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Lokales Fachtagung thematisiert Nachkriegsmoderne und die Rolle des Stadtmarketings
Dresden Lokales Fachtagung thematisiert Nachkriegsmoderne und die Rolle des Stadtmarketings
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23:36 09.09.2015

"Narrative der Nachkriegsmoderne" nennen Bernhard Sterra, Leiter des Dresdner Denkmalschutzes, und andere Fachleute die Diskussionen um die Architektur, die in der Nachkriegszeit entstanden ist. Sie sind ein Thema der aktuellen Denkmalschutztagung der Landeshauptstadt im März.

Unter dem Titel "In guter Gesellschaft. Die Rolle der Denkmalpflege in Stadtmarketing und Tourismus" treffen sich vom 4. bis zum 6. März Fachleute aus ganz Deutschland, um im Denkmal-Paradies Dresden neue Forschungen und Diskurse zu besprechen. "Denkmalschutz ist ein Akteur, der die Geschichten einer Stadt transportiert", erklärt Sterra. "Denkmalschützer nennen das 'Narrative einer Stadt', die wiederum urbane Identitäten erzeugen."

Nun häuften sich in den vergangenen Jahren die Stimmen von Kritikern, die sich nicht mit einer einseitigen barocken Identität der pompösen sächsischen Landeshauptstadt abfinden wollen. "Nachdem sich die Öffentlichkeit in Dresden stark artikuliert hat, zog der Denkmalschutz nach", erklärt Sterra. Es habe ein Umdenkprozess stattgefunden, wenngleich es eine Weile gedauert hätte. Natürlich sei es auch "zu Kollisionen gekommen". Nach einer Entideologisierung sei nun aber ein Paradigmenwechsel in der Denkmalpflege eingetreten.

Sichtbar wird dieser unter anderem an dem berühmten Wandbild des Kulturpalastes "Der Weg der Roten Fahne". Im Jahr 2001 als Kulturdenkmal ausgeschrieben wird das sozialistische Wandbild, das 1968 unter der künstlerischen Leitung von Gerhard Bondzin entstanden ist, im Zuge der Kulturpalast-Erneuerung gerade umfassend restauriert. Wirbel hatte es im vergangenen Jahr gegeben, weil das Baugerüst direkt in dem Bild verankert wurde. Damals monierte Thomas Danzl, Professor für Konservierung und Restaurierung von Wandmalerei und Architekturfarbigkeit der Hochschule für Bildende Künste (HfBK) Dresden den "lapidaren Umgang mit dem Denkmal". Für Diskussionen sorgte aber auch der Denkmalstatus der 49. Grundschule Bernhard August von Lindenau in Dresden-Plauen. Der Plattenbau des Bautyps "Dresden Atrium", entwickelt an der TU Dresden, erhielt erst im Oktober 2013 seinen Denkmalstatus. Weitere (Platten-)Bauten kann sich Sterra als neue Denkmäler vorstellen: Das Gemeindezentrum Philippus in Gorbitz beispielsweise oder die Plattenbauten am Albertplatz. Allein von 1960 bis zum Jahr 1990 sind in Dresden 45 neue Denkmäler gekürt worden, in den vergangenen 25 Jahren sind weitere hinzugekommen. Über 10 000 Denkmäler zählt die Landeshauptstadt heute insgesamt.

Doch natürlich geht es nicht nur um die Nachkriegsmoderne, sondern auch explizit um das Verhältnis von Denkmalpflege, Stadtmarketing und Tourismus. "Wichtig ist, die Balance zwischen Tourismus und Denkmalschutz zu finden", sagte Bettina Bunge, Geschäftsführerin der Dresden Marketing Gesellschaft (DMG). Das Beispiel Venedig zeige, wie der Tourismus auch zu Abnutzungen der Denkmäler führen kann. In Zukunft wollte die DMG intensiv mit der Dresdner Denkmalschutzbehörde zusammenarbeiten. Die Tagung sei ein Startschuss dieser Kooperation. Mehr als einhundert Fachleute der Denkmalpflege, des Stadtmarketings und des Tourismus aus dem gesamten Bundesgebiet sowie Fachleute aus dem benachbarten Ausland werden an der dritten Fachtagung teilnehmen, die auch für Dresdner Bürger geöffnet ist. An den drei Veranstaltungstagen gibt es über 20 Vorträge, Workshops und Diskussionen. Darüber hinaus sind die Gäste zu einem Begleitprogramm eingeladen, das die Thematik mit der Stadt Dresden verbinden wird. Die Teilnahmegebühr beträgt 100 Euro, Studierende zahlen 50 Euro.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 26.02.2015

Katrin Tominski

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