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Erster Frauenkreis der Freimaurer in Dresden

Erster Frauenkreis der Freimaurer in Dresden

Viele bringen die Freimaurerei mit Männerarbeit in Verbindung. Doch bereits seit 1949 gibt es auch Frauen- logen - in Hamburg existieren sogar gemischte Logen.

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Katrin Hähner und Marita Gründler (v.l.) freuen sich auf den künftigen Arbeitskreis.

Von Nadine Steinmann

Doch reine Schwestern- oder Brüdergemeinschaften sind häufiger. Marita Gründler, Großmeisterin der Frauen-Großloge in Berlin, erklärt warum: "Männer und Frauen haben ihre eigene Art zu diskutieren. Ich habe es häufig erlebt, dass Frauen in einer gemischten Loge viel weniger sagen als in einer reinen Frauenloge." Nun gründen erstmals auch die Freimaurerinnen in Dresden einen Arbeitskreis, der sich später zu einer Loge entwickeln könnte.

Gemeinsam mit den Männern können sie das Logenhaus in der Neustadt, Hainstraße 2, nutzen. Bei einem Vortragsabend am Dienstag erklärte Gründler interessierten Frauen, was Freimaurerei ist: "Für mich ist Freimaurerei, etwas im eigenen Leben zu bewegen. Der Geist und das Herz werden geschult, das Sichtfenster des Menschen erweitert."

Den Arbeitskreis in Dresden wird Katrin Hähner leiten, die sich seit fast vier Jahren mit dem Thema beschäftigt und nun bei der Großloge in Berlin einen Antrag auf Aufnahme gestellt hat. Das dauert in der Regel sehr lange: "Wir wollen die Frauen vorher ein Jahr lang kennenlernen, um zu schauen, ob sie sich wirklich der Freimaurerei verschreiben wollen. Dem Antrag müssen dann 90 Prozent der Logenmitglieder zustimmen", erzählt Gründler. Wird Hähner dies gestattet, ist sie Lehrling. Die nächsten beiden Grade sind der Geselle und der Meister - genau wie bei handwerklichen Berufen.

Das hat mit der Geschichte der Freimaurerei zu tun, denn der Ursprung liegt bei den Steinmetzen. Deswegen stehen Winkel, Zirkel und Hammer symbolisch für die Freimaurerei. Auch der Totenschädel ist bei der sogenannten Tempelarbeit immer dabei und schürt bei Unwissenden das Klischee des "Unheimlichen" und des "Hokuspokus". Doch der Brauch ist schnell erklärt: "Der Tod gehört zum Leben und soll uns daran erinnern, dass auch wir sterben müssen. Im Gegensatz zur katholischen Kirche wollen wir im Diesseits leben", erklärt Hermann Janz von den Dresdner Freimaurern.

Die Idee, in Dresden einen Arbeitskreis für Frauen zu schaffen, kam von den Männern. Bei Informationsabenden waren immer häufiger auch Frauen dabei, die sich erkundigten, warum es keine Loge für Freimaurerinnen gibt. Nun kann sich Katrin Hähner seit dem ersten Treffen im September bereits über sechs regelmäßig kommende Frauen freuen. Neben Diskussionsabenden zu Themen wie "Frauen und Armut" oder "Wie frei ist der Mensch wirklich?" arbeiten die Freimaurerinnen vor allem an sich selbst. Während der Lehrlingszeit müssen sie sich fragen: Wer bin ich? Was will ich? Was kann ich? Als Geselle beschäftigen sie sich mit ihrer Funktion in der Gesellschaft und als Meister führen sie selbstständig Rituale durch und leiten die Vereine. Bei den Ritualen werden laut Janz vor allem Gespräche geführt, von Musik begleitet - also keine satanischen Bräuche. "Die Freimaurerei ist wie ein Lebensbund. Man kann auch wieder austreten", erzählt Gründler, "aber die meisten bleiben ein Leben lang dabei."

In Deutschland gibt es 19 Frauenlogen. Demnächst sollen weitere auch in Dresden, Konstanz und Meiningen entstehen. Die Großloge in Berlin wurde 1982 gegründet. In Dresden gibt es bereits zwei Männerlogen: "Zu den drei Schwertern und Asträa zur grünenden Raute" und "Zum goldenen Apfel"

Wer sich für das Thema der Freimaurerei interessiert, kann sich problemlos bei den Informationsabenden der Logen anmelden. Zusätzlich werden öffentliche Veranstaltungen angeboten, die auch von Bürgern besucht werden können, die nicht einer der Logen beitreten wollen. Jeder "Suchende" kann sich im Internet für einen der Abende anmelden:

www.freimaurer-dresden.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 29.02.2012

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