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Erzgebirge ärgert sich über Ski-Weltcup in Dresden

Sportevent Erzgebirge ärgert sich über Ski-Weltcup in Dresden

In Dresden herrscht allenthalben Begeisterung über den geplanten Ski-Weltcup am Elbufer. Rathaus und Stadtrat sind mehrheitlich dafür. Durch die Staatsregierung geht dagegen offenbar ein Riss, zu dessen Begleitmusik regionalpolitische Verstimmungen gehören.

Ski-Langlauf am Elbufer.
 

Quelle: Montag/dpa-Zentralbild

Dresden.  Für den Ski-Weltcup in Dresden beginnt im September der Karten-Verkauf. Das kündigten die Organisatoren, die beiden Fernsehjournalisten René Kindermann und Torsten Püschel, auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) am Mittwoch an. Das Stadtoberhaupt gab bei diesem Anlass auch den offiziellen Startschuss für den Internet-Auftritt der Weltcup-Veranstalter.

Das Ski-Rennen mit Weltelite soll am 13. und 14. Januar 2018 erstmals in Dresden stattfinden und gehört in den offiziellen Wettkampfkalender des Internationalen Ski-Verbandes FIS. Am 13. September 11.15 Uhr soll der Kartenverkauf über das Internetportal der Veranstalter beginnen. Bereits ab 6. September können Mitglieder des sächsischen Ski-Verbandes mit ihrer Mitgliedsnummer ein Vorkaufsrecht nutzen (siehe Kasten).

OB Hilbert dankte den Organisatoren dafür, dass es ihnen gelungen sei, die große Mehrheit der Stadträte zu überzeugen. Die Stadt wird das Ereignis mit 300 000 Euro fördern. „Das ist gut angelegtes Geld“, sagte Hilbert. Dresden werde sich mit diesem Event auf ganz besondere Weise in „Szene setzen“ können. Nach Ansicht des Oberbürgermeisters könne auch die „Wintersportregion Erzgebirge“ durch das Ereignis an Bedeutung gewinnen. Auch die Initiatoren bezeichneten die Veranstaltung ausdrücklich „nicht nur als Dresdner Event, sondern eins für die ganze Region“. Angesichts der schönen Bilder mit den Wettkämpfen vor der Dresdner Kulisse werde die Veranstaltung „weltweit Wellen schlagen“, erklärte Torsten Püschel.

3000 Plätze für Fans in der Arena am Königsufer

Die 1,4 Kilometer lange Laufstrecke ist zwischen Carolabrücke und Japanischem Palais geplant, am Königsufer wird sich eine Zuschauerarena für 3000 Fans befinden. Ein Ticket kostet pro Tag für Erwachsene 30 Euro (zuzüglich Vorverkaufsgebühr), für Kinder bis 14 Jahre und Ermäßigte 20 Euro. Der Bereich zwischen Augustusbrücke und Japanischem Palais wird ohne Eintritt zugänglich sei. Karten gibt es über die Internetseite www.skiweltcup-dresden.de

Manchmal kann diese Welt ziemlich klein sein. Wellen schlägt das Ereignis schon jetzt im Erzgebirge. „Wintersportveranstaltungen sind grundsätzlich im Erzgebirge gut aufgehoben“, erklärte der CDU-Landtagsabgeordnete Alexander Krauß auf DNN-Anfrage. In der Landtagsfraktion sei er damit auf „großes Verständnis“ gestoßen. Der im erzgebirgischen Erlabrunn geborene Krauß würde sich freuen, wenn der Tourismus aus dem Erzgebirge zumindest beim Weltcup werben könnte.

Noch deutlicher äußert sich der tourismuspolitische Sprecher der CDU im Landtag, Thomas Colditz. Ihm „fehlt das Verständnis“ für die Veranstaltung. Die Ski-Regionen im Freistaat seien das Erzgebirge und das Vogtland. „So geht sächsisch eigentlich nicht“, erklärte der Politiker aus Aue, der damit auf die Imagekampagne des Freistaats anspielte, aus der 150 000 Euro in den Weltcup fließen sollen. „Wenn ich mir vorstelle, dass Dresden Schnee produziert und die Leute dann kommen, und sehen, dass alles künstlich ist, frage ich mich, ob das imageprägend sein soll.“ Ähnlich sieht das auch Veronika Hiebl, die Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Erzgebirge. Sie verweist auf „renommierte, bekannte und sehr schneesichere Wintersportgebiete“ wie Altenberg, Oberwiesenthal oder Klingenthal. Hiebl fügt hinzu: „Alleine vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeit – im Sinne ökologischer und auch ökonomischer Aspekte – sollte der Austragungsort von Wintersportveranstaltungen sensibel ausgewählt werden.“

Düsseldorf war zufrieden mit Ski-Weltcup am Rheinufer

Möglicherweise finden diese Stimmen nun ihren Widerhall im sächsischen Finanzministerium. Staatskanzlei und Innenministerium sind vom Weltcup begeistert. Sie wollen, dass der Freistaat dafür 300 000 Euro beisteuert. 150 000 Euro sollen aus der Standort-Kampagne „So geht sächsisch“ kommen und 150 000 Euro aus der Sportförderung des Freistaats, die vom Innenministerium verwaltet wird. Doch es gibt Probleme: Püschel und Kindermann haben als Veranstalter eine GmbH gegründet. Nach der Sportförderrichtlinie des Landes dürfen nur Vereine, Kommunen oder von der öffentlichen Hand dominierte Gesellschaften Geld bekommen (wir berichteten).

Daher sollte bereits die Richtlinie geändert werden. Nach DNN-Informationen hat sich jedoch das Finanzministerium mehrfach in Sitzungen der Staatsregierung um Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) gegen die Änderung gestemmt. Was Minister Georg Unland (CDU), von 1993 bis 2008 an der Bergakademie Freiberg tätig und seither Herr im Ministerium am Rande des Königsufers, dazu bewogen haben könnte, ist unklar. Ministeriumssprecher Stephan Gößl ließ am Mittwoch alle Fragen dazu offen, verwies auf die Zuständigkeit des Innenministeriums und bat um Verständnis für sein Schweigen.

 Kindermann hatte sich am Mittwoch zuversichtlich gezeigt: Es gebe „natürlich gewisse Regularien“, aber „das Geld steht zur Verfügung“ und es sei nur noch „eine Frage von Tagen“, bis die Unterstützung in trockenen Tüchern ist.

Von Ingolf Pleil

Dresden, Königsufer 51.057511 13.75091
Dresden, Königsufer
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