Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales „Fenster zu Europa“: Sächsische Staatskapelle begeistert das Publikum in Partnerstadt St. Petersburg
Dresden Lokales „Fenster zu Europa“: Sächsische Staatskapelle begeistert das Publikum in Partnerstadt St. Petersburg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:01 28.05.2018
Archivbild: Dirigent Christian Thielemann steht vor dem Orchester der Sächsischen Staatskapelle beim Festakt zum Tag der Deutschen Einheit in der Semperoper. Quelle: dpa
Dresden

Sankt Petersburg stand still in den vergangenen Tagen. Stundenweise zumindest, weil Großes bewegt werden sollte. Da waren die Bewerbung der neuen Fluglinie zwischen Dresden und der russischen Partnerstadt, das 315jährige Bestehen der Metropole an New und Ostsee sowie das zweitägige Gastspiel der Sächsischen Staatskapelle noch die geringsten Anlässe für den Stillstand. Selbst die bevorstehende Fussball-Weltmeisterschaft mit Petersburg als nach Moskau zweitgrößtem Austragungsort fiel noch nicht ins Gewicht, ausschlaggebend war das Internationale Wirtschaftsforum im „russischen Davos“, wie dieses - von Protesten weitgehend unbelastete - Treffen gern medienwirksam bezeichnet wird.

Noch bevor Russlands Staatspräsident Wladimir Putin seinen französischen Amtskollegen Emmanuel Macron sowie zahlreiche weitere internationale Politiker in Empfang nehmen konnte, wurde mit 400 schwarzen Mercedes-Limousinen der Shuttle zwischen Flughafen und Tagungsort geübt. Das fällt selbst in einer Stadt auf, wo Maybach & Co. den rauen Ton angeben, was Fahrweise und eingebaute Vorfahrts-„Rechte“ betrifft.

Nun aber waren sie da, die Politiker und ihre Führungspersönlichkeiten aus der Wirtschaft, die Polizei regelte unaufdringlich, aber bestimmt den öffentlichen Verkehr ab, ansonsten hoffte die Welt auf handfeste Ergebnisse dieses 20. Forums in Putins Heimatstadt. Immerhin wies Macron historisch kundig darauf hin, dass Zar Peter der Große diesen Ort 1703 als Russlands „Fenster zu Europa“ gründen ließ.

Just dieses „Fenster“ soll nun auch der Kulturhauptstadt-Bewerbung Dresdens dienen, um in diesem Zusammenhang mehr europäisches Licht leuchten zu lassen. Und zwar in alle Richtungen, denn Oberbürgermeister Dirk Hilbert will sämtliche Partnerstädte in dieses Vorhaben mit einbeziehen. Deshalb war er mit einer Delegation von Stadträten sowie mit Vertretern aus Wirtschaft, Kultur und Tourismus an die Newa gereist, wo er am Freitag auch ein Konzert der Sächsischen Staatskapelle besucht hat. Die spielte während ihrer aktuellen Europa-Tour, die in Moskau startete und via Kaliningrad noch nach Paris, Luzern und Baden-Baden führen wird, im 2013 eröffneten Mariinsky II (direkt hinter dem historischen Mariinsky-Theater) ein wahrhaft europäisches Konzert unter Leitung von Chefdirigent Christian Thielemann.

Wie bereits im höchst traditionsbeladenen Moskauer Tschaikowski-Saal gab es auch hier deutsch-russische Beziehungen, da Capell-Virtuos Denis Matsuev im ersten Konzertteil den Ton angab. Das Publikum lag dem Tastenlöwen quasi zu Füßen und applaudierte auch Thielemann und der Kapelle frenetisch. Gut möglich, dass solche kulturellen Auftritte für weit mehr Bewegung innerhalb von Europa sorgen als der erzwungene Stillstand während des Wirtschaftstreffens.

Von Michael Ernst

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Lokales Himmelfahrtskirche Dresden-Leuben - Premiere: Bergparade zum Gottesdienst

Nicht Eingeweihte rieben sich am Sonntag verdutzt die Augen: Ist denn schon Weihnachten? Des Rätsels Lösung: Joachim Krönert, Pfarrer der Leubener Himmelfahrtskirche, hatte sich eine Premiere für Dresden ausgedacht.

28.05.2018

Mit seiner ersten Regierungserklärung hatte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer in Dresden für einigen Wirbel gesorgt. Ein Haus des Jugendrechts nach Leipziger Vorbild sollte hier entsteht. Die Entrüstung war groß und hat jetzt offenbar Erfolg.

27.05.2018

Der Verkehrsverbund will die Bahnstrecken nach Königsbrück, Kamenz, Bautzen und Elsterwerda aufwerten. Zugleich wird eine Express-Verbindung nach Tschechien angestrebt.

27.05.2018