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Falsche Scham bei Inkontinenz erschwert Leben unnötig / Dresdner Uniklinikum klärt auf

„Hätte ich das nur früher machen lassen“ Falsche Scham bei Inkontinenz erschwert Leben unnötig / Dresdner Uniklinikum klärt auf

Inkontinenz ist eine Volkskrankheit. Darüber sprechen aber möchte niemand. Auch wenn das massive Einschränkungen in der Lebensqualität bedeutet. Auch Edeltraut M. hat sich lange damit abgefunden. Am Dresdner Uniklinikum fand sie schließlich Hilfe.

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Dank Dr. Anna Kolterer (l.) ist Edeltraut M. jetzt beschwerdefrei.

Quelle: Uniklinikum Dresden/Holger Ostermeyer

Dresden. Inkontinenz ist eine Volkskrankheit. Darüber sprechen aber möchte niemand. Auch wenn das massive Einschränkungen in der Lebensqualität bedeutet. Auch Edeltraut M. hat sich lange damit abgefunden, dass sie ihren Harn nicht mehr halten konnte, wenn sie nach dem Einkauf vollbepackt die Treppen zu ihrer Wohnung hochstieg. „Das gehört eben dazu, wenn man älter ist“, redete sich die heute 79-Jährige ein. Ein Irrtum, wie sie am Dresdner Uniklinikum erfahren hat.

„Es war ein schleichender Prozess, die Symptome wurden immer schlimmer“, sagt Edeltraut M. Ein Gang durch die Innenstadt begann immer auf einer der raren öffentlichen Toiletten. Schließlich fasste sich die Seniorin ein Herz und sprach ihren Urologen auf das Problem an. Der überwies sie sofort ans Uniklinikum, genauer an Dr. Anna Kolterer. Die Oberärztin leitet die Urogynäkologische Sprechstunde der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe und sieht viele betroffene Frauen mit solchen Vorgeschichten. Erster Schritt bei jeder Patientin: Die Ursache der Inkontinenz ergründen.

Die Experten unterscheiden zwischen einer Belastungs- und einer Dranginkontinenz. Bei ersterer führen Belastungen im Bereich des Beckenbodens – etwa durch schweres Heben, Treppensteigen oder Niesen – dazu, dass Betroffene ihren Urin nicht mehr halten können. Schuld ist häufig eine Veränderung der Muskeln in diesem Bereich. Bei der Dranginkontinenz müssen Betroffene viel häufiger als normal auf die Toilette – mehr als acht bis zehn Mal am Tag. Ursache hierfür kann eine gestörte Funktion der inneren Schleimhaut der Harnblase oder im zentralen Nervensystem sein.

Nach der Untersuchung von Edeltraut M. war klar: Sie leidet an einer Belastungsinkontinenz. Erste Gegenmaßnahme ist in diesem Fall das Training des Beckenbodens. Gezielte Übungen, angeleitet von einem Physiotherapeuten, können das Problem mildern. Dazu allerdings braucht es Geduld und Hartnäckigkeit. Bei Edeltraut M. war deshalb zudem eine kleine Operation nötig. Bei einem minimalinvasiven Eingriff, der in der Regel nur 20 bis 30 Minuten dauert, wurde ein kleines Band spannungsfrei um die Harnröhre gelegt, um diese bei Belastung zu stabilisieren. Nur drei Tag später konnte die Rentnerin die Klinik wieder verlassen. „Hätte ich das nur früher machen lassen“, sagt sie heute, denn die Einschränkungen im Alltag gehören der Vergangenheit an.

Das Beispiel zeigt: Über dieses Thema muss gezielter aufgeklärt werden. Deshalb informieren die Experten im Vorfeld des am 10. und 11. November in Dresden stattfindenden Kongresses der Deutschen Kontinenz Gesellschaft e.V. am 8. November ab 17.30 Uhr Betroffene und Angehörige bei einem Patientenforum über die Ursachen und die gezielte Behandlung von Inkontinenz. Die kostenlose Veranstaltung findet im Hörsaal des Universitäts Kinder-Frauenzentrums (Haus 21), Fetscherstraße 74, statt.

Infoveranstaltung

17.35 Uhr: Harninkontinenz der Frau – Ursachen und Formen, Therapie, Dr. Anna Kolterer, Leiterin der Urogynäkologischen Sprechstunde, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

18 Uhr: Harninkontinenz des Mannes, Oberarzt PD Dr. Stefan Propping, Klinik für Urologie

18.30 Uhr: Stuhlinkontinenz: Ursachen, Formen und Therapie, Dr. Jakob Dobroschke, Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie

19 Uhr: Hilfsmittelverordnung – Blasen- und Darmmanagement: Wem steht was zu?, Susanne Dörfler, Krankenschwester und Fachkraft für Stoma-, Kontinenz- und Wundversorgung

19.30 Uhr
: Physiotherapie: Motivation zur Selbsttherapie, Ina Lautenbach und Ilena Trepte Universitäts Physiotherapiezentrum

ab 19.45 Uhr: Gelegenheit zur Diskussion und Erfahrungsaustausch

Von Christin Grödel

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