdachte Ideen“ seien die Feuerwehren „völlig ungeeignet“. Aus diesem Grund müsse „dringend darüber geredet werden, wie man das Geld für die Feuerwehren sinnvoller einsetzen kann, wenn die vom Innenministerium angestrebten Ziele nicht erreicht werden“.

Von Catrin Steinbach

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