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Ewig unvollendet, aber immer voller Leben: Der Dresdner Postplatz

Zentraler Platz und Knotenpunkt Ewig unvollendet, aber immer voller Leben: Der Dresdner Postplatz

1991 entwarf der Kölner Architekt Joachim Schürmann eine kühne Vision für den Postplatz, doch mit Visionen ist es in Dresden so eine Sache. Nur wenige Elemente wurden verwirklicht, und so bleibt der Platz ein ewig unvollendeter Entwurf voller Leben.

Luftaufnahme von Dresdner Postplatz

Quelle: Jürgen-M. Schulter

Dresden. Der sternförmige Postplatz ist der zentrale Platz der Landeshauptstadt und Knotenpunkt der öffentlichen Verkehrsmittel. Seinen Namen verdankt der lebendige Platz der Oberpostdirektion, die 1831 an der Südseite errichtet wurde. 1991 entwarf der Kölner Architekt Joachim Schürmann eine kühne Vision für den Postplatz, doch mit Visionen ist es in Dresden so eine Sache. Nur wenige Elemente wurden verwirklicht, und so bleibt der Platz ein ewig unvollendeter Entwurf voller Leben.

Vom Wassergraben zur Steinwüste

Der Postplatz war nicht immer begehbar. 1750 befand sich an der Stelle der Wassergraben der ehemaligen Stadtfestung. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der Festungsgraben zugeschüttet und der entstandene Platz „Wilsdruffer Thorplatz“ getauft, da er in Richtung des ehemaligen Stadttores führte. Von Beginn an hatte der zentrale Platz eine große Bedeutung für den Stadtverkehr. Schon 1865 zweigten vom heutigen Postplatz sechs Strassenbahntrassen ab. Auch wenn der Platz zu Zeiten der DDR gar nicht für den Autoverkehr genutzt wurde, eröffnete Ende der 50er Jahre zwischen Annen- und Schweriner Straße mit einem großen Schaufenster Richtung Postplatz Dresdens erstes Autohaus.

Seinen Namen verdankt der lebendige Platz der Oberpostdirektion, die 1831 an der Südseite errichtet wurde. Das Schmuckstück des Postplatzes war lange Zeit das 1911 im Neobarock erbaute „Palasthotel“ an der Ecke Ostra-Allee. Es wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und unter großem Protest der Dresdner Bevölkerung 1968 schließlich abgerissen. Der letzte große Umbau des Platzes fand 2005 statt, bei dem die damals 16 Einzelhaltestellen zu zwei langen Doppelhaltestellen zusammengefasst wurden, wodurch der Postplatz für Autos befahrbar wurde.

Die Auswirkungen von fehlendem Grün auf dem Postplatz zeigten sich besonders im Sommer. 2009 lag die Temperatur auf dem Postplatz um 6,5 Grad höher als im Großen Garten. Als Gegenmaßnahme wurden Hochbeete in der Steinwüste angelegt. Die Bebauung des Postplatzes avancierte zum Politikum als ein Unbekannter am 1. April 2009 eine mit Blumen bepflanzte Toilette und ein Schild mit der Aufschrift „Scheiße gebaut, Stadt versaut!“ aufstellte. Die Stadtverwaltung beschlagnahmte die Toilette, woraufhin Schauspieler Uwe Steimle das corpus delicti gegen Lösegeld wieder freikaufte.

Oberpostdirektion wird zur Residenz am Zwinger

Der Rohbau für die „Residenz am Postplatz“ ist längst fertig, in der bis zum nächsten Jahr über 240 Wohnungen und Gewerbeeinheiten entstehen sollen. In dem sanierten Gebäude der ehemaligen Oberpostdirektion werden 54 Wohnungen entstehen, im angeschlossenen, siebenstöckigem Neubau 188. Bewohnerparken ist in einer einstöckigen Tiefgarage möglich. Im Erdgeschoss sollen unter anderem ein Weingeschäft, ein Supermarkt und ein Café eröffnen. Die Wohnungsmieten werden zwischen 12,50 und 14 Euro kalt liegen. Die Abrissgenehmigung für die Postdirektion lag bereits vor, allerdings entschlossen sich die Investoren von der CG Gruppe AG für den Erhalt des bei den Bombenangriffen 1945 schwer beschädigten Gebäudes. Am 22. September feierte der neue Wohnkomplex Richtfest. Die Vermarktung der Wohnungen, in die die CG Gruppe 60 Millionen Euro investiert, wird rund drei Monate vor der Fertigstellung beginnen, wie der Projektentwickler ankündigte.

Apartments: 242
Gewerbeeinheiten: 5
Parkplätze: 107
Investitionssumme: 60 Millionen Euro
Fertigstellung: 2018
Investor : CG Gruppe AG

Halb Hotel, halb Wohnung ist die neue Residenz am Zwinger

Seit März werden die Luxuswohnungen in der Residenz am Zwinger an der Herzogin Garten vermietet. Die rund 80 Eigentumswohnungen und über 100 voll möblierten Apartments sind zwischen 31 und 150 Quadratmeter groß und vor allem für Kurzzeitgäste gedacht. Die tschechische CTR Group vermietet die Apartments für eine Dauer von wenigen Tagen bis zu einem halben Jahr an Geschäftsreisende, Interimsarbeitende oder Urlauber. Der Betreiber äußert sich sehr zufrieden über die bisherige Auslastung der sogenannten „Serviced Apartments“. Unmöblierte Wohnungen sind momentan ab 12 Euro pro Quadratmeter zu haben, voll ausgestattete Apartments ab 89 Euro pro Nacht. Auf dem Dach findet sich ein Restaurant für die Bewohner und auf Wunsch werden die Frühstücksbrötchen direkt an die Wohnungstür geliefert.

