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Lokales Essel Deutschland ist familienfreundlichste Dresdner Firma
Dresden Lokales Essel Deutschland ist familienfreundlichste Dresdner Firma
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10:34 04.12.2015
Sozialbürgermeisterin Kris Kaufmann überreichte Matthias Lütkemeier, Geschäftsführer von Essel Deutschland, die Bronzefigur. Quelle: Norbert Neumann
Dresden

Ein kleines Mädchen mit erhobenem Zeigefinger aus Bronze steht seit gestern im Eingangsbereich des Dresdner Tubenherstellers Essel Deutschland GmbH, der seinen Sitz im Technopark Nord am Manfred-von-Ardenne-Ring hat.

Die 60 Zentimeter hohe und acht Kilogramm schwere Plastik von Malgorzata Chodakowska trägt den Titel "Ich weiß es". Nun wissen auch alle, die es interessiert: Die Dresdner Tubenmacher sind das familienfreundlichste Unternehmen in der Landeshauptstadt. Gestern überreichte Sozialbürgermeisterin Kris Kaufmann (Die Linke) den 5. Dresdner Innovationspreis an Geschäftsführer Matthias Lütkemeier.

Bei Essel seien die Mitarbeiter mehr als nur "ein Kosten- und Ressourcenblock", betonte der Chef. "Uns ist sehr daran gelegen, dass die Leute Freude an der Arbeit haben und gern hier sind." Dazu gehöre auch, Eltern zu ermöglichen, Familie und Firma gut unter einen Hut zu bekommen. Bereits seit 2009 würde das Konzept der Vertrauensarbeitszeit - also weg von der Stechuhr - praktiziert. Die Verwaltungsmitarbeiter erhielten zudem die Möglichkeit, von Zuhause aus zu arbeiten - beispielsweise, wenn die Kinder krank sind oder bei Betreuungsengpässen. Die Computertechnik stelle die Firma auf Wunsch zur Verfügung. "Wenn ein Angehöriger plötzlich gepflegt werden muss, in anderen Notfällen oder wenn ein Baby erwartet wird, bieten wir kurzfristige Freistellungen und Sonderurlaube an", erklärte Lütkemeier, der selbst drei Kinder hat - drei, sechs und zehn Jahre alt. Außerdem bekommen junge Familien für ihren Nachwuchs - fast wie zu DDR-Zeiten - 25 Euro "Begrüßungsgeld". Und die Mitarbeiter können gegen einen geringen Obolus in einem ortsansässigen Fitnessstudio trainieren, derweil ihre Kinder kostenlos betreut werden.

Die Essel Deutschland GmbH wurde 1999 als erstes deutsch-indisches Joint Venture in den neuen Bundesländern gegründet. Heute produziert die Dresdner Firma täglich eine Million Laminattuben, darunter für Zahnpasta, Schuhcreme, Duschbad und selbst Nougatcreme. Sie verfügt über eine hausinterne Grafikabteilung und Druckerei. 160 Mitarbeiter - Industriekaufleute, Ingenieure, Mechatroniker, Drucker, Lagerarbeiter - sind in der Firma beschäftigt. Der Altersdurchschnitt beträgt Lütkemeier zufolge 40 Jahre.

Die Jury, der u.a. Vertreter der Handwerkskammer, des Lokalen Bündnisses für Familie und der IHK angehörten, wählte Essel Deutschland aus neun Bewerbern aus. In den Jahren zuvor waren u.a. die Apogepha Arzneimittel GmbH und das Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik ausgezeichnet worden.

Katrin Richter

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