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Auto & Verkehr Expertentagung in Dresden: Hauptstraßen haben nicht ausgedient

Fachtagung „Gestaltung von Hauptverkehrsstraßen“ Expertentagung in Dresden: Hauptstraßen haben nicht ausgedient

Wenn das mal keine beruhigende Nachricht ist: Leistungsfähige Hauptverkehrsstraßen werden in der Großstadt auch in der Zukunft gebraucht, ist eine Erkenntnis der Fachtagung „Gestaltung von Hauptverkehrsstraßen“ am Mittwoch in Dresden. Experten aus Freiburg, Kassel, Berlin, Leipzig und Ulm hatten Ansätze vorgestellt, wie Straßen zu lebenswerten Stadträumen umgestaltet werden können.

Weniger beliebt bei Mietern: Die Dresdner Schäferstraße.

Quelle: Tanja Kirsten

Dresden. Wenn das mal keine beruhigende Nachricht ist: Leistungsfähige Hauptverkehrsstraßen werden in der Großstadt auch in der Zukunft gebraucht, ist eine Erkenntnis der Fachtagung „Gestaltung von Hauptverkehrsstraßen“ am Mittwoch in Dresden. Experten aus Freiburg, Kassel, Berlin, Leipzig und Ulm hatten Ansätze vorgestellt, wie Straßen zu lebenswerten Stadträumen umgestaltet werden können.

„Warum ziehen die Anlieger der einen Hauptverkehrsstraße wie beispielsweise der Schäferstraße aus und Leerstand wird zum Problem, während Wohnen an der anderen Hauptstraße wie der Hansastraße funktioniert?“, fragte der Dresdner Verkehrsplaner Dirk Ohm und gab selbst die Antwort: Die subjektiv empfundene Sicherheit der Anlieger sei eine ganz wichtige Komponente, ebenso wie die Breite der Geh- und Radwege, die Versorgungssituation, die Luftqualität oder das Angebot an Stadtgrün. Das sei auch der Grund, weshalb die Königsbrücker Straße trotz ihrer Dauerdefizite funktioniere, ist sich der Experte sicher.

Wohnen an der Königsbrücker

Wohnen an der Königsbrücker? Das geht schon eher, auch wenn der geplante Ausbau ewig auf sich warten lässt.

Quelle: Anja Schneider

Die Königsbrücker Straße sei ein Beispiel dafür, dass die Umgestaltung des Verkehrsraums zu lange dauerte, meinte Steffen Szuggat, Leiter des Stadtplanungsamtes. „17 Jahre Planen, drei Jahre Bauzeit – da müssen wir sehen, ob wir die Prozesse verkürzen und effektivieren können.“ Bebauungsplan- statt Planfeststellungsverfahren für Verkehrsvorhaben könnten ein Schritt in diese Richtung sein.

Er nehme als Ergebnis auch mit, so Szuggat, das die Vierstreifigkeit für Hauptverkehrsstraßen längst kein Gesetz mehr sei. Es könne auch bei einer Belegung von mehr als 20 000 Fahrzeugen trefflich über nur zwei Streifen diskutiert werden. Schließlich sollte die Stadt Mut haben, ungewöhnliche Lösungen auszuprobieren, Verkehrsversuche aber auch abzubrechen, wenn sie nicht funktionieren würden. „Wir sollten gute Ideen mit Substanz erfüllen und einen langen Atem haben“, so der Amtsleiter.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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