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Lokales Ferdinandplatz: Die Gebäude sind nur Platzhalter
Dresden Lokales Ferdinandplatz: Die Gebäude sind nur Platzhalter
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20:33 10.08.2017
Städtebauliches Konzept, aber keine Architektur: Der Entwurf der holländischen Architekten für den Ferdinandplatz.  Quelle: Holz, Sabrina
Dresden

 Die Stadtverwaltung bereitet eine Informationsveranstaltung zur künftigen Gestaltung des Ferdinandplatzes vor. „Wir wollen die Bürgerinnen und Bürger über die Entwürfe informieren und mit ihnen ins Gespräch kommen“, erklärte Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen) auf Anfrage der DNN. Die Veranstaltung sei für September oder Oktober geplant. Der Ferdinandplatz, der gegenwärtig als Parkplatz genutzt wird, ist eine der letzten großen zusammenhängen Brachflächen im Stadtzentrum.

Die Verwaltung hat fünf Monate lang mit sieben Architekturbüros nach städtebaulichen Ideen für den Ferdinandplatz gesucht und interessante Entwürfe erhalten.

Das Stadtplanungsamt habe bereits ein Evaluierungsverfahren zum städtebaulichen Konzept für Georgplatz und Ferdinandplatz durchgeführt. „Dabei ging es darum, wie sich die künftige Bebauung des Ferdinandplatzes städtebaulich einfügen kann aus Richtung Prager Straße in Richtung Altmarkt.“ Es sei um die Frage gegangen, wie die Stadträume um die Prager Straße mit denen des Altstadtkerns vernetzt werden, so Schmidt-Lamontain. Und darum, wie die neue Bebauung städtebaulich mit dem Neuen Rathaus gegenüber korrespondiert.

Auf dem Ferdinandplatz soll ein neues Verwaltungszentrum mit einem Technischen Rathaus entstehen. Aber auch das Gebäude des Karstadt Kaufhauses soll baulich abgeschlossen werden, was angesichts der „abgetreppten Fassade“ nicht ganz leicht sei. In diesem Bereich könnten laut dem Baubürgermeister auch Wohnungen gebaut werden.

Sieben Planungsbüros haben sich an dem Verfahren beteiligt. Der Plan des Büros Barcode Architects aus Rotterdam wurde von einer Jury zum Siegerentwurf bestimmt. Über die Architektur der Gebäude sagen alle eingereichten Entwürfe nichts aus, betonte Schmidt-Lamontain. „Es geht bisher nur um Städtebau. Die dargestellten Fassaden sind Platzhalter.“

Alles sei möglich: Putz, Stein, Glas. „Da ist überhaupt nichts entschieden“, stellte der Baubürgermeister klar. „Wichtig ist nach meiner Auffassung, dass die Architektur widerspiegelt, was der Bürger im 21. Jahrhundert von seiner Verwaltung erwartet. Das ist nicht mehr die abgeschottete Burg, in die er Einlass begehrt.“ Bürgerfreundliche, transparente Verwaltung müsse sich auch in der Architektur abbilden.

Er werde dem Stadtrat den Vorschlag zur Grundsatzentscheidung für ein Verwaltungszentrum am Ferdinandplatz vorlegen, kündigte der Baubürgermeister an. Dazu erarbeite das Amt für Hochbau und Immobilienverwaltung eine Vorlage. Diese sei Teil eines Gesamtkonzepts für die künftigen Verwaltungsstandorte. Wenn der Stadtrat das Konzept bestätigen sollte, werde das Stadtplanungsamt mit dem städtebaulichen Ergebnis und ersten Hinweisen aus der Bürgerschaft in das Verfahren zur Aufstellung eines Bebauungsplanes eintreten. „Die weitere Qualifizierung der Architektur wird dann parallel erfolgen“, so Schmidt-Lamontain.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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