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Lokales Fehler am Bankautomaten – und Gelegenheit macht Diebe
Dresden Lokales Fehler am Bankautomaten – und Gelegenheit macht Diebe
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11:50 06.01.2018
Fehler am Bankautomaten, und Gelegenheit macht Diebe Quelle: dpa
Dresden

Dietmar B. ist 79, klug, gebildet, hat sein Leben lang gearbeitet und sich auch etwas erspart. Am Freitag war er das erste Mal in einem Gericht und entsprechend aufgeregt, wofür er sich auch noch entschuldigte. Robert N. dagegen ist 31 Jahre alt, Dauergast in Gerichten und Gefängnissen und hat außer vielen Straftaten wenig vorzuweisen. Wenigstens absolvierte er bei seinem letzten Haftaufenthalt eine Ausbildung. Die beiden Männer hatten sich nie zuvor gesehen und trotzdem waren 10 000 Euro von Konto des Rentners auf dem von Robert N. gelandet. Wie genau das funktioniert hat, konnte allerdings gestern nicht geklärt werden.

Nachdem seine Frau gestorben war, überwies Dietmar B. am 31. März 2016 an einem Terminal seiner Bank die Beerdigungskosten. Zwei Wochen später stellte er fest, dass 10 000 Euro von ihm auf einem ihm unbekannten Konto gelandet waren. Was war da passiert? Er fragte bei seiner Bank nach, die den „Vorgang“ überprüfte. „Die sagten mir, da sei ich selbst schuld, weil ich den Überweisungsvorgang nicht korrekt beendet hätte. Ich war so durch den Wind, dass ich vergessen hatte, nach der Überweisung auf ,Beenden’ zu drücken“, erinnerte er sich. Für diese Auskunft habe ihm die Sparda-Bank übrigens 35 Euro in Rechnung gestellt.

Anders als bei vielen anderen Banken wird dort die Karte nicht erst nach Beenden des Überweisungsvorganges ausgeworfen, sondern schon vorher. Sicher sei diese Vorgehensweise nicht, da, wenn der Vorgang nicht abgeschlossen wird, jeder auf das Konto zugreifen kann, so Dietmar B.s Anwalt Andreas Gumprich.

Dies vermutete wohl auch die Bank. „Sie teilte mir mit, dass sich wohl der nächste Kunde das Geld von meinem Konto auf seins überwiesen hat.“ Das hätte theoretisch anhand der Videoaufnahmen ermittelt werden können, nur waren die schon überspielt worden.

Robert N. räumte ein, dass die 10 000 Euro auf seinem Konto gelandet waren. Allerdings hätte nicht er, sondern ein Familienmitglied, dessen Namen er nicht nenne wollte, das Geld überwiesen. „Ich wusste, dass da was nicht stimmt, habe das Geld aber trotzdem ausgegeben, deshalb will ich den Schaden wieder gut machen.“

Er schloss mit Dietmar B. einen Vergleich, die 10 000 Euro in Raten zurückzuzahlen. Vielleicht zahlt das „Familienmitglied“ mit, sonst dürfte es dauern, bis Dietmar B. an Bares kommt. Denn der Angeklagte lebt von ALG II, viel ist da nicht übrig. Zudem zahlt er ein Auto ab, obwohl er keine Fahrerlaubnis hat. Was ihn nicht stört. Er fuhr, so die Staatsanwaltschaft, auch ohne und organisierte sich Kennzeichen und Tüv-Plakette auf illegale Weise.

Er ließ er sich ein Kennzeichen prägen, das nur Diplomaten haben. Allerdings fahren die eher selten einen älteren Ford. Deshalb fiel er auch der Polizei auf. Robert N. wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. „Das ist gut so, denn wenn er im Gefängnis sitzt, kann er nichts zurückzahlen“, meinte Gumprich.

Von Monika Löffler

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