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Fernkälte – Kühle vom Dresdner Energieversorger Drewag

Zwei Kilometer Kältenetz in Dresden Fernkälte – Kühle vom Dresdner Energieversorger Drewag

Schwülheiße Sommer, jeder Dresdner lechzt nach Kühle. Die Drewag ist da durchaus eine gute Adresse, denn der Energieversorger bietet neben seinem üppigen Fernwärmenetz auch ein kleines Fernkältenetz. Noch misst es nur zwei Kilometer, und die Zahl der Kunden ist mit 30 noch recht überschaubar.

Das Kempinski Taschenberg hat als erstes großes Gebäude in Dresden auf Kälte von der Drewag gesetzt und lässt sich seit 1994 beliefern. Damals hieß die Drewag noch DEF (Dresdner Elektrizitäts- und Fernwärme GmbH). Inzwischen ist das Hotel einer von 30 Fernkälte-Kunden.

Quelle: dpa

Dresden. Kälte vom Energieversorger? Das ist in Dresden ein überschaubares Thema, denn bislang beliefert die Drewag in der Landeshauptstadt nur etwa 30 Kunden. Zu denen gehören zum Beispiel der Kulturpalast, der Hauptbahnhof, Hotels und Gewerbe am Neumarkt, das Kraftwerk Mitte – und, tatsächlich schon seit 1994, das Hotel Taschenberg Kempinski. Überall dort sorgt kaltes Wasser, das die Wände und Decken durchströmt, für angenehme Temperaturen.

Fernkälte ist ein bislang noch eher ausgefallenes Konzept der Kühlung von Immobilien, in anderen Städten auch für private Bauherren. Um die Kunden in der Dresdner City beliefern zu können, hat die Drewag in der Innenstadt rund zwei Kilometer Leitungen verlegt und betreibt drei Kältenetze. Im Kugelhaus steht die Kältezentrale für die zwei kleineren Netze im City Center und am Wiener Platz, das größere Netz für den Neumarkt wird versorgt aus den Anlagen im Kulturpalast und im Kempinski. Die Wände der Gebäude sind im besten Fall schon bei Errichtung oder Umbau mit entsprechenden Rohren ausgestattet, doch auch eine Nachrüstung ist möglich.

Einen „höheren einstelligen Millionenbetrag“ hat die Drewag nach Auskunft von Firmensprecherin Gerlind Ostmann bislang in die Fernkälteanlagen investiert, an eine Erweiterung sei derzeit nicht gedacht.

Die Kälteanlagen funktionieren im Prinzip wie große Kühlschränke, so Ostmann. Über das unterirdisch verlegte Leitungsnetz werde die Wärme über die „raumlufttechnischen Anlagen“ aus den Gebäuden entsorgt und dann mittels Kältetechnik wieder runtergekühlt. Die frei werdende Wärme werde dann an die Umwelt abgegeben – am Neumarkt in die Elbe; am Wiener Platz über Brunnen an das Grundwasser.

Sechs Grad hat das Wasser, wenn es die Kältemaschinen verlässt. In den versorgten Gebäuden erwärmt es sich auf etwa zwölf Grad. Dann strömt es in die Kältezentrale zurück, und der Kreislauf beginnt von Neuem. Abgerechnet wird nach Menge der bezogenen Kälte, der Strom zum Runterkühlen kommt Gerlind Ostmann zufolge im Sommer komplett aus Solarkraft.

Der Vorteil des hierzulande noch exotisch anmutenden Angebots: So wie bei der Fernwärme müssen auch bei Fernkälte Eigentümer und Betreiber von Immobilien nicht selbst in die oft teure und wartungsintensive Technik investieren. Energieexperten sind zudem der Ansicht, dass sich große Anlagen in der Regel deutlich effizienter und umweltschonender betreiben lassen als viele kleine, auch wenn deren Standards sich immer weiter verbessern. Unterm Strich, so Fachleute, lassen sich mit zentralen Systemen 25 Prozent des sonst üblichen Energieaufwandes und damit viel Geld und CO2 einsparen.

In deutschen Großstädten ist Fernkälte vor allem in Berlin und München ein Thema, wo das dafür nötige Netz schon ein Zehnfaches des Umfangs hat, mit dem Dresden operiert. Vor allem Gewerbeparks oder öffentliche Einrichtungen wie Universitäten, große Kliniken oder eben Kultureinrichtungen profitieren – auch städtebaulich – von der Möglichkeit, via Fernwärme zu kühlen. Auch entferntere Großstädten wie Paris, Barcelona, Amsterdam, Stockholm und Wien erweitern systematisch ihre Fernkältenetze.

https://www.drewag.de/wps/portal/drewag/cms

Von Barbara Stock

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