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Lokales Federung fürs Sofapolster aus dem Drucker
Dresden Lokales Federung fürs Sofapolster aus dem Drucker
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11:28 29.03.2017
Zehn mal 50 Zentimeter misst diese Feder aus dem 3-D-Drucker des Dresdner Instituts für Holztechnologie. Quelle: IHD
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Dresden

Das Innenleben eines soliden Sofas oder Sessels besteht in der Regel aus Metallfedern und Schaumstoff. Das könnte sich in absehbarer Zeit ändern, denn Forscher vom Dresdner Institut für Holztechnologie (IHD) arbeiten an einer Federung, die aus dem 3D-Drucker kommt. Unter der Kurzbezeichnung „3D-FeSy“ hat das IHD im Februar dazu ein neues Projekt gestartet, das 30 Monate läuft und vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wird. Es geht – im Forscherjargon – um die Entwicklung eines „integralen Federungssystems für Polstermöbel unter Verwendung des Fused-Filament-Fabrication-Verfahrens“. „Integral“ meint in diesem Fall, dass Federkern und Unterfederung zusammengeschaltet werden.

Erklärtes Ziel des IHD ist es, Polstermöbelhersteller bei Lagerung und Logistik zu entlasten. Man könne gegenwärtig von etwa 30 bis 50 verschiedenen Teilen ausgehen, die je Sitzeinheit benötigt werden, erklärt Projekt-Mitarbeiterin Julia Kaufhold auf DNN-Anfrage. „Dazu kommen Abdeckvliese, Verbindungsklipse und ähnliches mehr, die in unserem System nicht notwendig wären. Wir streben ein integrales System an, das im Optimalfall aus nur einem Bauteil besteht, ein Lösungsansatz aus wenigen Einzelteilen ist jedoch auch denkbar.“

Das, so Kaufhold, mache einerseits etliche Konstruktionsschritte überflüssig, doch in erster Linie würden Polstermöbelhersteller eben bei Lagerhaltung und Logistik profitieren. Denn: „Sie fertigen die derzeit verwendeten Stahlfedern ja nicht selbst“, sondern müssten diese in vielen Varianten bestellen oder sich halt ins Lager packen. Käme die 3D-Druck-Technologie zum Einsatz, bräuchte es lediglich ein bis zwei Kunststoffe in Filamentform (Fäden) als Ausgangsmaterialien, erklärt Kaufhold.

In welchen Größenordnungen sich Kosten- und Zeitersparnis künftig bewegen könnten, dazu gibt es bislang nur Schätzungen. Schließlich stehe man erst am Beginn des Projekts, teste noch, welche thermoplastischen und thermoplastisch-elastischen Materialien geeignet sind, welche Druckparameter welche Festigkeit bringen und wie schnell unterschiedlich harte oder weiche Bauteile herstellbar sind. „Die Druckzeiten hängen in hohem Maße von der Druckgeschwindigkeit ab“, erklärt die Forscherin im IHD-Ressort Möbel und Innenausbau. „Wir streben eine voll automatisierte Fertigung der Federungssysteme im Zeitraum von ein bis zwei Stunden je Sitzeinheit an“.

Wenn das Projekt ausgereift ist, so das IHD, sollen sich die Federungssysteme aus dem Drucker ähnlichen Dauertests unterziehen, wie sie bei aktuellen Möbelprüfungen üblich sind.

https://www.ihd-dresden.de/de/startseite/

Von Barbara Stock

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