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„Europa Transit“: Eine reisende Botschaft aus Dresden

Dokumentarfilm über Flüchtlinge in Europa „Europa Transit“: Eine reisende Botschaft aus Dresden

Eine Multimedia-Redaktion aus Spanien reist im Bus „Europa Transit“ durch Europa, um einen Dokumentarfilm über zehn Städte zu drehen, die Schauplatz von Konflikten waren oder sind. In den vergangenen zwei Wochen machte das Team Halt in Dresden und ging der Frage nach, wie die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Stadt mit den Herausforderungen der aktuellen Flüchtlingskrise begegnet.

Der Europa-Transit vor der Semperoper.

Quelle: PR

Dresden. Es ist eine Abenteuer-Tour durch ganz Europa. Menschen verschiedener Kulturen erzählen ihre Lebensgeschichten, sie haben Teil an intimen Momenten und erleben, was Menschen zusammenbringt oder spaltet. Der Bus namens „Europa Transit“, der am 10. März auf dem Altmarkt stand, dreht bei einer Tour durch zehn Städte in Europa einen Dokumentarfilm, der zeigen soll, wie unterschiedlich und doch ähnlich Menschen mit der Flüchtlingskrise und geschichtlichen Einschlägen umgehen. Das Projekt wurde von der spanischen Stadt Donostia-San Sebastián ins Leben gerufen, die in diesem Jahr die Europäische Kulturhauptstadt ist.

Das Motto des Projektes lautet „Kultur für das Zusammenleben“. Bewusst suchte das spanische Team nach geschichtsträchtigen oder gespaltenen Städten und wollte untersuchen, wie Flüchtlinge dort aufgenommen werden. Nach Ceuta und Belfast folgte nun Dresden als dritte Stadt im Bunde. Zwei Wochen lang filmten die Mitarbeiter in der Landeshauptstadt und sprachen mit Personen, die den Flüchtlingen das Ankommen und Leben erleichtern wollen. Sie wollten herausfinden, wie die Stadt als Symbol von Zerstörung die Herausforderung bewältigt, Flüchtlinge aufzunehmen. Außerdem sollen Initiativen zur Integration vorantreiben, in denen es in Dresden zahlreiche Beispiele gibt.

So sprachen sie auch mit der Zeitzeugin Nora Lang. Die 84-Jährige überlebte die Bombenanschläge auf Dresden am 13. Februar 1945. Gemeinsam mit ihrem Bruder harrte sie in den Trümmern der Trinitatiskirche aus. Jetzt ist sie Mitglied in der Interessengemeinschaft 13. Februar. „Wir dürfen das Erinnern nicht vergessen. Das ist ganz wichtig“, sagt die Dresdnerin. Das Filmteam begleitete sie am 13. Februar bei Aktionen in der Stadt. Neben ihrer gemeinnützigen Arbeit in der Gemeinschaft bringt Nora Lang Flüchtlingen in ihrer eigenen Wohnung Deutsch bei, damit sie am Dresdner Alltag teilhaben können. Sie erzählt, dass sie mit vielen Nationen zusammen wohne und ihr das auch wichtig sei. „Wir sollten fremde Menschen nicht abstoßen, sondern sie nach ihren Geschichten fragen“, ist die 84-Jährige überzeugt. Denn gerade dann lerne man dazu.

Im Mittelpunkt der Dokumentation steht ein weiteres Projekt, das Flüchtlinge und Dresdner über das Theater spielen zusammenführen will. Im sogenannten „Montagscafé im Kleinen Haus“ bietet das Staatsschauspiel einen Ort der Vernetzung für Geflüchtete und Einheimische. Die 38-jährige Olga Feger leitet den Theaterworkshop. „Wir hatten das Ziel, Dresdner und Geflüchtete zusammenzubringen“, sagt sie. „Theater mit nonverbaler Kommunikation bietet sich da an.“ Das Projekt sei so beliebt, dass sich in den vergangenen Wochen bis zu 100 Teilnehmer im Kleinen Haus tummelten. Das Team von „Europa Transit“ fing die Stimmung mit der Kamera ein.

Für die Macher des Dokumentarfilms zeigt sich Dresden positiv gegenüber Flüchtlingen. „Wir haben während der Dreharbeiten den Eindruck gewonnen, dass die Dresdner bereit sind, Flüchtlinge aufzunehmen“, so Xuban Intxausti, Leiter des Projektes „Europa Transit“. Am Freitag reist das Team weiter nach Wroclaw, um zu sehen, mit welchen Aktionen die Menschen dort Flüchtlinge in ihren Alltag integrieren. Anschließend stehen Kaliningrad, Pristina, Sarajewo, Plowdiw, Istanbul und Pafos auf dem Reiseplan. Der Dresdner Film wird ab Mai auf der Internetseite europatransit.dss2016.eu zu sehen sein. Dabei wird der Dokumentarfilm immer mit den neuesten Mosaiksteinen aus den jeweiligen Städten erweitert.

Von Juliane Just

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