Apartments: 86 Eigentumswohnungen und 103 möblierte Apartments
Gewerbeeinheiten: keine
Parkplätze: Tiefgarage
Investitionssumme: rund 40 Millionen Euro
Fertigstellung: Vermietung läuft seit März
Betreiber: CTR Immo

Drei Wohnkomplexe auf Dresdens größter Freifläche

Schon seit rund einem dreiviertel Jahr ist der Wohnkomplex Merkur I zwischen Wallstraße und Postplatz fertig. In dem türkis-weißen Kubus sind 62 Wohnungen und Parkplätze untergebracht sowie verschiedene Gewerbeeinheiten. Alle Wohnungen verfügen über einen Balkon. Die Ein-, Zwei-, Drei- und Vierraumwohnungen werden durch die Augsburger Firma „Patrizia Immobilien“ vermietet. Die Dresdner Niederlassung der Baywobau GmbH baut momentan gemeinsam mit der CTR Group parallel an den Wohnkomplexen Merkur II und III.

Im März wurden die Bauarbeiten zu Merkur II begonnen. Der Wohnkomplex wird gelbe Balkone erhalten, der Tiefbau ist bereits fertiggestellt. Anfang 2019 sollen die ersten Mieter einziehen können und auch ein Ladengeschäft soll schon einen Interessenten gefunden haben. Insgesamt 117 Wohnungen, rund 100 Parkplätze und vier Ladenflächen sollen entstehen. Merkur II ist bereits an einen Investor verkauft, der die Vermietung übernehmen wird.

Das Haus Merkur III befindet sich aktuell in der Planungsphase. Der Baubeginn soll Anfang des nächsten Jahres erfolgen. Die Arbeiten für die rund 170 geplanten Wohnungen sowie Einzelhandels und Büroflächen werden bis Anfang 2020 dauern. Für die Käufer können die Wohnungen optional mit einer Sauna und/oder Whirlpool ausgestattet werden. Hier will die Baywobau den Verkauf der Wohnungen selbst übernehmen.

Penthousewohnungen im „Haus am Postplatz“

Vor wenigen Wochen haben nach einigen Monaten Stillstand die Erdarbeiten begonnen: Viele der Gewerbeflächen im „Haus am Postplatz“ sind bereits vermietet, zum Beispiel an die Handelskette Rewe oder die Fitnesskette „Fit/One“. Sechs Geschosse schaffen Platz für rund 18 .000 Quadratmeter Wohnfläche hinter einer Klinkerfassade. Die zweistöckigen Gewerbeflächen werden große Schaufenster Richtung Postplatz erhalten. Rund 80  Millionen Euro investiert das Mannheimer Unternehmen „FAY Projects“ im Herzen der Landeshauptstadt. Die Planung stammt aus der Feder des Dresdner Architekturbüros „nps tchoban voss“. Im zweiten Obergeschoss sind Büro- und Fitnessflächen mit Blick auf die Altmarkt-Galerie und den Zwinger angeordnet. Im obersten Geschoss werden exklusive Penthouse-Wohnungen errichtet.

Apartments: Verteilung der Wohnungen auf 18 300 Quadratmetern Wohnfläche aktuell noch unklar.
Gewerbeeinheiten: Im ersten, zweiten und dritten Stock sind Läden, Büros und Fitnessräume geplant
Parkplätze: In einer integrierten Tiefgarage werden 160 Autos Platz finden
Investitionssummer: 80 Millionen
Fertigstellung: 2019/20

Fernmeldeamt wird für MaryAnn-Apartments abgerissen

Das Fernmeldeamt hat in grünes Netz gehüllt noch eine Gnadenfrist bekommen. Der Investor lässt sich noch ein wenig Zeit. Doch bald soll das markante Gebäude Platz machen für 177 „MaryAnn-Apartments“, die die CG Gruppe nach dem Prinzip eines „Vertical Village“ (dt.:vertikales Dorf) gestalten will. Teil- oder vollmöblierte Apartments sollen Menschen ein Zuhause auf Zeit geben, die beruflich als Künstler, Ingenieure oder Wissenschaftler häufig die Stadt wechseln. Gleichzeitig werden Freizeitangebote, Restaurants und Arbeitsbereiche in den Wohnkomplex integriert. Die CG Gruppe nennt das Konzept „VauVau“ und hat dies bereits in anderen deutschen Großstädten verwirklicht. Probleme bereiteten den Investoren die Asbestplatten im Fernmeldeamt, die Stück für Stück entsorgt werden mussten. Für die Mieter wird eine doppelstöckige Tiefgarage gebaut, um die Stellplatzanforderungen der Stadt zu erfüllen. Dafür muss das Grundwasser abgesenkt werden muss.
Apartments: 177 mit (Teil-) Möblierung

Gewerbeeinheiten: noch unbekannt
Parkplätze: zweistöckige Tiefgarage
Geplante Investitionssumme: 70 Millionen Euro
Investor: CG Gruppe AG
Baustart: Der Abriss des Fernmeldeamtes soll Anfang 2018 beginnen.

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