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Lokales Erster Dresdner Integrationspreis verliehen
Dresden Lokales Erster Dresdner Integrationspreis verliehen
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17:16 20.12.2016
Michael Kobel und Eckhard Beyer mit ihren Auszeichnungen. Quelle: Hauke Heuer
Dresden

„Man fragt sich, was ist los in dieser Welt“, sagte Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) in seinem Grußwort bei der Verleihung des Dresdner Integrationspreises am Dienstagnachmittag im Rathaus. Dann bat er um eine Gedenkminute für die Opfer des Terroranschlags in Berlin. Das Thema blieb präsent, in jeder Laudatio, in jeder Dankesrede.

Im Mittelpunkt stand dann aber doch die Integration – die vielen positiven Beispiele. „In einem Dresdner Christstollen kommt eine bunte, internationale Mischung aus Zutaten. Es gibt kein Patentrezept. Dafür mangelt es nicht an Bäckern“, sagte Hilbert und meinte die vor ihm versammelten Vertreter der 28 Organisationen und Projekte, die sich um den mit 5000 Euro dotierten Integrationspreis beworben hatten. Der Preis wurde in diesem Jahr erstmals ausgelobt und ist Teil der Bemühungen des Oberbürgermeisters, Dresden zur „Vorzeigestadt der Integration“ zu machen.

Doch bevor die Auszeichnung verliehen wurde gab es zunächst eine kleine Überraschung. Hilbert vergab eine mit 2000 Euro dotierte Anerkennung an das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik und dessen Leiter Eckhard Beyer. Das Institut hat in den vergangen Jahren rund 100 Praktikumsplätze an Flüchtlinge vermittelt – 16 im eigenen Haus. Fünf sind hier heute in einer Festanstellung beschäftigt. „Das Institut hat angefangen aktiv zu werden, als andere noch nicht einmal davon geredet haben“, würdigte Hilbert das Engagement, dass „beispielhaft für viele andere Arbeitgeber der Stadt“ sei.

Am Dienstag wurde im Rathaus erstmals der Dresdner Integrationspreis verliehen.

Der Hauptpreis ging an die „Arbeitsgruppe Ausbildung und Arbeit“ des Netzwerkes „Willkommen in Löbtau“. Unter Leitung des Teilchenphysikers Michael Kobel von der TU Dresden nehmen sich seit Februar 2015 35 Paten rund 80 Flüchtlingen an und helfen bei der Suche nach Arbeits- oder Ausbildungsplätzen, Amtsgängen und der Bewältigung des täglichen Lebens. „Wir haben in den vergangen Jahren gesehen, dass Integration ohne Begleitung nicht funktioniert“, erklärte Kobel in seiner Dankesrede die Notwendigkeit dieser Arbeit. Was die Arbeitsgruppe mit dem Preisgeld anfangen wird, ist noch unklar, aber Kobel hat bereits eine Idee. „Viele Flüchtlinge haben vor kurzem einen Lehrberuf aufgenommen. Wir unterstützen Sie bei der Ausbildung. So arbeite ich mich selber gerade in die Grundlagen des Lageristen- und des Bäckerberufs ein. Hierfür brauchen wir Lehrmaterialien“, erklärt Kobel.

Sozialbürgermeisterin Kristin Kaufmann (LINKE) richtete zum Schluss das Wort an alle Anwesenden und stellte klar, dass die ausgezeichneten Initiativen stellvertretend für Zehntausende stehen, die sich in der Stadt engagieren.

Von Hauke Heuer

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