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Lokales Farbbomben, ausgestreute Nägel und mehr – Nachbarschaftsstreit endet vor Gericht
Dresden Lokales Farbbomben, ausgestreute Nägel und mehr – Nachbarschaftsstreit endet vor Gericht
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12:13 10.08.2017
Quelle: dpa
Dresden

Familie A. lebte in einem idyllischen Haus in Coschütz/Gittersee. Doch die Idylle täuschte, denn sie wurden terrorisiert. 20 Anzeigen erstatteten sie, die Polizei war bei der Familie Dauergast.

Verdächtigt wurde Herbert S., der Nachbar. Der musste sich gestern vor dem Amtsgericht verantworten. Der 76-Jährige wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern. Dafür erzählte das Ehepaar A., dass ständig Farbbomben auf ihr Grundstück geworfen worden seien. Zweimal sogar ölhaltige Flüssigkeiten, die nicht abgewaschen werden konnten, so dass das Pflaster ausgetauscht werden musste. Ihr Grundstück wurde mit Dachpappenägeln übersät und einmal standen an Vorder- und Hinterreifen ihres Wagens große Schrauben.

Die Familien hatten einige Jahre friedlich nebeneinander gelebt, bis es Ärger gab. Auslöser, so vermutet Andre A., sei sein damals fünfjähriger Sohn gewesen, der mit einem Elektro-Dreirad auf dem Grundstück fuhr und dabei wohl auch etwas Lärm machte, was Familie S. nicht passte. „Er wurde so runtergeputzt, dass er heulend reinkam und nie wieder auf das Rad gestiegen ist. Da gab es einen heftigen Streit.“ Seitdem herrschte Eiszeit, dafür gab es böse Überraschungen.

„Immer wenn wir weggefahren waren, lagen, wenn wir wiederkamen, Farbbomben auf unserem Grundstück. Die Verlaufspuren deuteten darauf hin, dass die vom Nachbargrundstück geworfen wurden“, erzählte der 47-Jährige. Über die Nägel auf seinem Grundstück hatte er sich zunächst nicht so gewundert, bis seine Frau Zeuge wurde, wie Herbert S. Nägel auf das Grundstück warf. Die 33-Jährige sah auch, wie der Angeklagte die Schrauben unter die Autoreifen stellte. Sie saß im Wagen, was der Rentner nicht bemerkte. Wer die Farbe und die ölhaltigen Flüssigkeit auf ihr Grundstück warf, hat Familie A. allerdings nie gesehen. Bleiben zwei versuchte Sachbeschädigungen. Der Angeklagte sei zwar auch sonst hinreichend verdächtig, aber mehr könne ihm nicht nachgewiesen werden, so das Gericht. Das Verfahren gegen den 76-Jährigen wurde vorläufig eingestellt - mit der Auflage, 300 Euro an einen gemeinnützigen Verein zu zahlen. „Wir haben uns dort nicht mehr wohlgefühlt und sind weggezogen“, sagte Andre A. und schickte als Stoßgebet hinterher: „Gott sei Dank, dass wir den nicht mehr als Nachbarn haben.“

Von Monika Löffler

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