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Lokales Fahrradclub will Terrassenufer in Dresden in Flaniermeile umwandeln
Dresden Lokales Fahrradclub will Terrassenufer in Dresden in Flaniermeile umwandeln
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14:31 06.09.2018
So stellen sich die Mitglieder des ADFC die künftige Szenerie am Terrassenufer vor. Quelle: T. Macht für ADFC
Dresden

Motoren vorbeifahrender Autos dröhnen, links und rechts von der Fahrbahn quetschen sich Fußgänger und Radfahrer aneinander vorbei. Das Dresdner Terrassenufer ist kein Ort, der sich zum Flanieren aufdrängt. Das muss sich än­dern, sagen die Mitglieder des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs in Dresden (ADFC) und haben jetzt ihre Pläne für den Bereich zwischen Brühlsche Terrasse und Elbe präsentiert. Die sehen vor, den Be­reich unter dem „Balkon Europas“ künftig zumindest in den Sommerferien für Autos zu sperren – und stattdessen das Terrassenufer in eine Promenade für Fußgänger und Radfahrer zu verwandeln.

Monatelang haben die Mitglieder des ADFC getüftelt, sich Gedanken über den Abschnitt zwischen Augustus- und Carolabrücke gemacht, der zugleich Teil des bei Touristen beliebten Elbradweges ist. Für Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC-Landesverbandes steht jedenfalls fest: „Dresden verkauft sich in diesem Bereich völlig unter Wert.“ Allein etwa ei­ne halbe Million Radfahrer sind in ihrer Freizeit je­des Jahr auf dem Elbradweg in Dresden unterwegs, rechnet Konrad Krau­se vor. „Wir wollen das Dresdner Terrassenufer zu einem attraktiven Aufenthaltsort für die Dresdner und die Gäste machen“, sagt Konrad Krause, der dabei auf funktionierende Beispiele wie das Ufer an der Seine in Paris verweist.

Die ADFC-Mitglieder haben sich allerdings nicht einfach nur einen Kopf darüber ge­macht, wie das Areal künftig aussehen könnte. Be­reits im vergangenen Jahr hatten die Mitglieder eine Befragung gestartet. Auf dem Stadtfest und übers Internet wollte der ADFC wissen, was die Dresdner über ein derartiges Vorhaben denken. Die große Mehrheit der dabei 196 Befragten gab an, mit der aktuellen Situation unzufrieden zu sein. Die Aufteilung der Flächen zwischen Fußweg, Radweg und Fahrbahnen halten 84 Pro­zent für schlecht, rund zwei Drittel beschweren sich zudem über das hohe Verkehrsaufkommen und den damit verbundenen Lärm, sagt Matthias Roßmerkel, der die Umfrage mit ausgewertet hat.

Entsprechend sehen die Wünsche aus: Die große Mehrheit wünscht sich breitere Radwege, mehr Grün, weniger Verkehr und Kulturangebote. Zugleich führten die Befragten Wünsche nach Ständen, Bars oder Kleinkunst an. „84 Prozent der Menschen würden zustimmen, dass das Terrassenufer zeitweise für den Verkehr gesperrt wird“, erklärt Matthias Roßmerkel. Spannend übrigens auch: Mehr als die Hälfte der Teilnehmer der nicht re­präsentativen Umfrage gab demnach an, schon jetzt mehrfach im Monat am Terrassenufer unterwegs zu sein.

Mit den Ergebnissen ihrer Befragung sehen sich die Mitstreiter in ihrem Anliegen bestärkt. In den vergangenen Wo­chen hat der Dresdner ADFC von einem Architekturstudenten erste Visualisierungen anfertigen lassen, wie die Wünsche der Befragten umgesetzt werden können. Kleinere Inseln sind darauf eingezeichnet, Bän­ke zum Verweilen. Auf den Fahrbahnen können Spaziergänger flanieren, zudem gibt es genügend Platz für Radfahrer. Bildliche Darstellungen mit dem der ADFC nun die Stadtverwaltung und die Stadträte überzeugen möchte.

Konrad Krause hat eigenen Worten nach bereits beim Chef der Dresden Marketing Gesellschaft vorgesprochen. „Er war von der Idee sehr angetan.“ Auch die Sächsische Dampfschiffahrt, deren Fahrgäste beim Warten in der aktuellen Situation ebenfalls in Konflikt mit Radfahrern geraten, habe Zustimmung signalisiert.

Der ADFC-Chef weiß aber auch, dass zunächst allen voran auch die Politik gefragt ist. „Wir benötigen zu­nächst erst einmal eine Willensbekundung aus dem Stadtrat“, erklärt Konrad Krause. Im An­schluss wäre dann die Verwaltung an der Reihe, um einerseits zu prüfen, in­wieweit sich das Vorhaben auch umsetzen lässt und um dann auch ein entsprechendes Konzept auf den Tisch zu legen. „Wir fänden es gut, wenn es gelingt, das Projekt auch noch mit in die Bewerbung als Kulturhauptstadt zu packen.“

Größere Folgen für den Verkehr sehen die Vertreter der Radfahrerlobby nicht. Mit der Wilsdruffer Straße gebe es eine al­ternative Route für Autos, die kaum mehr Zeit kostet. Schon jetzt sei der Bereich zudem öfter gesperrt, zumeist wegen Veranstaltungen. Der ADFC hat sich übrigens bewusst dafür entschieden, die Flaniermeile zunächst nur in den Sommerferien etablieren zu wollen. Denn im Sommer ist deutlich weniger Verkehr in der Stadt. Zugleich zeigt sich Konrad Krause aber auch realistisch: „Das gesamte Jahr kriegen wir nicht durch.“ Allerdings: Sollte das Konzept tatsächlich umgesetzt werden und Erfolg ha­ben, finden sich vielleicht auch entsprechend viele Un­terstützer, um das Projekt zeitlich auszudehnen, so das Kalkül beim ADFC.

Von Sebastian Kositz

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